Ittoqqortoormiit demonstriert gegen Ölprojekt auf Jameson Land

Ittoqqortoormiit (Grönland). Der Ort Ittoqqortoormiit in Ostgrönland zählt etwa 325 Einwohner. Etwa ein Drittel davon ging am Montagabend auf die Straße, um gegen die geplante Ölsuche in Nunap Qeqqa (Jameson Land) zu protestieren, das in ihrer Nähe liegt. In fünf weiteren Orten in Grönland fanden Solidaritätsdemos statt. Darüber berichteten Sermitsiaq und KNR.

Karte Grönland

Das potenzielle Ölvorkommen unter Jameson Land befindet sich in Ostgrönland. Markierungen sel /Karte: Uwe Dedering/ Wikimedia, CC BY-SA 3.0,

Zum Anlass: Zwar hatte Grönland bereits 2021 das Ende aller Ölbohrungen beschlossen. Die Firma 80 Mile hat aber White Flame Energy aufgekauft, die noch alte Lizenzen für Jameson Land hatte. Zu Ausbeutung des Vorkommens hat sich 80 Mile mit der der US-Firma Greenland Energy Company zusammengetan, die die ersten Probebohrungen finanzieren soll und dann Anteile erhalten soll. Die Probebohrungen sollen noch 2026 stattfinden, sind allerdings noch nicht genehmigt.

Während 80 Mile das Projekt als höchst vielversprechend beschreibt, sind die Fachleute in Grönland da skeptischer – die vorliegenden Zahlen seien mit Unsicherheiten behaftet, und die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass man gar nichts finde. Die Bewohner von Ittoqqortoormiit, vor deren Haustür das Vorhaben umgesetzt werden soll, waren aber verunsichert, als sie erfuhren, wie das Projekt in den USA beworben wird. Es sollte sogar eine Doku darüber mit einem US-TV-Promi namens „Dr. Phil“ geben. „Dr. Phils“ Besuch in Ittoqqortoormiit  ist allerdings inzwischen wieder abgesagt. 

Negative Auswirkungen auf die Umgebung befürchtet

Die Bewohner von Ittoqqortoormiit, einem der abgelegensten Orte in Grönland, befürchten negative Auswirkungen auf die Umwelt durch eine potenzielle Ölforderung, die letztlich auch die Nahrung der Ortsbewohner vergiften könnte. Nunap Qeqqa (Jameson Land) ist außerdem ein Gebiet, wo normalerweise unter anderem Moschusochsen für die Selbstversorgung gejagt werden. Eine Informationsveranstaltung mit 80 Mile und Greenland Energy Company hatte die Besorgnis der Einwohner nicht ausräumen können. 

Aufmerksamkeit für Ittoqqortoormiit

Mit dem Aufruf zur Demonstration in  Ittoqqortoormiit hatte der Ortsvorsitzende Hans Brønlund auch um Unterstützung aus anderen Orten gebeten. Und die bekam er: Auch in Tasiilaq, Narsaq, Nanortalik, Qaqortoq und Nuuk gingen Leute gegen das Ölprojekt auf die Straße. Brønlund hofft auch, dass die grönländische Regierung sich stärker um die Sorgen der Bürger in Ittoqqortoormiit kümmert. Der zuständige Minister äußerte zwar Unterstützung, aber, wie Brønlund Sermitsiaq sagte, so richtig beruhigt sei er dadurch bisher nicht.

Früherer Artikel zum Thema: US-Gesellschaft hofft auf grönländisches Öl – realistisch?

 

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Keine Betreuung: Gletschertöpfe „Hiidenkirnut“ werden zum Risiko

Rovaniemi (Finnland). So mancher Reisende in Nordfinnland hat in der Vergangenheit die „Hiidenkirnut“ von Sukulanrakka besucht – riesige Gletschertöpfe ein Stück südlich von Rovaniemi. Inzwischen wird allerdings davor gewarnt, denn die Treppen und Schutzzäune vor Ort werden nicht mehr instandgehalten. Um aus dem geologischen Phänomen wieder eine Touristenattraktion zu machen, wäre Geld notwendig, doch die Verhältnisse sind schwierig.  Darüber berichtete Yle. 

