Schweden: Das neue Gesetz zur Information – oder Denunziation?

Schweden. Seit dem 13. Juli ist in Schweden ein Gesetz in Kraft, das manche als „Gesetz zur Informationspflicht“ bezeichnen und andere als „Denunziationsgesetz“ (angiverilagen). Konkret geht es darum, dass künftig Behörden von selbst melden sollen, wenn sie vermuten, jemand habe keine gültige Aufenthaltserlaubnis.  Ein aktueller Fall bestätigt bereits die Befürchtungen der Gegner.

Riksdag in Stockholm

Ziel dieses Gesetzes ist es, Leute zu entdecken und auszuweisen, die keine gültige Aufenthaltserlaubnis besitzen. Es ist einer der Vorschläge, die die aktuelle Regierung unter dem Oberbegriff „Verstärkte Rückwanderung“ umgesetzt hat. Als Argument dafür wurde unter anderem angeführt, man wolle so Schattengesellschaften verhindern. Auch vor dem neuen Gesetz konnten Polizei, Ausländerbehörde oder Gerichte beispielsweise vom Sozialamt Informationen zu einer Person anfordern. Neu ist nun, dass sechs Behörden jetzt verpflichtet sind, von sich aus zu melden, sollte es einen Hinweis darauf geben, eine Person habe keine gültige Aufenthaltserlaubnis (mehr).

Dabei handelt es sich um folgende Behörden:

  • Arbeitsvermittlung
  • Försäkringskassan (staatliche Krankenversicherung/ Elterngeld)
  • Strafvollzug
  • Kronofogden (Amt zur Eintreibung von Schulden/Schuldsanierung)
  • Pensionsmyndigheten (Rentenkasse)
  • Skatteverket (Meldebehörde/Finanzamt)

Starker Protest von Ärzten und Pädagogen

Anfangs waren noch weitere öffentliche Einrichtungen dafür in der Diskussion gewesen, zum Beispiel Schulen und Gesundheitswesen. Diese wurden nach den umfassenden Protesten jedoch nicht in den Gesetzesvorschlag aufgenommen. Ärzte und Pädagogen hatten damit argumentiert, dass dies das notwendige Vertrauensverhältnis zerstöre und nicht vereinbar mit dem Berufsethos sei. Hingewiesen wurde auch auf die Kinderschutzkonvention. Gegner des Gesetzes führten an, dass die Aussicht auf Denunziation erst recht Schattengesellschaften schaffe.

Neugeborenes Kind als Werkzeug der Behördenkontrolle?

Dass das Gesundheitswesen ausgenommen ist, stimmt auch nur begrenzt: So meldet eine Hebamme beispielsweise ein neugeborenes Kind an Skatteverket, damit es eine juristische Identität und Rechte bekommt. Diese Angaben können nun aber (von Skatteverket) dazu verwendet werden, eine Mutter ohne gültige Aufenthaltserlaubnis zu identifizieren. „Ein neugeborenes Kind soll nicht als Werkzeug der Behördenkontrolle benutzt werden“, schrieb der Hebammenverband, zusammen mit Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften, in Sydsvenskan. Ihre Befürchtung ist, dass papierlose Frauen dann nicht mehr wagten, sicher in einer Klinik zu gebären.   

Gerichtsurteil als Präzedenzfall

Noch bevor das neue Gesetz in Kraft trat, gab es außerdem ein Gerichtsurteil, das Ärzte und Krankenhäuser aufhorchen ließ und über das Läkartidningen schrieb: Das Universitätskrankenhaus Karolinska hatte sich geweigert, Informationen über einen Patienten (seine Telefonnummer) herauszugeben, der nach einem abgewiesenen Asylantrag nicht ausgereist war. Laut dem Krankenhaus litt der Mann an einer lebensbedrohlichen, ansteckenden Krankheit. Bei einer Herausgabe seiner Kontaktdaten sei zu befürchten, dass der Mann zum einen nicht mehr zur Behandlung komme, zum anderen andere anstecke und die Krankheit sich verbreite. Die Polizei klagte gegen das Krankenhaus und bekam in oberster Instanz recht.

