Norwegen. Ab 2027 kann Übernachten in Norwegen etwas teurer werden – je nachdem, wo, wann und wie man übernachtet. Ab dann dürfen besonders belastete Kommunen nämlich einen „Besuchsbeitrag“ von drei Prozent erheben. Varianten davon für Kreuzfahrtschiffe und für Spitzbergen sind noch in Arbeit.
Anlass für diese auch „Touristensteuer“ genannte Abgabe sind die Klagen von meist kleinen Kommunen, die sehr viele Besucher haben und in Infrastruktur investieren müssen, ohne dies refinanzieren zu können – zum Beispiel auf den Lofoten. Nicht jede Kommune kann also im kommenden Jahr diese Abgabe erheben. Wie die Regierung auf ihrer Website mitteilt, muss ein Antrag gestellt und die Belastung dokumentiert werden. Dazu gehören auch beispielsweise Schäden in der Natur durch starke Nutzung. Außerdem muss ein Plan vorgelegt werden, wie das Geld genutzt werden soll. Es soll speziell in Zwecke fließen, die in Zusammenhang mit der starken Nutzung stehen. Die Kommunen können ihre Regeln auch so gestalten, dass der Besuchsbeitrag (norwegisch „besøksbidrag“) nur während bestimmter Monate fällig wird.
Welche Übernachtungen sind betroffen?
Für folgende Übernachtungen kann ein Besuchsbeitrag von drei Prozent der Netto-Summe erhoben werden:
- Zimmer in Hotels und Hostels, auch solche auf fest im Hafen liegenden Schiffen
- gemietete Ferienhäuser und Hütten
- über Airbnb und Ähnliches gemietete Zimmer
- auf Campingplätzen gemietete Hütten
Für diese Übernachtungen kann kein Besuchsbeitrag erhoben werden:
- Schlafen im eigenen Wohnmobil, Wohnwagen oder Zelt, auch, wenn diese auf einem Campingplatz aufgestellt werden.
- Schlafen auf dem eigenen Boot in einem Gasthafen
Eigene Regeln für Spitzbergen und Kreuzfahrttouristen
Für Longyearbyen-Besucher wird es eine eigene Regelung geben, die aber noch nicht beschlossen ist. Longyearbyen Lokalstyre hat sich 70 NOK pro Gast und Nacht gewünscht sowie einen Einmalbeitrag von 210 NOK pro Kreuzfahrttourist. Auch die Kreuzfahrttouristen, die in Festland-Norwegen von Bord gehen, sollen etwas beitragen. Der Vorschlag liegt aktuell bei 100 NOK pro Person pro 24 Stunden in Häfen, die „besonders belastet“ sind. Diese beiden Vorschläge liegen aktuell noch öffentlich aus und sind noch nicht abschließend behandelt worden.
Lofoten-Kommunen dürften gute Chancen auf den Beitrag haben:


