Auch diesen Sommer kein Nachtzug auf der Nordlandsbahn

Trondheim/Bodø (Norwegen). Bodø liegt am nördlichen Ende des norwegischen Bahnnetzes. Aber seit dem Erdrutsch bei Nesvatnet im August 2025 war der Ort nicht mehr mit einem durchgehenden Zug von Trondheim zu erreichen. Das soll sich im Laufe des Juni ändern. Aufgrund des weiterhin bestehenden Lokmangels wird es jedoch auch diesen Sommer keine Nachtzüge auf der Nordlandsbahn zwischen Trondheim und Bodø geben. Das meldete NRK.

Zug fährt über einen Damm, im Hintergrund Berge

Nordlandsbanen zwischen Valnesfjord und Oteraga. Foto SJ Norge

Zur Erinnerung: Am 30. August 2025 gab es einen Erdrutsch beim See Nesvatnet in der Kommune Levanger. Sowohl die E6 als auch die Bahnstrecke wurden dabei zerstört, und eine Person kam dabei um. Zur der Zeit hatten dort Arbeiten stattgefunden, die eigentlich den Untergrund festigen sollten. Wie ein externes Gutachterbüro nun ermittelte, wurde der Untergrund aber in dem Moment, in dem die Kalkzementpfeiler installiert werden sollten, vorübergehend instabil. Besonders große Folgen hatte dies aufgrund eines Quicktonvorkommens im Boden. 

Neues Gleis auf provisorischer Trasse

Drohnenfoto vom Unglücksort am See Nesvatnet in Levanger. Foto Bjørn Modell, Bane Nor

Die E6 wurde schon im Herbst 2025 wiedereröffnet, allerdings auf einer provisorischen Trasse, die einen Bogen um die Unglücksstelle macht. Auch die neuen Gleise sind provisorisch abseits der ursprünglichen Strecke verlegt worden. Trotzdem musste viel Bodenmasse ausgetauscht werden. Mit einer zeitweisen Werkstatt in Bodø und einem zeitweisen Güterterminal in Steinkjer wurde versucht, so viel Zugverkehr wie möglich nördlich der Unglücksstelle zu erhalten. 

Ein konkretes Datum wurde bisher nicht genannt, doch „im Laufe des Juni“ soll der Schienenersatzverkehr ein Ende haben, meldet Betreiber SJ Norge. Dann sollen tagsüber zwischen Trondheim und Bodø wieder durchgehende Züge verkehren, inklusive Bistro- und Spielewagen. 

Lokmangel bleibt

Ein anderes Problem der Strecke lässt sich jedoch auch mit der provisorischen Gleisstrecke nicht lösen: der Lokmangel. Norske Tog hat zwar inzwischen einige schwedische Güterloks gemietet, die so lange fahren sollen, bis die kompletten Züge erneuert werden. Die Güterloks müssen jedoch laut SJ Norge noch angepasst werden. Deshalb wird der Nachtzugverkehr zwischen Trondheim und Bodø, der seit Ende 2024 ausgesetzt ist, auch diesen Sommer noch nicht wieder aufgenommen.

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Norwegen: Kupfergrube Nussir soll 2027 starten können

Kvalsund (Norwegen). Der endgültige Investitionsbeschluss für das Grubenprojekt Nussir ist gefallen: Die kanadische Gesellschaft Blue Moon Metals will den Kupferabbau in Nordnorwegen durchführen. Das Kupfervorkommen gilt als eins der größten Europas. Wegen der geplanten Seedeponie im Repparfjord gab es allerdings bereits ausgedehnte Protestaktionen von samischen Aktivisten und Naturschutzorganisationen. Darüber berichtete auch NRK.

