Norwegen: Schiffstunnel-Projekt muss schrumpfen

Norwegen. Es ist ein Riesenprojekt, über das schon international berichtet wurde: der geplante Schiffstunnel unter der Halbinsel Stadlandet, mit der auch große Schiffe eine besonders windige Ecke Norwegens umgehen könnten. Er wird aber teurer als geplant – und nun zeigt sich: Einer der potentiellen Nutzer, Hurtigruten, will gar nicht durch den Tunnel fahren. Darüber berichtete NRK.

Schiffstunnel Stad

Projekt auf der Kippe? Ansicht der Einfahrt zum geplanten Schiffstunnel in Stad bei Kjøde. Quelle: Kystverket/Snøhetta

Eine Schiffstour an der norwegischen Küste kann erstaunlich friedlich sein – im Schutz von Inseln, die vor Seegang und allzu heftigem Wind schützen. Keinen Schutz gibt es vor Stad, einem Küstenabschnitt ein Stück südlich von Ålesund, der als einer der gefährlichsten Norwegens gilt. Zum einen weht der Wind dort besonders oft stark, zum anderen treffen sich dort Strömungen und bauen besonders hohe Wellen auf. Schiffe bekommen dort oft Probleme. Selbst so mancher Hurtigruten-Fahrgast kann sich an die unruhige Ecke erinnern.

Eine Lösung dafür wird seit Jahren diskutiert: ein Tunnel an der engsten Stelle der Halbinsel Stadlandet, den selbst große Schiffe nutzen können. Der Schiffsverkehr soll dadurch sicherer und berechenbarer werden, für einige würde der Weg dadurch auch kürzer.  Im norwegischen nationalen Transportplan 2018-2029 wurde er mit aufgenommen und sollte eigentlich komplett finanziert werden.

Schiffstunnel Karte

Verlauf der Schiffahrtswege mit und ohne Tunnel. Quelle: Kystverket/appex

Im Mai erhielt die Regierung nun ein externes Gutachten zum Tunnelprojekt als Teil der Vorplanung und teilte mit, dies müsse nun erst einmal ausgewertet werden. Im jüngsten Haushaltsentwurf ist keine einzige Krone dafür vorgesehen,  wie NRK meldete, was die örtlichen Interessenten sehr erboste. Ein Grund: Die Kosten für die ursprünglich vorgesehene große Version von 2,6 Milliarden norwegischen Kronen lieger eher bei  3,3 Milliarden Kronen (umgerechnet 350 Millionen Euro). Der wirtschaftliche Nutzen sei nicht so groß wie vorgesehen. Nun sollen die Kosten runter – möglicherweise auch durch Verkleinerung des Projektes.

Gegenüber NRK äußerte ein Vertreter des norwegischen Reedereiverbandes, er halte das Projekt für unnütz. Das Problem: Das langsame Manövrieren in den engen Fjord kostet Zeit, außerdem muss man möglicherweise warten, bis der Tunnel frei ist.

Für große Schiffe kostet der Tunnel zu viel Zeit

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Mit ähnlichen Argumenten erklärte nun auch die Reederei Hurtigruten, dass man nicht beabsichtige, den Tunnel zu nutzen. Hurtigruten-Schiffe passieren den Abschnitt auf dem Weg von Bergen nach Kirkenes und zurück – täglich eins nach Norden, eins nach Süden.  Der Hurtigruten -Pressesprecher nannte „weniger als eine Handvoll Fälle im Jahr“, wo man das Wetter dafür für zu schlecht hielt. Neben dem Umweg und der zeitraubenden Navigation im Fjord sah Hurtigruten auch die Sicherheitsprobleme in dem 1700 Meter langen Tunnel für ein Schiff mit vielen Passagieren nicht gelöst.

