Mit der Bahn

Für die weiten Strecken innerhalb der nördlichen Länder bieten sich auch Nachtzüge an, wenn man es über die Ostsee/Kattegat/ Skagerrak geschafft hat. So kommt man in Schweden im Schlaf problemlos von Stockholm über den Polarkreis nach Kiruna, zur Abisko Turiststation und ins norwegische Narvik.

Bahn Stockholm-Narvik

Stockholm-Narvik, im Winter

Es gibt Sitzwagen, Liegewagen (sechs Liegen pro Abteil) und Schlafwagen (drei Betten pro Abteil). Die Liegen/Betten sind auch einzeln buchbar. Der Zug ist langsam, aber vergleichsweise günstig. Von Göteborg aus gibt es auch einen Nachtzug nach Luleå.

Die Bahn Luleå (65° 35′N) – Narvik (28° 26′) verdanken wir der Erzindustrie:  Auf dem Gleis wird hauptsächlich das in Kiruna und Malmberget abgebaute Erz zu den Häfen transportiert.

Die Strecke von der schwedischen Grenze (Riksgränsen) nach Narvik, die sogenannte Ofotbanen, gilt als eine der schönsten überhaupt wegen des Blicks in die wilde Gebirgslandschaft und schließlich auf den Ofotfjord.

In der konkreten Planung ist eine Verbindung von Luleå/Boden nach Haparanda an der finnischen Grenze. Die Gleise sind vorhanden, werden zurzeit aber noch nur von Güterzügen befahren.

Haparanda Bahnhof

In Haparanda treffen sich die europäische
und die finnisch-russische Spurweite.

In Norwegen reicht das Schienennetz ebenfalls bis zum Polarkreis, allerdings nicht weit darüber hinaus. Nachtzüge gibt es zwischen Oslo und Trondheim (63°26’N) sowie zwischen Trondheim und Bodø (67° 17′ N). Eine Verlängerung nach Tromsø wird nun aber geprüft.

Die Schlafwagen haben Zweibettabteile, die auch nur komplett gebucht werden können. Es gibt aber auch kostengünstigere Sitzwagen.

Narvik (68° 26 ‚) ist nicht an das norwegische Schienennetz angebunden und über  Schweden  mit dem Zug zu erreichen (siehe oben). Weiter nördlich geht es nur mit dem Bus oder Flugzeug.

Auch in Finnland kann man bequem nachts zum Polarkreis reisen – und sogar sein Auto mitnehmen. Der modernere Zug mit Doppelstock-Schlafwagen (Zweibettabteile, einzeln buchbar, und Sitzwagen) fährt über Oulu, Kemi und Rovaniemi ( 66° 30′ N) nach Kemijärvi (66° 40’N). Ein weiterer mit Dreibett-Abteilen fährt von Helsinki über Kemi und Tornio nach Kolari (67° 19’N). Noch nördlicher geht es nur mit dem Bus oder Flugzeug.

Heiß diskutiert wird zurzeit eine neue Verbindung: vom finnischen Rovaniemi ins norwegische Kirkenes (69° 44′ N). Interesse daran hat vor allem die finnische Wirtschaft, die einen Anschluss an den eisfreien Hafen Kirkenes sucht, doch auch für Touristen böten sich damit ganz neue Möglichkeiten.

Am nördlichsten kommt man zurzeit mit der Bahn in Russland. Von St. Petersburg aus kann man bis Murmansk (68° 58′ N) fahren, Russlands eisfreier Hafen im Norden. Die Murmanbahn ist 1448 Kilometer lang. Die anschließende Verbindung nach Nikel kurz vor der norwegischen Grenze wird aktuell nicht mehr für den Personenverkehr genutzt.

Reisen mit der Inlandsbanan

Inlandsbanan

Brücke über den Piteälv: Hier dürfen die Passagiere
ausnahmsweise auch mal übers Gleis laufen

Eine besondere Möglichkeit, in Schweden mit der Bahn zu reisen, ist die Inlandsbanan. Die Haupttrasse der schwedischen Bahn verbindet die Küstenstädte miteinander. Inlandsbanan wurde einst gebaut, um, wie der Name es sagt, das Inland für Güter und Personenverkehr zu erschließen.

Heute werden die Gleise fast ausschließlich für den Tourismus genutzt: In den Sommermonaten kann man in zwei Tagen von Kristinehamn oder Mora nach Gällivare (67° 8′ N) reisen, mit einer Übernachtung in Östersund. Eine Reiseleitung erklärt Besonderheiten an der Strecke, zwischendurch gibt es Stopps zum Essen und  für kurze Besichtigungen – und natürlich bei der Überquerung des Polarkreises. Man kann jedoch in allen Orten an der Strecke die Reise für ein paar Tage unterbrechen oder nur einzelne Abschnitte fahren. Es werden auch diverse Paketreisen angeboten, unter anderem eine Kombination mit Hurtigruten. Im Winter verkehren nur ausnahmsweise Züge zu speziellen Ereignissen.

Bahnverkehr im Norden – nur regelmäßig verkehrende Personenzüge: