Erosion bei Reynisfjara: Strand nach starkem Ostwind weggespült

Mýrdalshreppur (Island). Der berühmte und auch berüchtigte Strand Reynisfjara in Südisland ist den vergangenen Tagen massiv erodiert. Starke, vom Wind getriebene Strömungen haben eine riesige Menge Sand weggespült. Gleich hinter den Warnschildern geht es nun steil bergab, und das Meer umspült nun die Basaltformation. Darüber berichteten RÚV und Morgunblaðið.

Ausschnitt aus dem Warnschild bei Reynisfjara: Die Abbruchkante befindet sich ungefähr bei der roten Linie, und das Meer reicht nun ungefähr über die gelb gepunktete Fläche. Ursprüngliche Grafik: Kolofon Design Studio/ Icelandic Tourist Board

Die Anlieger sehen die Ursache in der vergleichsweise ungewöhnlichen Wetterlage: Seit Wochen bläst es stramm aus Osten. Die kräftige See riss den Sand so mit Richtung Dyrholaey, bis ein ganzer Strandabschnitt offenbar komplett kollabierte, inklusive eines Teils des Abhangs. Statt eines sanften Gefälles zeigen die Bilder und Videos nun eine harte, tiefe Abbruchkante direkt hinter den Warnschildern, und auf dem verbliebenen Grund rollen Steine in der Brandung.

Der Strand verändere sich immer wieder, aber so etwas habe er noch nicht erlebt, sagte Guðni Einarsson von Þórisholt in Mýrdal, einer der Landeigentümer, zu den Medien über die Entwicklung. Sand habe sich schon früher entlang der Küste hin und her bewegt, aber nicht in diesem Umfang. Ostwind nimmt auch nur Sand weg und bringt keinen, denn davor befindet sich die Felsnase des Reynisfjalls. Guðni Einarsson hofft nun darauf, dass der Wind dreht und Westwind den Sand früher oder später zurückträgt. 

Gefahr von Sneaker-Wellen besteht weiterhin

Reynisfjara ist berüchtigt für seine Sneaker-Wellen, die Leute von den Füßen reißen und aufs Meer hinausziehen können. Schon mehrfach kam es zu tödlichen Unglücken, weshalb dort überall Warnschilder stehen und Warnleuchten installiert sind. Durch die völlig neue Strandgestaltung hat sich auch die Gefahrensituation verändert, aber nicht zum Besseren. Guðni Einarssons Tochter Íris kündigte gegenüber mbl.is neue Schilder und Sicherheitsausrüstung für das Ufer an. Die Höhle Hálsanefshellir dürfte unter diesen Bedingungen auch nicht mehr zugänglich sein.

Mehr zu Reynisfjara:

 

Veröffentlicht unter Geologie, Island, Meer | Schreib einen Kommentar

Erdbebenschwarm vor Reykjanes – keine Anzeichen für Eruption

Eldey (Island). Seit Sonntag Mittag hat die Erde am äußersten Ende von Reykjanes mehr als 500 Mal gebebt – oft nur leicht, vier Mal aber auch stärker als 3. Das zeigen die Aufzeichnungen des isländischen Wetterdienstes (Veðurstofa). Der Erdbebenschwarm konzentrierte sich auf die Umgebung der Insel Eldey.  Gleichzeitig warten alle gespannt darauf, ob sich die Ausbruchsserie an der Kraterreihe Sundhnúksgígar fortsetzt, denn darunter haben sich inzwischen 21 Millionen Kubikmeter Magma angesammelt. Doch dort scheint es weiterhin ruhig.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Island, Meer, Vulkanismus/ Erdbeben | Schreib einen Kommentar

Januar 2026: Nuuk so warm wie Kopenhagen

Grönland. Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen und die grönländische Hauptstadt Nuuk hatten im Januar 2026 beide Durchschnittstemperaturen um den Gefrierpunkt – für erstere ungewöhnlich kalt, für letztere so warm wie noch nie. Für dänische Meteorologen im Prinzip durchaus ein bekanntes Phänomen: Sie nennen es die „Temperaturwippe“ – im Winter landen Dänemark und Grönland oft in gegensätzlichen Wettersystemen. Einen so warmen Januar an Grönlands Westküste gab es allerdings bisher nicht. Darüber berichteten Sermitsiaq und das dänische Meteorologische Institut (DMI) selbst.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Grönland, Klima | Schreib einen Kommentar