Die Projektleiterin erklärte dazu, der Tunnel werde nicht für Hurtigruten gebaut, den meisten Nutzen davon werde die regionale Wirtschaft haben. Auch der Fylkesvorsitzende von Trøndelag betonte  bei NRK noch einmal die Notwendigkeit einer wetterunabhängigen Durchfahrt, beispielsweise für die Fischerei. Zielgruppe sind also eher kleinere und mittlere Schiffe, die durch den Tunnel eventuell sogar ihre Strecke abkürzen können. Noch hält der zuständige Minister auch an dem Projekt fest – sofern sich die Kosten senken lassen. Baubeginn soll 2022 sein.

Maße Schiffstunnel Stad

Der Kanal soll 26,5 Meter breit werden. Vom Grund bis zum Dach sollen es 49 Meter sein. Quelle: Kystverket/appex

In der Vermarktung des Tunnels war Hurtigruten anfangs immer wieder als potentieller Nutzer genannt worden, musste aber später von den Bildern entfernt werden. Hurtigruten wird, wie berichtet, nach der Neuausschreibung ab 2021 noch sieben von elf täglichen Abfahren auf der öffentlich bezuschussten sogenannten Küstenroute von Bergen nach Kirkenes bedienen, die anderen viel wurden der Reederei Havila zugeteilt. Hurtigrouten hat bereits erklärt, weiter täglich an der Küste unterwegs sein zu wollen. Diese rein touristischen Fahrten außerhalb des öffentlichen Auftrags werden allerdings einen etwas anderen Fahrplan haben und nicht jeden Ort anlaufen.

So war der Schiffstunnel ursprünglich geplant:

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Neues Buch von Ragnar Axelsson: Ein Gletscher-Portrait

Island. Der isländische Fotograf Ragnar Axelsson wurde mit eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Portraits von Menschen aus dem hohen Norden bekannt. Sein neuestes Buch ist ebenfalls ein Portrait: das eines Gletschers, „Jökull“. Wer gerade auf Island ist, kann sich die Bilder bis zum 30. November in der Galerie Ásmundarsalur nahe der Hallgrímskirkja in Reykjavík ansehen. Einen kleinen Eindruck davon bekommt man auch im Internet.

Jökull Glacier Gletscher

„Jökull“ von Ragnar Axelsson, Cover der isländischen Ausgabe

Ragnar Axelsson, Jahrgang 1958, dürfte der bekannteste Fotograf Islands sein – nicht nur wegen seiner Tätigkeit für die Tageszeitung Morgunblaðið als „RAX“. Seine Fotodokumentationen, meist in Schwarz-Weiß, sind praktisch das Gegenteil der inszenierten Instagram-Shots, die für manche Reisende immer wichtiger zu werden scheinen. Er porträtierte Menschen auf Island, den Färöer und Grönland (Andlit Norðursins: Ísland, Færeyjar, Grænland, deutscher Titel: Die Seele des Nordens. Island, Färöer, Grönland) und begleitete die  Inuit auch bei der traditionellen Jagd, die immer schwieriger wird, weil das Klima sich ändert (Veiðimenn norðursins, deutscher Titel: Die letzten Jäger der Arktis).

Faszination Gletscher

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Im Interview mit RÚV berichtet Ragnar Axelsson von seinem ersten Flug über den Gletscher – im Alter von sieben Jahren, in einer Douglas DC3. Später flog er selbst. „Jökull“ (englische Ausgabe unter dem Titel „Glacier“) ist das Portrait isländischer Gletscher von oben und deren Bewegung – irgendwann endet der vor vielleicht 1000 Jahre gefallene und zu Eis gewordene Schnee wieder im Meer und der Kreislauf beginnt von vorn. Die wenigsten Menschen haben jemals die Chance, einen Gletscher aus dieser Perspektive und mit diesen Details zu sehen – zum Beispiel den Einbruch durch einen Schmelzkessel. Andere Bilder ähneln eher abstrakten Bleistiftzeichnungen als Naturfotografie. Nur wenige kleine Menschen bieten sich als Größenvergleich an.