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Schweden bestellt neuen Eisbrecher bei Hyundai in Südkorea

Schweden. Die schwedische Seefahrtsbehörde hat bei der südkoreanischen Werft Hyundai Heavy Industries einen neuen Eisbrecher bestellt. Der Vertrag wurde vor wenigen Tagen unterzeichnet. Der neue Eisbrecher soll zur Saison 2029/2030 erstmals einsatzbereit sein. Das Design ist bereits fertig und stammt vom finnischen Büro Railotech, gemeinsam entwickelt mit den finnischen Behörden. Letztendlich sollen alle drei Eisbrecher der Atle-Klasse in absehbarer Zeit ausgetauscht werden. 

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Neue Bilder in der Galerie: Pyramiden

Der Berg, der dem Ort den Namen gab; Pyramiden

Spitzbergen ist außergewöhnlich in vieler Hinsicht. In Bezug auf die Natur,  aber auch in Bezug auf seine Siedlungsgeschichte und seine geopolitische Lage. Ein sehr spezieller Ort unter all den außergewöhnlichen ist die verlassene „sowjetische“ Bergbausiedlung Pyramiden. Zwar hat der russische Bergbaukonzern Trust Arktikugol dort inzwischen ein bisschen aufgeräumt und man kann nicht mehr einfach so ohne Guide in den Gebäuden herumlaufen. Der Kontrast zwischen der Umgebung und der Bebauung sowie die Einblicke in das damalige Leben sind trotzdem sehr interessant. Folgt mir dorthin in der neuen Galerie! Sie ist den ganzen Juni über zu sehen.

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Tierschutzorganisation meldet Missstände bei Hundesafaris

Finnland. Die finnische Tierschutzorganisation SEY bemängelt Missstände in der Schlittenhundebranche und veröffentlichte Videos von verletzten Tieren. Die Videos sollen 2024 und 2025 von (ehemaligen) Mitarbeitern und Kunden bei verschiedenen Farmen gedreht worden sein. Yle griff das Thema auf.

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Norwegen: Fast 3000 Münzen aus der Wikingerzeit entdeckt

Rena (Norwegen). Mit dem Metalldetektor auf den Acker gehen und den größten Münzschatz der Wikingerzeit in Norwegen entdecken – das klingt etwas phantastisch, ist aber genau so den Freunden Vegard Sørlie und Rune Sætre passiert. Die beiden fanden zunächst 19 offensichtlich alte Silbermünzen auf einem Acker bei Rena im Østerdalen, östlich von Lillehammer. Inzwischen sind dort fast 3000 Münzen, vor alle ausländische, aufgetaucht. Der Fund läuft nun unter dem Namen Mørstad-Schatz. Darüber berichtete auch NRK.

alte Münzen

Eine Handvoll der Münzen aus dem Schatz. Foto Florent Audy, Kulturhistorisk museum

Die beiden Schatzsucher, so lobt die Archäologin der Fylkeskommune Innlandet, May-Tove Smiseth, hätten alles richtig gemacht und seien sehr kooperativ gewesen.  Nach 19 Münzen hätten sie gestoppt und die Kommune informiert. So habe man den Fund auf bestmögliche Weise sichern können. Die Fylkeskommune Innlandet hält unter anderem Kurse ab, in denen das richtige Verhalten bei Funden gelehrt wird. Sørlie und Sætre hatten an einem davon teilgenommen.

Das ist der Mørstad-Schatz:

zwei Männer auf einem Acker

Die Finder des Schatzes, Vegard Sørlie (links) und Rune Sætre. Foto Anne Engesveen, Innlandet fylkeskommune

  • entdeckt von Vegard Sørlie und Rune Sætre am 10.April 2026 in Mørstad, Kommune Åmot
  • bis jetzt 2970 Metallmünzen, die in der Zeit um 1047 deponiert wurden. Das wäre zu Beginn der Regierungszeit von König Harald III Hardråde (1047 bis 1066)
  • Münzen aus verschiedenen Teilen Europas: deutsche, englische, dänische und norwegische
  • der bisher größte Münzfund aus der Wikingerzeit in der Geschichte Norwegens
  • befindet sich nun zur Untersuchung im kulturhistorischen Museum in Oslo, wo er untersucht wird

