Grindavík (Island). Vor einem Jahr endete der bisher letzte Vulkanausbruch auf Reykjanes. Nun soll die Schule wieder öffnen, und viele ehemalige Einwohner würden gerne in ihr früheres Haus zurückkehren. Doch hier erweist sich die staatliche Immobiliengesellschaft þorkatla, einst Retter in der Not, als Hindernis. Darüber berichteten RÚV und mbl.is.
Grindavík war, wie berichtet, am 10. November 2023 im Zuge eines Magmaflusses und verheerender Erdbeben evakuiert worden. evakuiert worden. Es folgten neun Vulkanausbrüche schnell nacheinander. Nun ist die Situation auf Reykjanes seit einem Jahr unverändert ruhig – außer, dass sich in der Magmakammer unter dem Messpunkt Svartsengi inzwischen rund 30 Millione Kubikmeter Magma angesammelt haben. Ob, und wenn ja, wann und wie diese jemals an die Oberfläche kommen werden, kann aktuell niemand sicher sagen.
35 Häuser müssen abgerissen werden
Der Ort Grindavík wurde mehr durch die Erdbeben zerstört als durch Lava – lediglich im Januar 2024 öffnete sich eine Eruptionsspalte so nah am Ort, dass tatsächlich drei Häuser von der Lava verschlungen wurde. Das einzige Todesopfer dieser Ausbruchsserie war dagegen in eine der Erdspalten gestürzt, die sich nach den heftigen Erdbeben an vielen Stellen auftaten. Inzwischen sind immer mehr Spalten verfüllt und Schäden repariert worden. Doch insgesamt rund 35 Häuser müssen bzw.mussten abgerissen werden, weil sie auf einer Erdspalte standen. Aus diesen hatten die Bewohner nicht einmal Sachen abtransportieren dürfen.
þorkatla kaufte rund 960 Immobilien in Grindavík
In der ersten Phase der Ausbruchsserie hatte sich niemand in Grindavík aufhalten dürfen, die Leute waren gezwungen, anderswo neu anzufangen. Deshalb waren viele froh, als die staatliche Immobiliengesellschaft þorkatla eingerichtet wurde, die ihnen ihre Immobilien abkaufte, sodass sie die laufenden Kosten los waren und Kapital für einen Start anderswo besaßen. þorkatla kaufte rund 960 der insgesamt gut 1000 Immobilien im Ort . Dabei gab es von Anfang an die Idee eines Rückkaufrechts für den Fall, dass man doch wieder in Grindavík leben könnte.
Neues Leben in Grindavík
Dieser Augenblick, so meint zumindest ein Teil der ehemaligen Grindavíker, ist längst gekommen. Betriebe, Geschäfte, Rettungsdienste und Rathaus sind wieder vor Ort – und Tourenabieter, die Gäste aus aller Welt durch den berühmt gewordenen Ort führen. Im Herbst sollen nun tatsächlich auch die Schule wieder starten. Doch für diejenigen, die ihre Immobilie an þorkatla verkauft haben, ist es im Moment gar nicht möglich, wieder fest in Grindavík zu leben.
Noch keine Regeln für Rückkauf
Denn þorkatla bietet zwar allen ehemaligen Besitzern die Option, das Haus oder die Wohnung wieder zu nutzen, sofern diese zu denen gehören, die als sicher genug eingestuft wurden. Allerdings dürfen sie ab September nur noch zwölf Nächte im Monat dort verbringen. An einem Modell für den Rückkauf wird noch gearbeitet, diese Option gibt es also noch gar nicht. Wie ein Bewohner gegenüber Mbl.is berichtet, hätte die Schule im Herbst eigentlich für 50 Kinder öffnen sollen. Als die 12-Nächte Regel bekannt wurde, blieben nur noch 20 Kinder übrig. Die Gruppe der Grindavíker, die sich für den Wiederaufbau einsetzen, werfen der Regierung inzwischen vor, über þorkatla den Wiederaufbau zu verhindern.
Es gibt weiterhin ein Risiko
Nach der jüngsten Gefahrenkarte des isländischen Wetteramtes befindet sich Grindavík weiterhin in einer Zone mit „moderater“ Gefahr. Das höchste Risiko beschränkt sich auf die Kraterreihe Sundhnúksgígur.
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