Die Veränderungen im hohen Norden festhalten

Ragnar Axelsson

Ragnar Axelsson alias RAX. Foto Bieniecki Piotr, fototeo.pl, CC BY-SA 4.0

Im Interview mit Morgunblaðið verrät Ragnar Axelsson auch einiges über die Entstehung der Bilder. Keines davon ist mit einer Drohne gemacht – meist seien sie zu zweit im Flugzeug unterwegs gewesen, sodass er in Ruhe sein Motiv komponieren konnte. Und er rät dem Betrachter, die Buchseiten nicht zu schnell umzublättern, um all die versteckten Figuren zu finden.

Islands Gletscher sind vom Klimawandel ebenso bedroht wie die Jagdkultur der Inuit, die „RAX“ porträtiert hat. Die Veränderungen festzuhalten und auf das Thema aufmerksam zu machen, sieht er auch als seine Aufgabe an: “ Wir haben nur ein Zuhause, und das ist die Erde“.  Das nächste Buch ist schon in Arbeit: Darin soll es um grönländische Schlittenhunde gehen.

Jökull/Glacier hat 200 Seiten mit insgesamt 140 Schwarz-Weiß-Aufnahmen und ist direkt bei der Ausstellung in Island oder über FAM-Publishing erhältlich. Preis: 114 Euro.

Mehr zu Islands Gletschern:

Ragnar Axelsson fotografiert mit Canon und Leica. Hier testete er eine Leica-Kamera, gibt jedoch auch einen Einblick in seine Einstellung und seine Arbeit:

Ragnar Axelsson – Around Iceland in 80 hours. A Leica portrait from Leica Camera on Vimeo.

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50 000 Soldaten zum NATO-Manöver Trident Juncture in Norwegen

Norwegen. Wer gerade in Norwegen unterwegs ist, hat gute Chancen, auf Militärkolonnen zu stoßen. Am Donnerstag, 25. Oktober beginnt im Trøndelag und angrenzenden Gebieten die NATO-Übung Trident Juncture mit 50 000 Teilnehmern aus den Mitgliedsländern sowie Schweden und Finnland. Es ist das größte Manöver der NATO seit Auflösung der Sowjetunion.

F 16

F 16 unterwegs

Schon bevor Trident Juncture startet, bei der die multinationalen Teilnehmer mit Waffengattungen an Land, zur See und in der Luft einen Bündnisfall simulieren werden, proben amerikanische Soldaten bereits auf Island und in Troms/ Nordnorwegen. Letzteres liegt deutlich näher an der Grenze zu Russland als das Gebiet der Hauptübung. Dieses Manöver, Northern Screen, ist offiziell nicht Teil von Trident Juncture.  Daran nimmt auch der atomgetriebene Flugzeugträger Harry S. Truman teil.  Laut Business Insider war die USS America 1991 der letzte Flugzeugträger bei einem Manöver jenseits des Polarkreises, kurz vor Auflösung der Sowjetunion.

Zu den Teilnehmern gehören auch jene amerikanischen Soldaten, die seit kurzem in Norwegen stationiert sind. Norwegen erlaubt inzwischen insgesamt 700 amerikanische Soldaten, verteilt auf die Stützpunkte in  Værnes (Trøndelag) und Setermoen (Troms).

Am 30. Oktober ist als Teil der Übung ein „Strenght Demonstration Day“ vor Byneset in Trondheim geplant, wo vor den Augen der NATO-Führung, wichtigen militärischem und politischem Personal sowie der Presse zwölf verschiedene Szenarios vorgeführt werden.

Auch Schweden, Finnland und Island beteiligt

Bei Trident Juncture werden je nach Quelle 150 oder 250 Flugzeuge, 65 Schiffe und bis zu 10 000 Fahrzeuge an Land unterwegs sein. Der Radius der Übung erstreckt sich bis nach Schweden und Finnland sowie über Nordatlantik und Ostsee. Am Freitag sind bereits 18 amerikanische F 16 auf dem schwedischen Luftwaffenstützpunkt in Luleå gelandet und werden von dort aus teilnehmen. Der finnische Luftwaffenstützpunkt in Rovaniemi wird amerikanische und belgische Fliegereinheiten beherbergen.

Nach der Hauptübung (Livex) vom 25. Oktober bis zum 7. November folgt noch eine Stabsübung vom 14. bis 23. November im Joint Warfare Centre  in Stavanger.