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Rentiere als Gewinner, Polarfüchse und Eiderenten als Verlierer

Spitzbergen (Norwegen). Ein warmes Frühjahr und wenig Meereis – das hatte Folgen für die Tierwelt auf Spitzbergen, wie sich nach den aktuellen Zählungen zeigte. Zu den Gewinnern gehörten in diesem Jahr die Rentiere, zu den Verlierern Polarfüchse und Eiderenten. Darüber berichtete Svalbardposten.

braunes Tier mit Geweih

Spitzbergen-Rentier 

1503 Rentieren zählten Åshild Pedersen und ihr Team vom Norwegischen Polarinstitut allein im Adventdalen – und nur zwei tote. Das unterscheidet sich deutlich vom vergangenen Jahr, als 1348 überlebende Tiere und 302 Kadaver gefunden wurden. Pedersen vermutet wenig Eis und Schnee im Winter sowie den frühen Frühling als Ursache für die hohe Überlebensrate in diesem Jahr. Dadurch kamen die Tiere schneller wieder an Futter. Aus Rentierperspektive war es mit Abstand der beste Winter seit Beginn der Überwachung des Bestands 1979. 1994 und 2003 wurden jeweils nur vier Kadaver gezählt – aber damals war der Bestand auch noch kleiner, 812 bzw. 916 Exemplare.

Hinweise auf weniger Polarfuchs-Nachwuchs

Polarfuchs 

Des einen Freud, des anderen Leid: Auf der Suche nach dem Polarfuchs-Nachwuchs fanden Pedersens Kolleginnen Eva Fuglei und Ingvild Øyjordet  nur jede zehnte Wurfhöhle im Bereich Adventdalen, Eskerdalen und Sassendalen besetzt. Die Höhlen werden mit Wildkameras überwacht. Fuglei führt diese Entwicklung darauf zurück, dass es wenig Rentierkadaver gab, also wenig Futter im Winter. Im vergangenen Jahr, mit 302 Kadavern allein in Adventdalen, waren 60 Prozent der Wurfhöhlen besetzt. Es sieht allerdings nicht überall gleich aus: So fand das Team in Ny Ålesund dieses Jahr mehr besetzte Höhlen vor als Fuglei.

Eisbären fraßen Eiderenten-Eier

Eiderente

Ganz schlechte Karten hatten in diesem Jahr die Eiderenten im Kongsfjord: Ihre Inseln bekamen fast täglich Besuch von Eisbären. Sveinn Are Hanssen und Børge Moe vom Norwegischen Institut für Naturforschung (NINA) hatten Kameras an elf Eiderenten-Nestern montiert. Bei zehn Nestern fraß ein Eisbär alle Eier. Zum elften kam auch einer, aber da waren die Küken schon geschlüpft, und alle konnten das Nest verlassen, bevor der Eisbär kam. Zwar leben Eiderenten lange und ein schlechtes Jahr bedroht nicht den Bestand. Doch in den vergangenen zehn Jahren hätten Eisbären mehrfach den Bruterfolg negativ beeinflusst, so die beiden Forscher. Im Vergleich zum Vorjahr sei der Bestand um 28 Prozent geringer. 

Weniger Meereis, mehr Eisbären an Land

Wie Eisbärforscher Jon Aars vom Norwegischen Polarinstitut erklärt, seien die Eisbären auf der Suche nach Alternativen an Land, da sie bei weniger Meereis weniger Gelegenheit hätten, die von ihnen eigentlich bevorzugten Ringelrobben und Bartrobben zu jagen. Gemeinsam mit den Vogelspezialisten wies er nach, dass Eisbären im Sommer immer mehr an Land blieben, während das Meereis um Spitzbergen in den vergangenen 30-40 Jahren abgenommen habe. Diese Suche nach Futter an Land erweist sich als ein Problem für die Vögel – nur sehr wenige Eiderenten im Kongsfjord hätten es dieses Jahr geschafft, Nachwuchs aufzuziehen, so Hanssen und Moe. 

