Alle Covid-19- Patienten gesund – Grönland jetzt Corona-frei?

Grönland. Elf Personen sind in Grönland positiv auf Covid-19 getestet worden. Alle elf sind inzwischen wieder gesund. Ist Grönland nun Corona-frei? Es herrscht vorsichtiger Optimismus – aber eine Öffnung des Landes nach außen ist nicht in Sicht.

Grönland Flagge

Corona-frei, aber abgeriegelt: Grönland. Archivfoto Thomas Christiansen

770 Menschen sind in Grönland auf Covid-19 getestet worden. Bisher müssen sämtliche Proben zur Analyse nach Kopenhagen geflogen werden, was viel Zeit kostet. Noch bis zum 30. April wird es keine Reisen von Personen nach Grönland geben. Die Hauptstadt Nuuk ist innerhalb des Landes isoliert, denn sämtliche Corona-Fälle gab es dort und man fürchtete eine weitere Verbreitung. Das Reiseverbot für die Bewohner von Nuuk wurde vorgestern bis zum 30. April verlängert. Sie dürfen allerdings mit dem Boot zum Fischen hinaus fahren.

Die jüngsten nach Kopenhagen geschickten Proben waren alle negativ. Grönlands oberster Mediziner, „landslæge“ Henrik Hansen, bleibt trotzdem vorsichtig. Er erinnert gegenüber KNR daran, dass nach Beginn des Flugverbotes noch Studenten nach Grönland zurückgekehrt sind und die Inkubationszeit 14 Tage dauern kann.

Corona kam nur bis Nuuk

Bisher gab es keinen Covid-19-Fall außerhalb von Nuuk. Deshalb soll dort die Schule nach Ostern schrittweise wieder beginnen, wenn die Lage sich nicht verschlechtert. Reisen über die Distriktgrenzen oder nach Nuuk sind bisher nicht vorgesehen. Bleibe die Lage im Land ruhig, könne aber über Erleichterungen nachgedacht werden. Künftig soll auch das Testen einfacher werden: Eine färöische Firma hat zwei Analysegeräte nach Grönland geschickt.

Bei den elf grönländischen Covid-19-Patienten verlief die Krankheit mild. Hansen fürchtet jedoch, dass eine stärkere Verbreitung das Land hart treffen wurde. Denn auch in Grönland gibt es jene Risikogruppen, bei denen ein schwerer Verlauf von Covid-19 zu erwarten ist. Schon im Normalfall ist Grönland auf Fachpersonal und Vertretungskräfte aus Dänemark und anderen nordischen Ländern angewiesen. All diese Länder bräuchten ihr Personal in der Corona-Krise selbst, so Hansen zu Sermitsiaq. Seine Strategie ist deshalb: „Corona so lange wie möglich von Grönland fernhalten. Die äußeren Grenzen so lange wie möglich geschlossen halten!“

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