Schweden. Die schwedische Seefahrtsbehörde hat bei der südkoreanischen Werft Hyundai Heavy Industries einen neuen Eisbrecher bestellt. Der Vertrag wurde vor wenigen Tagen unterzeichnet. Der neue Eisbrecher soll zur Saison 2029/2030 erstmals einsatzbereit sein. Das Design ist bereits fertig und stammt vom finnischen Büro Railotech, gemeinsam entwickelt mit den finnischen Behörden. Letztendlich sollen alle drei Eisbrecher der Atle-Klasse in absehbarer Zeit ausgetauscht werden.
Die Eissaison in der Ostsee geht dem Ende zu, lediglich im äußersten Norden ist noch etwas übrig. Fast alle Eisbrecher sind schon in der Sommerpause. Doch der vergangene Winter hat deutlich gezeigt, dass Eisbrecher in der Ostsee weiterhin gefragt sind – zeitweise dehnte sich die Eisfläche über 180 000 Quadratkilometer aus. Schweden und Finnland sind auf Eisbrecher angewiesen, damit der Warenverkehr das ganze Jahr über reibungslos funktioniert.
Design gemeinsam mit Finnland
Schon lange planen sowohl die schwedischen als auch die finnischen Seefahrtsbehörden, die Eisbrecherflotte zu erneuern. In deren Auftrag und aufgrund der gemeinsam festgelegten Kriterien hatte das auf Eisbrecher spezialisierte Büro von Railotech, früher Aker Arctic, das Modell eines „Baltic Tender“ entworfen, der den Ansprüchen der Zukunft genügen soll: mit 28 Metern breit genug für moderne Frachtschiffe und bereit für fossilfreie Kraftstoffe, zum Beispiel Methanol. Der Eisbrecher der Zukunft soll eine Rinne von 32 Metern erzeugen können und 40 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als die älteren Schiffe.
Auftragsvergabe nach Rechtsstreit
Die Umsetzung dieses Designs wurde nun bestellt bei HD Hyundai Heavy Industries in Südkorea. Bei der Ausschreibung waren vier Angebote eingetroffen. Das von Hyundai war laut der schwedischen Seefahrtsbehörde das wirtschaftlichste. Gegen die Auftragsvergabe hatte eine finnische Werft geklagt und Fehler in der Ausschreibung bemängelt, hatte den Rechtsstreit aber verloren. Der Auftrag an Hyundai Heavy Industries konnte deshalb nun offiziell unterzeichnet werden. Der neue Eisbrecher soll zur Saison 2029/2030 einsatzbereit sein.
Erneuerung der Atle-Klasse
Das neue, noch namenlose Schiff ist der erste Schritt zur Erneuerung der etwas veralteten schwedischen Eisbrecherflotte. Das Bestreben der Behörde ist, alle drei Schiffe der sogenannte Atle-Klasse (Atle, Ymer und Frej) gegen modernere austauschen zu können. Die schwedische Regierung stellte jüngst 4,1 Milliarden SEK (380 Millionen Euro) dafür bereit, was aber nicht ganz für zwei weitere Schiffe reichen wird.
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