Schweden. Die Wähler haben sich entschieden – und der sozialdemokratischen Spitzenkandidatin Magdalena Andersson eine harte Nuss hinterlassen. Denn die Opposition hat theoretisch eine Mehrheit im Parlament, aber nach einer Auszählung von 94 Prozent nur von drei Sitzen . Und Anderssons potenzielle Partner sind sich untereinander nicht grün. Aber diese zwei Sitze fehlen eben den bisherigen Regierungspartnern. Damit wurde der Wahlausgang so knapp wie erwartet mit 176 zu 173 Sitzen. Noch sind allerdings nicht alle Stimmen ausgezählt. (Stand 4.30 Uhr!)
Die erste Prognose nach Schließung der Wahllokale sah noch ganz anders aus. Nach der typischen Wahlerbefragung am Wahltag schien es nämlich, als ob die Opposition einen deutlicheren Wahlsieg erringen würde – sowohl bei SVT als auch bei TV4. Doch die einlaufenden Ergebnisse gaben schließlich jenen recht, die ein knappes Ergebnis vorhergesehen hatte. Zeitweise sah es aus, als würden die „rot-grüne“ Seite nur ein Mandat Vorsprung behalten.
Historisch schlechtes Ergebnis für die Sozialdemokraten
Für Andersson ist das auch deshalb kein Grund zur Freude, weil die Sozialdemokraten mit 28,1 Prozent zwar stärkste Partei sind, das aber historisch das schlechteste Ergebnis seit 1928 ist und ein Rückgang um 2,3 Prozentpunkte. Dass Andersson dennoch Chancen hat, Premierministerin zu werden, liegt daran, dass alle potenziellen Kooperationspartner ein bisschen zugelegt haben.
Schwedendemokraten verloren am meisten
Keinen Anlass zur Freude haben aber auch die nationalistischen Schwedendemokraten, die entgegen vieler Umfragen nun doch nicht stärker geworden aind als die Moderaten. Stattdessen verloren sie 3 Prozentpunkte – am meisten von allen – und wurden mit 17,6 Prozent nur drittstärkste Partei.
Moderate wieder stärker als SD
Noch-Premierminister Ulf Kristersson kann insofern zufrieden sein, als das seine Partei, die konservativen Moderaten, mit 19,9 Prozent sogar 0,8 Prozentpunkte zulegen konnte, auch wenn es für seinen Block nicht gereicht hat.
Liberale weiter im Parlament
Grund zum Feiern haben die Liberalen, die teilweise in den Umfragen unter zwei Prozent lagen und jetzt doch deutlich über die Vier-Prozent-Hürde kamen. Das dürften sie Leihstimmen aus den anderen Parteien des rechten Lagers zu verdanken haben, die so hofften, eine Fortsetzung der sogenannten Tidö-Regierung (nach dem Ort, an dem die Zusammenarbeit beschlossen wurde) zu sichern.
Konstellation über Blockgrenzen hinweg?
Theoretisch wären natürlich auch Regierungsoptionen über die Blockgrenzen hinweg möglich, das wäre aber sehr ungewöhnlich für die Schweden. Magdalena Andersson hatte eine solche Option aber schon vor der Wahl ins Spiel gebracht.
Die Wahlbeteiligung lag bei 80,4 Prozent. Viele hatten schon vorab gewählt. Wie SVT berichtete, gab es in Umeå eine Schlange, sodass diejenigen, die rechtzeitig gekommen waren, noch abstimmen durften, obwohl es schon nach 20 Uhr war. Das letzte Wahllokal schloss dort erst 23.03 Uhr.
Quelle der Zahlen: val.se
Vor vier Jahren sah das Ergebnis anfangs auch sehr knapp aus – nur ein Sitz – der Unterschied wuchs dann auf drei Mandate:
Klarheit in Schweden: Der rechts-konservative Block hat gewonnen






