Widerøe streicht 4000 Flüge im Jahr

Norwegen. Die Fluggesellschaft Widerøe, die das norwegische Kurzbahnnetz bedient, streicht 4000 Flüge im Jahr aus wirtschaftlichen Gründen. Besonders betroffen davon ist Nordnorwegen, wo es praktisch keine Alternativen gibt. Ab dem 4. Mai soll der geschrumpfte Fahrplan gelten.

Widerøe

Widerøe-Maschine im Landeanflug auf Bodø.

Es ist nicht das erste Mal, dass Widerøe die hohe Abgabenlast beklagt. Dazu gehören eine CO2-Steuer und eine Passagierabgabe.  Weitere Gründe für die schlechte Situation seien die schwache norwegische Krone und die allgemeine Entwicklung auf dem Markt in Norwegen. Die Fluggesellschaft bedient mit vergleichsweise kleinen Maschinen jene Orte, die nur eine kurze Startbahn haben, so wie Svolvær und Leknes auf den Lofoten oder Orte an der Nordküste wie Mehamn, Berlevåg und Hammerfest.  Teilweise sind diese Strecken staatlich bezuschusst, da sie sonst nicht bedient würden und es sonst kein einziges schnelles öffentliches Verkehrsmittel dort gäbe. Das norwegische Bahnnetz endet bekanntlich am Polarkreis.

Streichung von 15 Prozent des kommerziellen Angebotes

Die Strecken und die einzelnen Abgänge, die Widerøe  nun streicht, gehören alle zu denen, die ohne jeden Zuschuss geflogen werden.  Insgesamt sind es 15 Prozent des kommerziellen Angebotes. Man sei sich der Folgen für die dünn besiedelten Gebiete bewusst, habe aber keine andere Wahl, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens. Gegenüber NRK sagte die Pressesprecherin, eine Senkung der Abgabenlast um 65 Kronen pro Passagier hätte die Verbindungen retten können. Es sei aber nicht möglich gewesen, diese einfach auf den Flugpreis aufzuschlagen: Die Flüge dürften nicht zu teuer sein, sonst falle ein Teil der Passagiere weg.

Welche Folgen hat das ausgedünnte Netz für die Menschen?

Seit der Bekanntgabe dieser Entscheidung am Montag wird ins ganz Nordnorwegen über mögliche Folgen diskutiert. Der ausgedünnte Fahrplan könne beispielsweise für jene zu einem Problem werden, die aus der Finnmark zur Untersuchung ins Universitätskrankenhaus Tromsø müssen. Die Krankenhäuser in Kirkenes und Hammerfest sind nicht so umfassend ausgestattet wie Tromsø. Ein Fahrt dorthin könnte dann häufiger  eine Übernachtung bedeuten, ob sie nun den Bus nehmen oder auf die verbliebenen Flüge umsteigen.

Evenes

Flughafen Harstad/ Narvik in Evenes

Komplett gestrichen wird die Verbindung von Evenes, dem Flughafen für Narvik und Harstad, nach Bodø. Diese Verbindung zwischen den großen Zentren des Fylke Nordland dauert durch die Luft nur 30 Minuten. Mit dem Bus sind es sechs Stunden, mit dem Auto kaum weniger – wenn die Fähre fährt und alle Pässe geöffnet sind. Auch die Verbindung Evenes-Andenes fällt komplett weg. Regionalpolitiker aus Nordnorwegen fordern nun, dass mehr Strecken staatlich bezuschusst werden, damit für die Bürger ein funktionsfähiges Angebot erhalten bleibt.

Widerøe hat aktuell das Monopol auf dem Kurzbahnnetz. Das war nicht immer so: Im Jahr 2017 versuchte der ehemalige Widerøe -Pilot Ola Giæver mit einer eigenen Fluggesellschaft, FlyViking, eine für die Bürger kostengünstige Alternative zu bieten. Nach nur neun Monaten musste er aufgeben, weil die Einnahmen zu gering waren.

Frühere Artikel zum Thema:

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Der nördlichste Michelinstern geht wieder nach Island

Der Polarkreis ist immer noch eine große Hürde, kulinarisch gesehen. Der nördlichste Michelinstern 2020 ging an das Dill in Reykjavík. Die Auszeichnungen des Michelin Guide Nordic Countries wurden gestern in Trondheim bekannt gegeben. Dabei kam auch Trondheim gut weg.

Bankastræti

Reykjavík (hier Bankastræti) hat nun wieder ein Sterne-Restaurant.

Kulinarischer Höhepunkt im Nordatlantik bleibt das „Koks“ auf den Färöer mit Chefkoch Poul Andrias Ziska. Es konnte seine zwei Sterne verteidigen und bekam außerdem das neue Label „nachhaltig“. Vielleicht hilft das Inhaber Gist &Vist bei der Umsetzung der neuen Pläne: Das Restaurant ist nämlich nur mit Ausnahmegenehmigung in den geschichtsträchtigen Gebäuden in Leynavatn. Gist &Vist würde gerne neu bauen, an der Schlucht Fossdalsgjógv. Noch sind diese Pläne allerdings nicht genehmigt. Der Umzug ist für 2022 vorgesehen.

Auch „Dill“ in Reykjavík hatte einen Ruf zu wahren. Gunnar Karl Gíslason, Koch und Eigentümer, hatte schon einmal mit einem Restaurant desselben Namens in Reykjavík einen Michelinstern erhalten. Dann war er jedoch in die USA ausgewandert, der Nachfolger konnte das Niveau nicht ganz halten. Mit dem Neustart an einem neuen Standort, Laugavegur 59, brachte der zurückgekehrte Gunnar Karl Gíslason den Namen zurück in die Sterneliga.

Drei Sternerestaurants in Trondheim

In Trondheim feierten aber nicht nur Auswärtige Erfolge. Jonas André Nâvik’s Fagn und Heidi Bjerkans Credo konnten ihre Sterne behalten und haben mit dem Speilsalen im Hotel Britannia noch Gesellschft bekommen.

Schwedens nördlichstes Sternerestaurant in Fäviken nahe Åre ist diesmal nicht mehr auf der Liste: Chefkoch Magnus Nilsson, der den ungewöhnlichen Standort mitten in den Bergen in zehn Jahren entwickelt hatte, hat Fäviken verlassen. Die Eigentümer wollen das Konzept nicht mit einem Ersatz fortsetzen und vermieten die Anlage nur noch privat.

Im Guide Michelin Nordic Countries sind Empfehlungen für Dänemark inklusive Färöer, Norwegen, Schweden, Finnland und Island aufgeführt.

Früherer Artikel zum Thema: Färöer: Zweiter Michelin-Stern für Restaurant Koks

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