Isländer sollen am 29. August über EU-Verhandlungen entscheiden

Island. Soll Island die Verhandlungen für einen EU-Beitritt des Landes wieder aufnehmen oder nicht? Darüber können die Isländer am 29. August selbst  abstimmen. Das kündigte die Regierung gestern an. Das Parlament wird kommende Woche den entsprechenden Beschluss fassen. Darüber berichtete RÚV. 

Islands Außenministerin Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir

Das geplante Referendum ist noch keins zum endgültigen EU-Beitritt, sondern lediglich darüber, ob die Regierung dazu ermächtigt wird, die 2013 abgebrochenen Verhandlungen darüber wieder aufzunehmen. Dabei erwartet die Regierung, dass die EU auf die besondere Situation und Lage Islands eingehen und entsprechende Vereinbarungen akzeptieren wird. Außenministerin Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir von der Reformpartei (Viðreisn) betonte, sie werde niemals etwas unterschreiben, bei dem  das Land die Kontrolle über seine Naturressourcen abgebe. In einer möglichen Verhandlung sollte sofort über die schwierigen Themen gesprochen werden, damit man sehe, ob man sich in diesen einig werde. 

Chance für die Bevölkerung, sich zu äußern

In ihrem Antrag verweist die Außenministerin unter anderem darauf, dass die Bevölkerung beim ersten Anlauf zum EU-Beitritt keine Chance hatte, seine Auffassung direkt zu äußern. Dies solle nun korrigiert werden. 

Premierministerin Kristrún Frostadóttir sagte, es gehe darum, zu prüfen, was für Island möglich sei und welche Bedeutung das für Island habe. Dies sei eine Diskussion, die über Island gehangen habe. 

Wenn das Verhandlungsergebnis vorliegt, soll die Bevölkerung dann konkret darüber abstimmen, ob man unter diesen Bedingungen der EU beitreten will. 

Opposition hält nichts von Referendum und EU-Beitritt

Die drei Regierungsparteien, die sozialdemokratische Allianz (Samfylkingin), die liberale Reformpartei (Viðreisn) und die sozial eingestellte Partei des Volkes (Flokkur fólksins) sind sich in der Frage einig und haben ein Referendum zum EU-Beitritt in der Koalitionsvereinbarung festgelegt. 

Vertreter der Oppositionsparteien (Unabhängigkeitspartei/Sjálfstæðisflokkurinn, Fortschrittspartei/Framsóknarflokkurinn und Zentrumspartei/ Miðflokkurinn) haben sich bisher negativ zum Referendum geäußert, weil sie auch negativ gegenüber einem EU-Beitritt sind.

Umfrage: Bevölkerung ist für Referendum

In einer neuen Umfrage von Gallup sprachen sich 57 Prozent für und 30 Prozent gegen ein Referendum zum EU-Beitritt aus, 12 Prozent waren unentschieden. Dabei würde nicht alle Befürworter des Referendums auch für die Wiederaufnahme der Verhandlungen stimmen (nur 52 Prozent), 48 Prozent würden  dagegen stimmen. Nur 31 Prozent sind allerdings ganz sicher dafür, während 34 Prozent überzeugt dagegen sind.

Früherer Artikel zum Thema: Island: Referendum zu EU spätestens 2027 – oder früher?

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Hohe Lawinengefahr – eine Person im Narvikfjell vermisst

Narvik (Norwegen). Ein Person ist am Nachmittag im Fjell bei Narvik von einer Lawine verschüttet worden und wird immer noch vermisst. Das meldete die Polizei Nordland.  Hubschrauber waren im Einsatz, konnten wegen des schlechten Wettes aber keine Suchmannschaften absetzen, Wegen der fortgesetzten Lawinengefahr konnten Rettungskräfte aber auch nicht zu Fuß ins Gebiet. Die vermisste Person war mit zwei anderen unterwegs, die sich retten konnten, es handelt sich nach bisherigen Informationen um ausländische Touristen. Die Lawine ging am Tverfjell ab, im Gebiet Helligvatnet zwischen Beisfjord und der schwedischen Grenze. Die Suche soll morgen bei Tageslicht fortgesetzt werden.

Die Lawinengefahr in Troms und Nordland ist aktuell hoch. 

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Finnmarksløpet 2026 startet mit Plusgraden

Alta (Norwegen). Heute ab 12 Uhr starten in Alta die Teilnehmer der längsten Distanz des Finnmarksløpet, Europas längstem Schlittenhunderennen mit diesmal 1139 Kilometern. Die Bedingungen sind nicht optimal: Es sind Plusgrade und Schneeregen angesagt. Morgen starten die Teilnehmer auf den kürzeren Strecken. Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Rennverlauf zu verfolgen. Das GPS-Tracking ist in diesem Jahr allerdings erstmals kostenpflichtig. Über das Rennen berichtet auch NRK.