Demo in Trondheim gegen Manöver

Das massive Aufgebot wird nicht ohne Nebenwirkungen bleiben: Landwirte fürchten Bodenschäden, Kirchen haben bereits erklärt, wegen des erwarteten Lärms an bestimmten Tagen keine Beerdigungen abzuhalten. Andere halten diese Großübung für eine nicht dem Frieden dienliche Provokation, gestern wurde in Trondheim gegen das Manöver demonstriert.

Proteste gab es auch auf Island, wo amerikanische Soldaten im Þjórsárdalur ohne Munition den Umgang mit dem kalten Klima übten – auch deshalb, weil dort erst vor kurzem kleine Birken angepflanzt worden waren.

Mehr zur NATO im Norden: Der unsinkbare Flugzeugträger Island

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Nordische Filmtage: Programm jetzt komplett online

Lübeck. Das komplette Programm der Nordischen Filmtage Lübeck ist nun online. Das genaue Studium lohnt sich – immerhin hat man die Auswahl unter 199 Titeln in den verschiedensten Genres. Karten gibt es ab dem 27. Oktober online und vor Ort. Die Filmtage finden vom 30. Oktober bis zum 4. November statt.

Utøya 22 Juli

Auf der Flucht vor dem Mann mit Waffe. Szene aus Utøya 22 Juli. Foto Agnete Brun

Der Film Utøya 22.Juli des Norwegers Erik Poppe dürfte der bekannteste Film des Festivals sein – dort bekommt man ihn auf Norwegisch mit deutschen Untertiteln zu sehen. Diese Aufarbeitung des Breivik-Attentats von 2011 konzentriert sich auf die Perspektive der Opfer. Poppe ist eigentlich Dokumentarfilmer und begleitete seinen Freund, den norwegischen Sozialmediziner und Vordenker Per Fugelli im Endstadium seiner Krebserkrankung. Auch dieser Film ist in Lübeck zu sehen.

Ingmar Bergman und Astrid Lindgren

Das Bild von Schweden haben Ingmar Bergmann und Astrid Lindgren entscheidend mitgeprägt. Pernille Fischer Christensen bringt nun in Unge Astrid die Jugend- und frühe Erwachsenenphase der Schriftstellerin auf die Leinwand.  Von Ingmar Bergman, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, sind die eher unbekannten Filme Hafenstadt , Aus dem Leben der Marionetten und die Berührung zu sehen – letzteres inklusive eines Blickes hinter die Kulissen.

Es gibt außerdem gleich mehrere Filme über Bergman, einer davon von seinem Freund, dem  Finnlandschweden Jörn Donner.  Donner kommt auch selbst als Gast nach Lübeck und hat noch einen zweiten Film dabei: Anfang der 1970er Jahre befragte er seine finnischen Landsleute – nun hat er dasselbe in Fuck Off 2 im heutigen Finnland wiederholt.

Menschen-Portraits aus dem hohen Norden

690 Vopnafjörður

690 Vopnafjörður. Foro Ziegler und Sigurðardóttir.

Weniger prominente, aber interessante Dokumentarfilme für Freunde des hohen Nordens:  690 Vopnafjörður zum Beispiel über einen abgelegenen Ort auf Island, Das Meer – Liebe an Bord über ein Fischerpaar auf den Färöer, Maj Doris über die samische Künstlerin Maj Doris Rimpi, die abgelegen in Nordschweden wohnt, inklusive Rentiere.  Aus dem 100 Jahre unabhängigen Island kommt außerdem ein Rückblick auf die Zeit des Kalten Krieges und den NATO-Stützpunkt auf der Insel: Iceland Defence Force – Vorposten des Kalten Krieges.

Ein wichtiges soziales Thema greift die  Regisseurin Guðrún Ragnarsdóttir in fiktionaler Form auf: „Sommerkinder“ berichtet von der Heimerziehung auf Island in den 1960er Jahren aus der Perspektive der Kinder – alles andere als eine Idylle. Doch die findigen (und sehr jungen) Protagonisten bleiben optimistisch.

