Jokkmokk (Schweden). Das britische Unternehmen Beowulf, das in Kallak bei Jokkmokk eine Erzgrube eröffnen wollte, hat den Handel mit seinen Aktien gestoppt. Anlass ist eine geplatzte Finanzierung nach einer längeren Prüfung bei der schwedischen Inspektion für strategische Produkte, ISP. Darüber berichtete unter anderem SVT.
Es ist nun 4,5 Jahre her, dass die damalige schwedische Regierung grünes Licht für die weitere Planung des Erzabbaus in Kallak/Gallók gab. Doch bis heute ist die Umweltprüfung noch nicht einmal beantragt. Seit längerem ist bekannt, dass es dem Unternehmen an finanziellen Mitteln fehlt, um das Projekt weiter zu entwickeln, und laut SVT wurden dieses Jahr bereits Zahlungen ausgesetzt. Nun hat sich die Lage verschärft: Investur Bacchus Capital hatte eine Investitionszusage gemacht, die aber nur bis zum 30. September galt. Da es sich um eine Firma von außerhalb der EU handelt, musste diese von der Inspektion für strategische Produkte, ISP, geprüft werden. Diese Prüfung war noch nicht abgeschlossen, als die Finanzierungsfrist auslief und nicht verlängert wurde.
Mehrere ungünstige Faktoren
Beowulf und seine schwedische Tochterfirma Jokkmokk Iron Mining sind Prospektierungsfirmen, die zwar ein Projekt entwickeln können, aber nicht über ausreichend Kapital verfügen, um den Abbau wirklich in Gang zu setzen. Im Fall des Kallak-Projektes treffen mehrere ungünstige Faktoren zusammen, die sich auch negativ auf die Motivation von finanzkräftigen Investoren auswirken dürften:
- Vor der Anreicherung vergleichsweise niedriger Erzgehalt, es muss alsoviel Gestein abgebaut werden
- Logistische Herausforderung des Abtransports – unter anderem schmale Straße zur Inlandsbahn, Inlandsbahn nicht ausreichend gerüstet, Erzbahn nach Narvik am Limit
- Preise auf dem Weltmarkt nicht ermutigend
- Starker lokaler Widerstand
Gestern meldete Beowulf nun den selbstgewählten Handelsstopp für seine Aktien angesichts der aktuellen Finanzlage.
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