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Doppelter Eissauna-Rekordbau in und bei Oulu

Oulu/Oulainen (Finnland). Wer hat die größte Eissauna? Auf diesen Titel im Guinness-Buch der Rekorde hatten es gleich zwei Projekte abgesehen, die nur 100 Kilometer voneinander entfernt entstanden und lange nichts voneinander wussten: Eins in Oulu und eins am See Piipsjärvi bei Oulainen. Die Oulu-Sauna besteht dabei aus den Eisblöcken, die aus dem Fluss gesägt wurden, um ein Becken für die Winterschwimmer-Weltmeisterschaft zu erhalten.  Darüber berichtete Yle, wo es auch Videos aus den Eissaunen gibt. 

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Auf Spitzbergen leben Menschen aus 66 Ländern

Spitzbergen (Norwegen). Auf Spitzbergen leben aktuell 2904 Menschen aus 66 Ländern, meldete das norwegische Statistikamt SSB. Davon haben 1598 die norwegische Staatsbürgerschaft. Ihr Anteil ist gegenüber dem Vorjahr nicht gestiegen. Das Ziel der norwegischen Regierung, Longyearbyen „norwegisch“ zu halten, scheint sich nicht so einfach zu erfüllen. Darüber berichtete auch Svalbardposten.

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Grönland: Wenn es dem Polardorsch zu warm wird

Grönland. Der Polardorsch, Boreogadus saida, ist für seinen Lebenszyklus von Eis und kaltem Wasser abhängig. Ein Forscherteam des grönländischen Naturinstituts (Pinngortitaleriffik) hat dessen Entwicklung vor West- und Ostgrönland in den vergangenen 30 Jahren verfolgt: Der Bestand schrumpft, und er zieht nach Norden. Diese Veränderung sei schneller geschehen als erwartet. Die Studie „Decline and northward shift in Arctic cod distribution associated with the changing climate around Greenland“ ist in Arctic Science erschienen. 

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Norwegen: Mehr Kontrolle beim Nordlichttourismus

Nordnorwegen. Die Nordlichtsaison hält noch ein paar Wochen an, dann wird es zu hell. Noch ein paar Wochen Saison auch für diejenigen, die die Suche nach dem faszinierenden Himmelslicht zu ihrem Geschäft gemacht haben. Seit Herbst kontrollieren Polizei und Aufsichtsbehörde in Nordnorwegen Akteure im Nordlichttourismus. 17 Personen aus Asien wurden bisher wegen fehlender Genehmigungen ausgewiesen. Darüber berichtete NRK.

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Neue Bilder in der Galerie: Kulturhauptstadt Oulu

Kauppahalli und Toripoliisi bei Nacht

Oulu in Finnland ist gerade eine der beiden europäischen Kulturhauptstädte und hat deshalb zurzeit besonders viele Veranstaltungen zu bieten. Außerdem ist es eine Stadt mit viel Wasser, das um diese Jahreszeit dick zugefroren ist, aber nicht alles. Aktuelle Fotos aus Oulu seht ihr diesen Monat in der neuen Galerie. 

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Island: Referendum zu EU spätestens 2027 – oder früher?

Island. Will Island jetzt schnell in die EU? Darüber schrieben jüngst mehrere internationale Medien. Fakt ist: In der Koalitionsvereinbarung ist festgelegt, dass es nicht später als 2027 eine Referendum zu dieser Frage in Island geben soll. Wie Premierministerin Kristrún Frostadóttir erklärte, gehe es aber nicht um eine Mitgliedschaft um jeden Preis. Islands besondere Lage müsse berücksichtigt werden. Darüber berichteten RÚV und mbl.is.

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Start-up Lyten hat Northvolt in Schweden übernommen

Skellefteå (Schweden). Das US-amerikanische Batterie-Start-up Lyten ist nun Eigentümer des einst viel größeren, aber gestrandeten Batterieriesen Northvolt in Schweden. Zum Kauf gehören sowohl die Fabrik in Skellefteå (Northvolt Ett) als auch die Forschungseinrichtung in Västerås. Das berichteten unter anderem SVT und Dagens Nyheter (DN). Die Northvolt-Anlage in Polen gehört Lyten bereits. Wie es mit dem deutschen Northvolt-Standort in Heide weitergeht, bleibt noch unklar.

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