Covid-19 im Nordatlantik: Wieder eingereister Fall in Grönland

Grönland/Island/Färöer. Grönland hat mal wieder einen Coronafall, doch die Person war bereits in Quarantäne. Island kämpft mit der dritten Welle und für Reykjavík gelten seit gestern verschärfe Restriktionen. Auch auf den Färöer hält sich das Virus, aber auf niedrigem Niveau. Ein Überblick über die Situation im Nordatlantik.

Grönland

Grönland Flagge

Bisher ohne schwere Ausbrüche: Grönland. Foto Thomas Christiansen

Eine aus Dänemark eingereiste Person in Nuuk, die sich vorschriftsgemäß die ersten Tage in Quarantäne befand, erhielt beim obligatorischen Test am 5. Tag die Covid-Diagnose. Da die Person alle Regeln befolgt hatte, rechnet der Landesarzt nicht mit einer weiteren Verbreitung des Virus in Grönland. Update 9.10.: Eine Person aus dem nahen Umfeld, die ebenfalls in Quarantäne war, ist ebenfalls positiv getestet worden. Ansteckungen im Land wurden seit April nicht mehr festgestellt. Es gab allerdings vereinzelte Fälle von Leuten, die zwar mit einem negativen Coronatest eingereist waren, bei der Wiederholung dann aber ein positives Ergebnis zeigten, zuletzt im Juli. Bisher hatte dies alles keine weitergehenden Folgen. Grönland hatte sich anfangs völlig abgeschottet, um das Virus fernzuhalten, später dann etwas geöffnet. Bei einer Vielzahl schwerer Covid-19-Erkrankungen hätte das Land mit seinen weiten Entfernungen voraussichtlich große Probleme bekommen. Und es war schon bisher immer ein Problem, ausreichend geeignetes medizinisches Personal nach Grönland zu bekommen. Insgesamt sind nun 16 Fälle registriert worden. Bisher verliefen alle mild.

Färöer

Nach der Olavsøka Ende Juli hatten die Färöer ihre „zweite Welle“ bekommen. Ende August schien diese überwunden. Neue Fälle gab es allerdings auch den ganzen September beinahe täglich, wenn auch jeweils nur wenige. Gestern wurden noch insgesamt 24 aktive Infektionen verzeichnet, eine Person befindet sich im Krankenhaus. Bisher gab es auf der Inselgruppe keine Corona-Todesfälle.

Island

Bankastræti

Reykjavík (Archivbild)

Von der dritten Covid-Welle auf Island ist besonders die Hauptstadtregion betroffen. Seit gestern gelten dort noch stärkere Einschränkungen als die, die erst am Montag landesweit in Kraft traten. Auslöser waren 99 neue Corona-Fälle am Montag, vor allem aus dieser Region, am Dienstag waren es 87. Für alle über 15 Jahren gilt nun ein Mindestabstand von zwei Metern. Friseure und andere Betriebe, bei denen dies nicht eingehalten werden kann, müssen geschlossen bleiben, ebenso Schwimmbäder. Restaurants müssen um 21 Uhr schließen. Diese Sonderregeln für Reykjavík und seine Nachbarorte Garðabær, Hafnarfjörður, Kjósahreppur, Kópavogur, Mosfellsbær und Seltjarnarnes gelten für zwei Wochen.  Inzwischen liegen 20 Personen im Krankenhaus, vier davon auf der Intensivstation. Während der ersten Covid-Welle gab es auf Island zehn Todesfälle.

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Island kämpft mit der dritten Covid-Welle

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