Island. Am 12. August wird eine Sonnenfinsternis stattfinden – und sie wird an der isländischen Westküste komplett zu sehen sein. Dazu werden zahlreiche Besucher auf der Insel erwartet, die in dieser Zeit höchstwahrscheinlich auch ihre Handys benutzen wollen. Wie das Ministerium für Infrastruktur nun meldete, wird daran gearbeitet, die Mobilfunknetze auszubauen, um dieser vorhersehbar außergewöhnlichen Belastung gerecht zu werden. Besonders aufwendig ist dies offenbar im Bereich des Vogelfelsens Látrabjarg.

Die Zone der totalen Verdunklung reicht von Ostgrönland über Westisland bis Spanien. Quelle Andreas Dill & Sævar Helgi Bragason für eclipse2026.is & icelandatnight.is
In Reykjavík wird der Mond am 12. August um 16.47 Uhr beginnen, sich vor die Sonne zu schieben. Die Phase der totalen Verdunklung wird dort eine Minute dauern, 17.48-17.49 Uhr. Danach wird es noch eine Stunde dauern, bis der Mond den Blick auf die Sonne wieder komplett freigegeben haben wird. An anderen Orten dauert die Phase der Verdunklung doppelt so lang, und die Sicht auf die Sonne ist vielleicht auch besser als in der Stadt. Die isländischen Behörden erwarten jedenfalls, dass sich sehr viel mehr Besucher als sonst an die isländischen Westküste begeben werden, wo der Mond die Sonne wirklich komplett verdunkeln wird. Und in den abgelegenen Regionen ist das Mobilnetz aktuell nicht auf solche Belastungen ausgelegt.
Wie das Ministerium mitteilt, bereiten die Mobilnetzfirmen verschiedene Maßnahmen vor, um die Netze auf den Halbinseln Reykjanes und Snæfellsnes zu stärken. Ein Problem gebe es jedoch bei Látrabjarg. Der spektakuläre Vogelfelsen am äußersten Zipfel der Westfjorde ist auch der Ort, wo es mit 2 Minuten und 13 Sekunden die längste totale Phase geben wird. Geplante Infrastrukturmaßnahmen dort wurden nicht so schnell umgesetzt wie erhofft. Die Abdeckung und Kapazität des Mobilnetzes dort soll deshalb speziell zur Sonnenfinsternis mit anderen Methoden verstärkt werden, die allerdings teurer sind. Dies sei wichtig, um Störungen vorzubeugen und die Kommunikationsmöglichkeiten auch für Notfälle sicherzustellen.
Notfallnummer hat immer Vorrang
In diesem Zusammenhang weist das Ministerium darauf hin, dass die Notfallnummer 112 auf Island immer Vorrang vor anderen Nutzungen habe. Dennoch sei es wichtig, dass die Kapazitäten ausreichten, so die Regierung, um der Öffentlichkeit einen guten Service zu bieten und die Arbeit der Helfer zu erleichtern.
Infos zur Sonnenfinsternis
Zum Thema Sonnenfinsternis gibt es eine eigene Website des isländischen Wissenschaftsvermittlers und Sternenfreundes Sævar Helgi Bragason (isländisch: solmyrkvi2026.is/ englisch: eclipse2026.is). Er informiert ausführlich darüber, wo auf Island die totale Verdunklung zu erleben ist, und wer nicht selbst ein Auto mieten will, kann sich einer Tour anschließen, um aus der Stadt herauszukommen.
Früherer Artikel zum Thema:
Totale Sonnenfinsternis am 12. August – gut sichtbar in Europa