Trotz Eis-Rückzug: Eisbären auf Spitzbergen geht es gut

Spitzbergen (Norwegen). Das Meereis um Spitzbergen herum wird immer weniger, und auch in diesem Jahr wird der Isfjord voraussichtlich nicht zufrieren. Die Wissenschaftler des Norwegischen Polarinstituts untersuchen deshalb seit den 1990er Jahren jährlich Eisbären der Region, um zu sehen, wie sich diese Veränderung auf sie auswirkt. Und erlebten eine Überraschung: Anders als in ähnlichen Regionen geht es den Eisbären auf und um Spitzbergen weiterhin gut. Einer der Faktoren: Sie fressen inzwischen auch andere Beute. Die Studie dazu ist in den Scientific Reports von Nature erschienen.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Biologie, Meer, Norwegen, Spitzbergen | Schreib einen Kommentar

Kanadas Konsulat in Nuuk jetzt offiziell eingeweiht

Nuuk (Grönland). Kanada hat gestern sein neues Konsulat in Nuuk offiziell eingeweiht. Dazu reisten die kanadische Außenministerin Anita Anand und Generalgouverneurin Mary Simon an, aber auch eine große Delegation Inuit aus der kanadischen Region Nunavik. Darüber berichteten Sermitsiaq, KNR und CBC. Auch der neue französische Generalkonsul für Nuuk ist eingetroffen – ihm fehlt aber noch ein Büro. 

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Grönland, Kanada, Politik | Schreib einen Kommentar

Grönland: 76 Prozent sehen keinen Vorteil, Teil der USA zu sein

Grönland. Drei Viertel der grönländischen Bevölkerung sehen keine Vorteile darin, zu den USA zu gehören. Das ergab eine aktuelle Umfrage mit dem Fragebogen des Wahlanalytikers Sune Steffen Hansen für die Copenhagen Post, durchgeführt von Opinion Danmark A/S. Daraus berichtete auch Sermitsiaq. 

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Dänemark, Gesellschaft, Grönland, Militär, Politik, USA | Schreib einen Kommentar

Eis auf der Ostsee: Alle Eisbrecher werden gebraucht

Finnland/Schweden. Aufgrund der kalten Temperaturen ist das Eis auf der Ostsee in den vergangenen Tagen weiter schnell gewachsen. Finnland hat inzwischen sämtliche Eisbrecher im Dienst. Auch in Schweden wird voraussichtlich bald der letzte, Forschungseisbrecher Oden, eingesetzt. Mit 140 000 Quadratkilometern liegt schon jetzt mehr Eis als im Vorjahr (Maximum 85 000 km²) und 2024 (Maximum 135 000 km²).

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Finnland, Klima, Meer, Schweden | Schreib einen Kommentar

Heute eröffnet der Wintermarkt von Jokkmokk

Jokkmokk (Schweden). Das Wetter ist, wie es sich gehört zum Wintermarkt von Jokkmokk: kalt. Zur offiziellen Eröffnung heute Abend soll die Temperatur auf -20°C fallen. Morgen öffnen die Marktstände, Veranstaltungen laufen schon die ganze Woche. Zumindest einen Blick auf das Spektakel werfen kann man auch von zu Hause aus mit warmen Füßen: SVT überträgt am Samstag ab 12 Uhr „Renrajden“, den Zug der Rentiere, über den Markt.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Biologie, Film, Foto, Gesellschaft, Kunst, Musik, Outdoor, Sápmi, Schweden, Tourismus | Schreib einen Kommentar

Containerschiff-Strandung: Familie darf nach acht Monaten zurück

Trondheim (Norwegen). Erinnert sich noch jemand an das Frachtschiff, das bei Trondheim geradeaus auf Land gefahren war? Insbesondere für eine Anlieger-Familie hatte das große Folgen: Erst jetzt, acht Monate später, darf sie zurück in ihr Haus. Der Strand ist verschwunden, und das Ufer musste für 14 Millionen NOK gesichert werden. Darüber berichtete NRK.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Geologie, Gesellschaft, Meer, Norwegen | Schreib einen Kommentar

Wie Rovaniemi versucht, Airbnb zu beschränken

Rovaniemi (Finnland). Die Stadt Rovaniemi macht ernst in der Beschränkung der Airbnb- und anderen Kurzzeitvermietungen. Gegen zwei Wohnungsbesitzer wurde nun ein Bußgeld von 4500 Euro wegen illegaler Vermietung bekräftigt. Weitere Verfahren stehen an. Darüber berichtete Yle. Dabei ist die Vermietung über Airbnb weiterhin möglich, aber nicht für jeden überall.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Finnland, Gesellschaft, Tourismus | Schreib einen Kommentar