Island. Die isländische Regierung hat eine „Infrastrukturabgabe“ für Touristen vorgeschlagen, die den sogenannten „Golden Circle“ besuchen. Viele Tourismus-Akteure, so berichtet RÚV, lehnen diese allerdings ab.
Der Gesetzesentwurf sieht eine Gebühr für jene vor, die mindestens eine der drei nationalen isländischen Sehenswürdigkeiten Geysir, Gullfoss und Þingvellir Nationalpark besuchen. Die Summe soll in der Hochsaison 4500 ISK (rund 33 Euro) betragen, in der Nebensaison (1.November-31. Mai) 3000 ISK (rund 22 Euro). Die Summe gilt jeweils für ein Jahr. Dafür sollen dort dann keine Parkgebühren mehr fällig werden. Wer auf Island gemeldet und steuerpflichtig ist, muss diese Abgabe nicht zahlen.
Neue Gebühr leicht zu vermeiden
Die Vereinigung isländischer Tourismusunternehmen (Samtök ferðaþjónustunnar, SAF) und andere Akteure kritisieren dabei mehrere Punkte. Zum einen treffe diese Gebühr nur diejenigen, die den „Golden Circle“ besuchten. Dies könne zum Ergebnis haben, dass die Leute auf andere Ziele auswichen, wobei sie trotzdem die Infrastruktur belasteten. Nach Ansicht von SAF sind die von der Regierung dadurch erwarteten Einnahmen außerdem zu hoch angesetzt. Die Regierung rechne mit 60 000 Touristen am Tag auf dem Golden Circle, stattdessen seien es eher 45 000.
Touristen auf Island zahlen bereits Steuern und Gebühren
Außerdem zahlten Touristen bereits viele Steuern und Abgaben auf Island, und dies werde noch mehr, wenn die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer für Badestellen in Kraft trete.
Der Gesetzesentwurf befindet sich in der Beratungsphase. Gerade waren die Akteure aufgefordert, ihre Stellungnahme dazu abzugeben. Findet der Gesetzesentwurf eine Mehrheit, soll er am 1. Mai 2027 in Kraft treten.
Auch in Norwegen ist eine Abgabe für Touristen geplant, aber ganz anders: Norwegische Kommunen dürfen ab 2027 „Besuchsbeitrag“ fordern



