Dritte Auflage PanArctic Vision: von traditionell bis Metal

Iqaluit (Kanada). Die dritte Runde Pan-Arctic Vision hat stattgefunden – und krönte drei sehr unterschiedliche Sieger: eine traditionelle Sängerin mit Maultrommel aus der Republik Sacha,  einen joikenden norwegisch-nordsamischen Popmusiker und eine Metal/Punk-Band aus Island. Als Ort für die nächste Runde wurden die Färöer gewählt. Damit lebt die Idee eines zirkumpolaren musikalischen Treffpunkts weiter. Die dreistündige Show ist auf Youtube nachzuhören

Am Ende traten alle gemeinsam auf – hier Linus Johnsen (links), Aske Drost (Dóttir) und Saina. Screenshot aus dem Video

Vorbild für Pan-Arctic Vision ist der Eurovision Song Contest – Musiker aus verschiedenen Regionen treten gegeneinander an. Allerdings ist das Gewinnen nicht das Wichtigste, es gehe darum, Kontakte zu knüpfen, so Initiator Amund Sjølie Sveen von der Organisation Nordting. Anders als beim ESC gibt es deshalb drei gleichwertige erste Preise: 

  • für das „arktischste“ Lied, in diesem Jahr für die Sängerin Saina aus Jakutsk, Republik Sacha (Russland)
  • für das Lied, das am meisten zu einem Gemeinschaftsgefühl beiträg, in diesem Jahr für Linus Johnsen aus Sápmi/Nordnorwegen
  • für das revolutionärste Lied, in diesem Jahr für die Band Geðbrigði aus Selfoss und Mosfellsbær, Island
  • der Ort für die nächste Pan-Arctic Vision wird ebenfalls gewählt und fällt nicht automatisch dem Sieger zu.

Iqaluit ist der dritte Austragungsort

Die Initiative zu dieser Art von Musikveranstaltung kam vom Norweger Amund Sjølie Sveen,  und die erste Veranstaltung fand 2023 in Vadsø in Nordnorwegen statt. 2024 ging es in Nuuk weiter. Dort wurde die kanadische Region Nunavut als nächster Veranstaltungsort ausgewählt. Das Youtube-Video präsentiert zu Beginn den Ort Iqaluit. Durch die Show führt  Laakkuluk Williamson Bathroy – auf Inuktitut und Englisch zusammen mit Amund Sjølie Sveen.

Zeitverschiebung und lange Anreisen

Ein zirkumpolares Musikfestival hat zwei grundlegende Probleme: die Zeitverschiebung und weite Anreisen. Das Problem Zeitverschiebung wurde so gelöst, dass die Veranstaltung in Iqaluit um 15 Uhr Ortszeit begann. Für Zuschauer aus Alaska war es dann 11 Uhr, für Grönländer 18 Uhr und für Norweger 21 Uhr. Für Sainas Fans in Sacha war es allerdings 5 Uhr morgens.

Die Anreise nach Iqaluit wäre eigentlich für die beiden Künstler aus Grönland am nächsten gewesen – aber eine solche Verbindung wird  nicht angeboten. Stattdessen mussten sie über Island, Toronto und  Ottawa fliegen, wie HH Suersaq Poulsen erklärt. 

Neun Künster und Bands in Iqaluit

Insgesamt nahmen neun Künstler oder Bands aus verschiedenen Regionen Teil. Portraits dazu gibt es hier.  Um diese auszuwählen, arbeitet Pan-Arctic Vision mit Kulturinstitutionen jeweils vor Ort zusammen. Der Kontakt zu russischen und exil-russischen Teilnehmern verläuft über die norwegische Organisation Pikene på broen aus Kirkenes, bekannt vom Barentsspektakel.

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Hier kann man die Veranstaltung ansehen:

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