Reykjavík (Island). Vorige Woche wurde die „Bandero“, das Schiff der Anti-Walfang-Organisation Captain Paul Watson Foundation, von der isländischen Küstenwache festgesetzt. Alle 21 Crewmitglieder sollen nun ausgewiesen werden. Wie RÚV und mbl.is berichten, kann das allerdings dauern. Paul Watson war nicht selbst an Bord.

Bandero (weiß) zwischen dem Küstenwachschiff Freyja (links) und unbekannten Kriegsschiffen im Hafen Sundabakki in Reykjavík. Foto Captain Paul Watson Foundation
Wie die Polizei mitteilte, haben alle Crewmitglieder eine Ausweisung erhalten. Staatsbürger der EU/ des EWR dürfen außerdem zwei Jahre lang nicht mehr nach Island einreisen. Bei Crewmitgliedern aus Ländern außerhalb der EU/des EWR gilt das Einreiseverbot für den gesamten Schengenraum. Die Umsetzung könne allerdings Tage bis sogar Wochen dauern, meldeten gestern isländische Medien. Begründet wird dies damit, dass die Crew aus ganz unterschiedlichen Ländern komme. Im Video der Captain Paul Watson Foundation stellen sich einige selbst vor – aus den USA, Frankreich, Belgien, der Karibik und Australien. Sie dürfen inzwischen das Schiff verlassen, müssen aber im Umkreis von Reykjavík bleiben und sich regelmäßig bei der Polizei melden.
Dokumente nur auf Isländisch
Die Crewmitglieder bemängeln das Verfahren der isländischen Polzei: Ihnen seien ihre Pässe und Geräte abgenommen worden, sie hätten vor dem Verhör keinen Kontakt zur ihrem rechtlichen Beistand haben dürfen, der Ausweisungsbeschluss sei ihnen nur auf Isländisch, ohne Übersetzung vorgelegt worden. Was aus dem Schiff „Bandero“ wird, ist aktuell unklar.
Die Captain Paul Watson Foundation veröffentlichte Beiträge in den Sozialen Medien, wonach die „Operation 86“ trotz der Festsetzung kein Misserfolg gewesen sei: Man habe den Walfang verlangsamt und Aufmerksamkeit dafür geschaffen.
Der Walfang geht weiter
Der Walfang geht allerdings weiter. Wie die Organisation Hard to port berichtet, die die Aktivitäten in der Anlandestation im Hvalfjörður beobachtet, wurde das Gebiet nun noch weiträumiger abgesperrt, sodass eine Einsicht nicht mehr möglich ist. Hard to port hatte in der Vergangenheit dokumentiert, dass es teilweise mehrere Harpunen brauchte, bis der Wal starb, und dass unter den getöteten Walen auch weibliche Tiere mit weit entwickelten Föten waren. Auch in diesem Jahr wurden solche Fälle beobachtet. Bisher sind mehr als 30 Finnwale erlegt worden.
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