Nuuk (Grönland). Das Arktische Kommando, Dänemarks Rettungs- und Streitkräfte in und um Grönland, hat am Samstag ein erkranktes Besatzungsmitglied von einem US-U-Boot vor Nuuk abgeborgen. Die Person wurde zur Behandlung ins Krankenhaus in Nuuk gebracht. Das teilte das Arktische Kommando selbst mit.
Die Übergabe fand sieben Seemeilen vor Nuuk (etwa 13 Kilometer) statt. Dabei wurde das erkrankte Besatzungsmitglied vom einem auf dem Inspektionsschiff Vædderen gestarteten Seahawk-Hubschrauber abgeholt. Die Person wird nun im Königin-Ingrid-Krankenhaus in Nuuk behandelt.
Dass das Arktische Kommando Kranke von Schiffen abbirgt, kommt regelmäßig vor – das gehört zu seinem Auftrag. Häufig handelt es sich dabei inzwischen um Passagiere von Kreuzfahrtschiffen. Im Jahr 2022 waren dies neun Personen. Nicht immer sind die Abstände dabei so günstig wie bei dem US-amerikanischen U-Boot. 2023 befand sich ein Kreuzfahrtschiff 400 Seemeilen südöstlich Kap Farvel, der südlichsten Landspitze, als bei einer Person ein Verdacht auf Hirnblutung auftauchte. Die grönländischen Rettungskräfte waren trotzdem noch am nächsten dran. Aber auch bei Arbeitsunfällen und Krankheiten auf Fischerbooten kommt es vor, dass das Arktische Kommando gerufen wird.
Ein Lazarettschiff für Grönland?
Was den aktuellen Fall speziell macht, ist der Hintergrund: US-Präsident Donald hatte angekündigt, ein Lazarettschiff nach Grönland zu schicken. Nun gibt es durchaus Probleme im grönländischen Gesundheitswesen. Das war unter anderem Wahlkampfthema vor einem Jahr. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Personalmangel. Es sei jedoch kein Bedarf für ein Lazarettschiff, so Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen und verwies außerdem darauf, dass die Behandlungen in Grönland wie in Dänemark für die Patienten kostenfrei seien – im Gegensatz zu den USA.
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