Am Fundort wird nach weiteren Münzen gesucht

Der Fundort wird noch weiter untersucht, auch mithilfe eines Georadars, um alle Münzen zu finden. Außenstehende sind nun allerdings vor Ort nicht erwünscht, damit die Fachleute ihre Arbeit machen können. Die Behörde für Denkmalschutz (Riksantikvaren) hat 1,2 Millionen NOK (110 000 Euro) für die Untersuchung des Schatzes bereitgestellt. Laut Professor Svein Gullbekk vom kulturhistorischen Museum ermögliche der Schatz Einblicke in die Münz- und Geldgeschichte der Region, wie es zuvor nicht möglich gewesen sei. 

Schatz versteckt und nicht abgeholt

Auffällig an dem Münzfund ist, dass sich alle Münzen in einer Tiefe von 20-30 Zentimetern befanden. Laut bisherigen Informationen stand dort nie ein Haus, lediglich der Acker wurde bewirtschaftet. Deshalb hegen die Archäologen die Theorie, dass der Schatz dort vergraben wurde, möglicherweise mit der Absicht, ihn später wieder zuholen, was nicht geschah.  

„Warum wurde der Münzschatz gerade hier auf Rena deponiert, und wer hat ihn dort deponiert? Könnte Harald Hardråde selbst etwas damit zu tun haben? Vielleicht können Archäologen uns nun die Fragen beantworten“, so Norwegens oberste Denkmalschützerin Hanna Geiran.

Frühere Artikel zum Thema:

Mit Metalldetektor Spange aus der Eisenzeit in Kemi gefunden

 

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Schweden: Regierung will Staat als AKW-Mehrheitseigner

Schweden. Es sind nur noch wenige Monate bis zu den nächsten Wahlen in Schweden am 23. September. Die aktuelle Regierung plant aber, bis dahin noch weiter die Weichen in Richtung neue Atomkraftwerke zu stellen. Dafür soll es ein neues Eigentums- und Finanzierungsmodell geben, in dem der Staat einen großen Anteil übernimmt – nicht nur beim Bau, sondern auch bei der Entsorgung. Die entsprechenden Summen sollen schon jetzt im Haushalt verankert werden. Darüber berichtete auch SVT.

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Doku „Trade Secret“: Eisbärenschutz nicht so gut wie gedacht

Norwegen/Kanada. Auf Spitzbergen leben Eisbären, doch Jagd auf sie ist in Norwegen nicht erlaubt.  Trotzdem kann man in Norwegen legal Eisbärenfelle kaufen – aus Kanada. Der Dokumentarfilm „Trade Secret“ von Abraham Joffe beschreibt, wie der löchrig der Schutzstatus von Eisbären weltweit tatsächlich ist, darin spielt auch ein Laden in Bergen eine Rolle. „Trade Secret“ hat seine Deutschlandpremiere demnächst auf der Doxumentale in Berlin  (27.5.-7.6.).

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MS Finnmarken wechselt wieder ins internationale Register NIS

Norwegen. Nach zwei Jahren im nationalen norwegischen Schiffsregister NOR flaggt Hurtigruten die MS Finnmarken erneut um. Das Schiff, das ab Hamburg bis zum Nordkap fährt, wird wieder in Norwegens internationales Schiffsregister NIS verschoben. Ursache ist, dass man unter gleichen Bedingungen mit den anderen internationalen Reedereien konkurrieren will. Darüber berichteten NRK und Fri Fagbevegelse.

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Schwedens neue Nachtzüge: Komfort, WLAN, Fahradmitnahme

Schweden. Der Vertrag für Schwedens neue Nachtzüge ist unterschrieben, meldet Trafikverket, und mehr Details sind nun bekannt. Sicher ist: Sie werden sehr anders sein als die alten Wagen, mit einigen dringend notwendigen Anpassungen an heutige Bedürfnisse, zum Beispiel WLAN und Fahrradmitnahme. Zu befürchten ist, dass sie im Gegenzug teurer werden. Die Züge sind für den Verkehr nach Nordschweden und Narvik bestimmt.

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