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Ny Ålesund: Wenn das Touristenhandy die Messungen stört

Ny Ålesund/Spitzbergen (Norwegen). Damit das Geodätische Erdobservatorium des norwegischen Kartverket  in Ny Ålesund richtig arbeiten kann, herrscht 20 Kilometer um den Ort herum Funkstille. Die Benutzung von Geräten mit eingeschaltetem WLAN und Bluetooth ist nicht erlaubt, auch nicht für die Touristen. Doch es wird immer schwieriger, diese Regeln einzuhalten, denn immer mehr Geräte enthalten diese Funktionen. Darüber berichtete Svalbardposten. 

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Viele Zugvögel kommen jetzt früher nach Island

Island. Ein Großteil der Zugvögel erscheint heute früher auf Island als noch vor 40 Jahren. Darüber berichten Ökologe Tómas Grétar Gunnarsson und sein Vater Gunnar Tómasson in einem Artikel in NátturuFræðingurinn. Dabei können sie auf eigene Aufzeichnungen aus fast vier Jahrzehnten zurückgreifen: Gunnar Tómasson, Gärtner in Árnessýsla,  beobachtete die Vögel während seiner Arbeit und notierte die Zeiten. Darüber berichtete auch RÚV.

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Großbrand bei Drammen: Mehr als 100 Wohnungen zerstört

Drammen (Norwegen). Ein Brand in einem Reihenhaus in Krokstadelva in der Kommune Drammen entwickelte sich gestern zu einem Großbrand. Darüber berichteten unter anderem NRK und VG. wo es auch aktuelle Fotos und Videos gibt. Innerhalb weniger Stunden waren mehr als 100 Wohnungen im Ortsteil vernichtet. Nach bisherigen Berichten wurden alle Bewohner rechtzeitig evakuiert. Über die Brandursache ist noch nichts bekannt. Update 13 Uhr: Der Brand ist noch nicht unter Kontrolle, hat sich aber nicht auf weitere Häuser ausgebreitet. Es brennt auch im nahen Wald.

Der Großbrand rast in Krokstadelva in der Kommune Drammen, Karte sel/openstreetmap

Laut Polizeimeldung wurde gestern um 15.36 Uhr ein Brand in einem Reihenhaus gemeldet, und die Einsatzkräfte rückten aus. Sie fanden eine Wohneinheit bereits komplett in Flammen vor. Der Brand breitete sich schnell aus, wechselnder Wind trug dazu bei, auch der nahe Wald ist betroffen. Mehr als 100 Feuerwehrleute und sechs Löschhelikopter waren gestern vor Ort. Die Helikopter flogen bis zum Einbruch der Dunkelheit. Morgens konnte der Einsatz wegen eines Gewitters nur begrenzt weitergeführt werden. Inzwischen sind – neben den Feuerwehrleuten am Boden – auch wieder drei Löschhelikopter in Aktion. Insgesamt haben die Helikopter bisher 800 000 Liter Wasser von oben auf das Feuer gekippt.

Rund 400 Personen evakuiert

Von mehr als 100 Wohneinheiten ist nur noch Asche übrig. Foto: Vestfold Interkommunale Brennvesen

Zwei Personen mussten wegen Rauchschäden ins Krankenhaus und ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt. Auch acht Polizisten wurden ärztlich versorgt, nachdem sie im Zuge der Evakierung Rauch abbekommen hatten.  

Rund 400 Personen sind evakuiert. Für sie und ihre Angehörigen wurde ein Zentrum im Hotel Scandic Ambassadeur in Drammen eingerichtet. Bisher sind keine Personen vermisst gemeldet, aber einige Haustiere.  Die Kommune bittet darum, das Gebiet zu meiden, es gilt auch ein Drohnenverbot. Es wurden Vorbereitungen getroffen, um ein Pflegeheim zu evakuieren, bisher war dies aber nicht notwendig. 