Frühere Artikel zum Thema:

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Weniger Züge: Neue Buslinie Kiruna-Narvik gestartet

Schweden/Norwegen. Das Zugangebot am nördlichen Ende Schwedens ist geschrumpft. Nur noch ein Zug fährt täglich durch bis ins norwegische Narvik, und der ist schnell ausgebucht. Besonders hart trifft dies die Region nördlich von Kiruna, mit wenigen Einwohnern, aber vielen Touristenzielen. Schwedische und norwegische Tourismusunternehmen füllen die Lücke nun mit einer neuen Busverbindung Kiruna-Narvik, die zweimal täglich fährt.

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Naturreservat Grótta vor Seltjarnes ausgeweitet

Seltjarnes (Island). Das Naturreservat rund um die Insel Grótta vor Seltjarnes ist ausgeweitet worden: Nun steht die ganze Bucht Seltjörn zwischen Grótta und dem Golfplatz unter Schutz. Mit Rücksicht auf die Vogelpopulation darf dort während der Brutzeit kein Wassersport betrieben werden. Darüber berichtete unter anderem RÚV.

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Finnland testet Parkgebühren an vier Nationalparks

Finnland. Bisher können Nationalparkbesucher in Finnland ihre Fahrzeuge während einer Wanderung kostenlos abstellen. Die finnische Forstbehörde Metsähallitus hat nun angekündigt, ab Spätsommer an fünf Ausflugszielen testweise Parkgebühren einzuführen. Pro Tag sollen dabei maximal 5 Euro fällig werden. Betroffen sind die Nationalparks Sipoonkorpi, Koli, Urho Kekkonen und Riisitunturi sowie das Naturreservat Korouoma.

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Schrott, Öl, Asbest – Reste alter US-Basen in Grönland

Grönland. Während neue US-Militärbasen in Grönland im Gespräch sind, hat sich ein Team der dänischen Zeitung Politiken angesehen, was mit den früheren passierte. Sie fanden Halden mit rostigem Gerät und eine enorme Verschmutzung mit Öl und anderen Giftstoffen. Für die Entsorgung haben die USA nie einen Cent gezahlt. 

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Schweden: Supermärkte und Apotheken müssen Bargeld nehmen

Schweden. Die wenigsten Leute in Schweden bezahlen noch mit Bargeld – und viele Geschäfte oder auch Gastronomie erklären sich für „kontantfri“, also bargeldlos. Seit dem 1. Juli gilt jedoch ein neues Gesetz, das zumindest Supermärkte und Apotheken dazu verpflichtet, weiterhin Bargeld anzunehmen. 

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Henningsvær: Kein Parken mehr unter Fischtrocknungsgestell

Henningsvær/Lofoten (Norwegen). Die Hauptsaison ist in Gang – und damit auch der Druck auf potenzielle Übernachtungsplätze mit Wohnmobilen und Zelten auf den Lofoten. Eine zunehmend beliebte Stelle fällt zukünftig aus: Parken unter dem Fischtrocknungsgestell auf der kleinen Insel Skata vor Henningsvær. Feuerwehr und Grundeigentümer haben das Camping dort aus Brandschutzgründen verboten. Darüber berichtete NRK. 

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Island: Paar bewusstlos im Zelt – Verdacht auf Gasvergiftung

Island. Auf einem Zeltplatz im Hochland von Árnessýsla in Südisland wurde am Samstag ein älteres isländisches Paar bewusstlos in seinem Zelt gefunden. Der Mann verstarb noch vor Ort, die Frau wurde ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei vermutet eine Gasvergiftung. Darüber berichteten auch RÚV und Morgunblaðið.

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