Norwegen/ Russland. Norwegen und Russland haben sich über die Fangquoten in der Barentssee 2027 geeinigt und ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet. Erstmals seit Langem darf danach wieder ein bisschen mehr Kabeljau gefischt werden, die Lodde dagegen muss weiter geschont werden. Das meldete die norwegische Regierung.
Nachdem die Kabeljauquote in den vergangenen Jahren immer wieder massiv gekürzt wurde, steigt sie diesmal um 14 Prozent an, auf 325 000 Tonnen. Der bestandsverantwortliche Wissenschaftler Bjarte Bogstad vom norwegischen Meeresforschungsinstitut begründet dies damit, dass nun der Jahrgang 2021 soweit gewachsen sei, dass er befischt werden könne. Dieser Jahrgang sei mittelstark und stärker als die vorhergegangenen. Verglichen mit anderen Jahren ist die Quote aber immer noch gering. Für 2026 gilt eine Kabeljauquote von nur insgesamt 285 000 Tonnen. Das ist die niedrigste Quote seit 1991. Norwegens Anteil an der Gesamtquote 2027 von 325 ooo Tonnen wird 156 997 Tonnen betragen.
Loddenachwuchs weiterhin schlecht
Für die Lodde dagegen sei es gerade schwer, berichten die verantwortlichen Wissenschaftler des Meeresforschungsinstituts und haben dahingehend beraten, dass diese Art weiterhin nicht befischt werden soll. Lodde ist auch ein wichtiger Futterfisch für arktische Seevögel.
Gemeinsames Interesse an Fischerei in der Barentssee
Die Fischereizusammenarbeit zwischen Norwegen und Russland wird schon seit mehr als 50 Jahren praktiziert und ist für beide Seiten von höchstem Interesse, da eine Überfischung schädlich wäre. Von beiden Seiten werden dabei Bestandszahlen für die Festlegung der Quoten zusammengetragen. Die endgültigen Quoten wurden diesmal bei einem persönlichen Treffen der Delegationen in der Türkei festgelegt. In den vergangenen Jahren seit der russischen Invasion der Ukraine hatten diese online stattgefunden.
Zwischen Zusammenarbeit und Sanktionen
Norwegen trägt fast alle EU-Sanktionen gegen Russland mit. Russische Schiffe dürfen grundsätzlich keine norwegischen Häfen mehr anlaufen. Eine Ausnahme – aufgrund der Fischereizusammenarbeit – sind russische Fischereiboote, die noch in drei norwegische Häfen erlaubt sind – Kirkenes, Tromsø und Båtsfjord, dort allerdings Auflagen unterliegen. Zwei große russische Reedereien wurden im vergangenen Jahr davon ausgeschlossen, ihnen wird unter anderem Spionage vorgeworfem.
Vor Russlands Einmarsch in die Ukraine wurde der Qotenrat für die Barentssee vom Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) festgelegt. Dieser hatte Russland jedoch aufgrund des Einmarschs ausgeschlossen.
Weitere Gesamtquoten:
- Schellfisch: 180 336 Tonnen (+18 Prozent)
- Schwarzer Heilbutt: 21 000Tonnen (+11 Prozent)
- Tiefenrotbasch: 67 090 Tonnen (-3 Prozent)
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