Laut dem Direktor der Behörde für Zivilschutz und Bereitschaft, Lars Jacob Hiim, handelt es sich um den größten Brand dieser Art in moderner Zeit. 

Gestern noch gelbe Warnung vor Waldbrandgefahr

Drammen gehört zu denen Gebieten, in denen gestern noch eine gelbe Wartnung vor Waldbränden galt. Zuletzt war es dort warm und trocken gewesen, am frühen Morgen begann es jedoch zu gewittern, und heute wird Regen erwartet.

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Schweden: Zwei Offshore-Windparks genehmigt – auf Eis gelegt

Schweden. 13 Offshore-Windkraftparks warteten auf eine Genehmigung der schwedischen Regierung. Nur zwei bekamen sie, die anderen wurden hauptsächlich mit Hinweis auf die Bedürfnisse des Militärs abgelehnt. Allerdings sehen die erfolgreichen Antragsteller unter den aktuellen Voraussetzungen keine Chance auf Baubeginn. Besser sieht es aus für das landbasierte Projekt Hästliden, ein Teil des Windparks Markbygden bei Piteå, das nun in der vom Eigentümer Statkraft gewünschten Form entstehen darf. Darüber berichtete auch SVT.

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Finnland genehmigt dieses Jahr nur wenige Beerenpflücker

Finnland/Schweden. Die Beeren im Wald werden reif – und wie jedes Jahr wird über die thailändischen Saisonarbeiter diskutiert, die sie für große Unternehmen pflücken. Finnland ist dieses Jahr sehr restriktiv. Schweden hat dieses Jahr rund 950 Pflückern eine Genehmigung erteilt. Darüber berichteten Yle und SVT.

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Ittoqqortoormiit demonstriert gegen Ölprojekt auf Jameson Land

Ittoqqortoormiit (Grönland). Der Ort Ittoqqortoormiit in Ostgrönland zählt etwa 325 Einwohner. Etwa ein Drittel davon ging am Montagabend auf die Straße, um gegen die geplante Ölsuche in Nunap Qeqqa (Jameson Land) zu protestieren, das in ihrer Nähe liegt. In fünf weiteren Orten in Grönland fanden Solidaritätsdemos statt. Darüber berichteten Sermitsiaq und KNR.

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Keine Betreuung: Gletschertöpfe „Hiidenkirnut“ werden zum Risiko

Rovaniemi (Finnland). So mancher Reisende in Nordfinnland hat in der Vergangenheit die „Hiidenkirnut“ von Sukulanrakka besucht – riesige Gletschertöpfe ein Stück südlich von Rovaniemi. Inzwischen wird allerdings davor gewarnt, denn die Treppen und Schutzzäune vor Ort werden nicht mehr instandgehalten. Um aus dem geologischen Phänomen wieder eine Touristenattraktion zu machen, wäre Geld notwendig, doch die Verhältnisse sind schwierig.  Darüber berichtete Yle. 

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Rentiere als Gewinner, Polarfüchse und Eiderenten als Verlierer

Spitzbergen (Norwegen). Ein warmes Frühjahr und wenig Meereis – das hatte Folgen für die Tierwelt auf Spitzbergen, wie sich nach den aktuellen Zählungen zeigte. Zu den Gewinnern gehörten in diesem Jahr die Rentiere, zu den Verlierern Polarfüchse und Eiderenten. Darüber berichtete Svalbardposten.

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Weniger Züge: Neue Buslinie Kiruna-Narvik gestartet

Schweden/Norwegen. Das Zugangebot am nördlichen Ende Schwedens ist geschrumpft. Nur noch ein Zug fährt täglich durch bis ins norwegische Narvik, und der ist schnell ausgebucht. Besonders hart trifft dies die Region nördlich von Kiruna, mit wenigen Einwohnern, aber vielen Touristenzielen. Schwedische und norwegische Tourismusunternehmen füllen die Lücke nun mit einer neuen Busverbindung Kiruna-Narvik, die zweimal täglich fährt.

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