Nuuk (Grönland). Der Sondergesandte des US-Präsidenten ist abgeflogen. Das neue Konsulat der USA in Nuuk ist eingeweiht, ohne Mitglieder der grönländischen Regierung. Davor haben rund 500 Menschen demonstriert. Über die ereignisreichen Tage in Nuuk berichteten unter anderem Sermitsiaq, KNR und DR. Das Thema wird weiter köcheln, denn die Absicht von Seiten der USA hat sich nicht geändert: “ Das Ziel ist, dieses Land unter die Monroe-Doktrin zu bringen, auf eine für Grönland positive Weise“, so der Sondergesandte Jeff Landry zu DR.
Mit „USA-ASU“- Schildern („Stop USA“) und vielen grönländischen Flaggen waren die Hunderte von Menschen vom Parlament zum neuen US-Konsulat gezogen (Video z.B. bei Orla Joelsen). Dort wandten sie für zwei Minuten still dem Gebäude den Rücken zu. Wie Organisator Aqqalukkuluk Fontain gegenüber Sermitsiaq erklärte, hoffte er dabei durchaus auch auf Berichterstattung in amerikanischen Medien über diesen symbolischen Akt, um die grönländische Position möglichst auch bei der US-Bevölkerung bekannt zu machen: „Nein heißt nein“.
Sondergesandter Landry zurück in den USA
Derjenige, dem die Ablehnung auch galt, war zu dieser Zeit schon zurück in den USA: Präsident Donald Trumps Sonderbotgesandter für Grönland, Jeff Landry, im Hauptberuf Gouverneur von Louisiana. Das Interesse an MAGA-Caps war nicht so groß, wie die New York Times berichtet, aber Landrys Äußerungen gegenüber den Medien kann man entnehmen, dass er trotzdem glaubt, Donald Trumps Engagement sei etwas Positives für Grönland.
Neues, sehr großes Konsulat eröffnet
Kenneth Howery, US-Botschafter in Dänemark, war zur Eröffnung des neuen Konsulats nach Nuuk gekommen. Im Interview mit KNR erkannte er an, dass es „ein schweres Jahr im Verhältnis zwischen Grönland und den USA“ gewesen sei, doch sein Fokus sei auf der Zukunft und den Möglichkeiten, die diese biete. Das neue US-Konsulat umfasst 3000 Quadratmeter in drei Etagen in einem neuen, modernen Gebäude in Nuuk. Zuvor war es in einem viel kleineren, traditionellen Gebäude untergebracht. Konsulin vor Ort ist Susan Wilson.
Keine Regierungsvertreter zur Einweihung
Von Grönlands aktueller Regierung kam – aufgrund der weiterhin schwelenden Übernahme-Drohungen – niemand zur Einweihung. Am Montag hatten sich Regierungschef Jens-Frederik Nielsen und Außenminister Múte B. Egede allerdings mit Howery und Landry getroffen. Bei dem Fest gesichtet wurde allerdings die ehemalige grönländische Außenministerin Vivian Motzfeldt, die im Januar mit ihrem dänischen Amtskollegen zusammen in Washington verhandelt hatte.
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