Fulldome-Kino mit viel Natur

Es lohnt aber auch der Weg ins 360-Grad Kino am Klingenberg, wo man sich von der ISS in die Ostsee, nach Spitzbergen zum Kampf gegen Plastikmüll, nach Grönland mit schönen Bildern, mehr Grönland, mit Fokus auf Gletscherschmelze,  ins Polarmeer und weiter in die Tiefsee begeben kann.

Und wer sich zum Schluss noch auf die Grenze zum rätselhaft-Unheimlichen bewegen möchte: Ali Abbasis in Cannes preisgekrönte Verfilmung der Erzählung „Gräns“ von John Ajvide Lindqvist ist in Lübeck ebenfalls zu sehen.

Mehr zu den Nordischen Filmtagen:

Mehr zu den aktuellen Utøya-Filmen: Das Massaker von Utøya im Film

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1500 Tonnen Walfleisch unterwegs nach Japan

Island. Das Frachtschiff Winter Bay unter der Flagge des Karibikstaates St. Kitts and Nevis hat am vergangene Samstag vom isländischen Hafnarfjörður aus eine lange Fahrt angetreten. Ziel ist das japanische Sendai, der Weg soll durch die Nordostpassage führen. An Bord: fast 1500 Tonnen tiefgekühltes Finnwal-Fleisch und Produkte daraus. Das berichtete Morgunblaðið.

Wal

In der Walfangstation, hier der Hybridwal. Foto hard to port

Damit schickt Islands letzter Walfang-Reeder Kristján Loftsson einen Teil der Beute der vergangenen Saison in das praktisch einzige Land, in dem Finnwal überhaupt konsumiert wird. Allerdings hatte er in der Vergangenheit schon Probleme mit den dortigen Einfuhrvorschriften. Diese sollen allerdings wieder gelockert worden sein. Da normale Reedereien keine Aufträge für Walfleisch-Transport übernehmen, muss Loftsson dies auch selbst organisieren. Die Winter Bay ist nicht zum ersten Mal auf seine Rechnung unterwegs. Da Finnwal-Fleisch gegen das Artenschutzabkommen verstößt, ist auch die Auswahl an Häfen begrenzt. Da ist es praktisch, dass die Route durch die Nordostpassage kürzer ist als südliche Routen. Loftssons Reederei Hvalur erlegte in der vergangenen Saison 144 Finnwale und zwei Finnwal-Blauwal-Hybriden. Es war die letzte Jagd unter der alten Lizenz. Ob und in welcher Form Walfang die kommenden Jahre noch stattfinden wird, muss nun politisch entschieden werden.

Sea-Shepherd-Ableger auf Island

Die Organisation Sea Shepherd hatte im Sommer den Walfang beobachtet, aber nicht eingegriffen – anders als 1986, als die Aktivisten zwei unbemannte Walfangschiffe im Hafen versenkten. Sea-Shepherd-Gründer Paul Watson erklärte dies im Juni mit Strategie: Die öffentliche Meinung in Island habe sich bereits sehr geändert und werde sich mit den neuen Generationen weiter ändern. Er rechne auch damit, dass niemand Loftsson nachfolgt. Diesen Prozess will nun die am Dienstag gegründete Niederlassung Sea Shepherd Iceland gerne mit beeinflussen. Dabei gehe es nicht nur um Wale, sondern um das gesammte marine Ökosystem, heißt es auf der Facebookseite der noch jungen Organisation.

Preis für Kristján Loftsson

Dass nicht nur alte Leute dem Walfang anhängen, zeigte sich jüngst: Da verlieh die Jugendorganisation der Unabhängigkeitspartei ihren Freiheitspreis an Loftsson  wegen seines Einsatzes für den Walfang, der für sie Erwerbsfreiheit bedeute und nachhaltig sei, weil er auf wissenschaftlichem Rat basiere.

Früherer Artikel zum Thema: Walfangsaison auf Island abgeschlossen – Zukunft unklar

 

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