Grindavík: Abreißen, Reparieren, Warten

Grindavík (Island). In Grindavík hat nun der Abriss von Häusern begonnen, die nicht mehr zu reparieren sind. Meist stehen sie auch auf Erdspalten und sind deshalb unsicher. Dieser Schritt sei notwendig, um die Spalten aufzufüllen und die Stadt wieder sicher zu machen, heißt es von der Kommune Grindavíkurbær. Der Vulkan verhält sich weiterhin ruhig – es ist aktuell völlig unklar, ob und wann er noch einmal ausbrechen wird. Darüber berichteten auch RÚV und mbl.is.

Magmaansammlung und Ausbrüche der Serie. Quelle Eldfjalla- og náttúruvárhópur Suðurlands

Drei Häuser in Grindavík sind im Januar 2024 der Lava zum Opfer gefallen. Doch noch viel mehr Schäden richtete der Magmafluss unter der Oberfläche im November 2023 an. Der Boden bewegte sich stark, und es bildeten sich tiefe Spalten.  Beim Versuch, diese zu reparieren, kam ein Mann um. Die Reparatur der Spalten ist auch deshalb wichtig, damit Kinder sich wieder freier in der Stadt bewegen können. Gut 40 Wohnhäuser wurden als irreparabel eingestuft und sollen nun abgerissen werden. Zuletzt waren knapp 900 Einwohner wieder in Grindavík registriert. Vor dem Vulkanausbruch waren es mehr als 3000. Rund 800 Menschen arbeiten in Grindavík, das unter anderem einen Hafen und eine Fischfabrik hat. Alle Leitungen sind repariert. Die Wiedereröffnung von Schule und Kita ist in Vorbereitung.

Ausbruchsserie vorbei oder nicht?

Das Leben kehrt also in die Stadt zurück – unklar ist noch, ob der Vulkan diesen Schritt möglicherweise sabotiert. Der bisher letzte Ausbruch, der neunte der Serie an der Kraterreihe Sundhnúksgígar, endete am 5. August. Seitdem haben sich in der Magmakammer unter dem Messpunkt Svartsengi 23 Millionen Kubikmeter Magma angesammelt, so viel wie nie zuvor. Das sagen die Modellberechnungen der Vulkan-Experten des isländischen Wetterdienstes, die sich auf die GPS-Daten zur gemessenen Landhebung stützen. Der Boden habe sich seit dem letzten Ausbruch um fast einen Meter gehoben . „Die seismische Aktivität scheint sich nicht zu steigern, und es passiert nichts, das darauf hindeutet, dass es bald zu einem Ausbruch kommt“, so Benedikt Gunnar Ófeigsson vom Wetterdienst zu mbl.is. Er rechnet mit einer langen Phase der Unsicherheit hinsichtlich dieser Entwicklung.

Frühere Artikel zum Thema:

Erdbebenschwarm vor Reykjanes – keine Anzeichen für Eruption

Veröffentlicht unter Geologie, Gesellschaft, Island, Vulkanismus/ Erdbeben | Schreib einen Kommentar

Jetzt NATO-Manöver Cold Response in Norwegen und Finnland

Norwegen/Finnland/Schweden. Gestern hat das NATO-Manöver Cold Response 2026 begonnen. Rund 25 000 Soldaten aus 14 Ländern werden dabei vor allem in Nordnorwegen und Nordfinnland, aber auch in Nordschweden gemeinsam üben, an Land, auf See und in der Luft. Die Hauptphase geht vom 9. bis zum 19. März. Einige US-Flugzeuge sind jedoch für den Iran-Krieg abgezogen worden, auch der französische Flugzeugträger ist wieder umgedreht. 

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Dänemark, Finnland, Kanada, Militär, Norwegen, Schweden, USA | Schreib einen Kommentar

Zinkprojekt Citronenfjord in Nordgrönland gescheitert

Citronenfjord (Grönland). Es soll das größte noch nicht ausgebeutete Zinkvorkommen sein. Es sollte 500 Arbeitsplätze schaffen und mit seinen Steuern die grönländische Staatskasse füllen. Aber so kam es nicht. Die Gesellschaft hinter dem Zinkprojekt im Citronenfjord in Nordgrönland hat das Projekt aufgegeben. Darüber berichtete KNR.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Bergbau, Grönland | Schreib einen Kommentar

Von Lawine verschüttete Person wahrscheinlich umgekommen

Narvik (Norwegen). Die Lawinengefahr im Narvikfjell ist aktuell hoch – so hoch, dass auch gestern nur Helikopter und keine Bodenmannschaften eingesetzt werden konnten, um die am Donnerstag von einer Lawine verschüttete Person zu finden. Laut NRK gehörte sie zu einer dreiköpfigen Gruppe Touristen aus Frankreich. Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass die vermisste Person umgekommen ist. Darüber berichtete auch NRK.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Klima, Norwegen, Outdoor, Sport | Schreib einen Kommentar

Isländer sollen am 29. August über EU-Verhandlungen entscheiden

Island. Soll Island die Verhandlungen für einen EU-Beitritt des Landes wieder aufnehmen oder nicht? Darüber können die Isländer am 29. August selbst  abstimmen. Das kündigte die Regierung gestern an. Das Parlament wird kommende Woche den entsprechenden Beschluss fassen. Darüber berichtete RÚV. 

Weiterlesen

Veröffentlicht unter EU, Gesellschaft, Island, Politik | Schreib einen Kommentar

Hohe Lawinengefahr – eine Person im Narvikfjell vermisst

Narvik (Norwegen). Ein Person ist am Nachmittag im Fjell bei Narvik von einer Lawine verschüttet worden und wird immer noch vermisst. Das meldete die Polizei Nordland.  Hubschrauber waren im Einsatz, konnten wegen des schlechten Wettes aber keine Suchmannschaften absetzen, Wegen der fortgesetzten Lawinengefahr konnten Rettungskräfte aber auch nicht zu Fuß ins Gebiet. Die vermisste Person war mit zwei anderen unterwegs, die sich retten konnten, es handelt sich nach bisherigen Informationen um ausländische Touristen. Die Lawine ging am Tverfjell ab, im Gebiet Helligvatnet zwischen Beisfjord und der schwedischen Grenze. Die Suche soll morgen bei Tageslicht fortgesetzt werden.

Die Lawinengefahr in Troms und Nordland ist aktuell hoch. 

Veröffentlicht unter Gesellschaft, Norwegen | Schreib einen Kommentar

Finnmarksløpet 2026 startet mit Plusgraden

Alta (Norwegen). Heute ab 12 Uhr starten in Alta die Teilnehmer der längsten Distanz des Finnmarksløpet, Europas längstem Schlittenhunderennen mit diesmal 1139 Kilometern. Die Bedingungen sind nicht optimal: Es sind Plusgrade und Schneeregen angesagt. Morgen starten die Teilnehmer auf den kürzeren Strecken. Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Rennverlauf zu verfolgen. Das GPS-Tracking ist in diesem Jahr allerdings erstmals kostenpflichtig. Über das Rennen berichtet auch NRK.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Norwegen, Sport | Schreib einen Kommentar

Doppelter Eissauna-Rekordbau in und bei Oulu

Oulu/Oulainen (Finnland). Wer hat die größte Eissauna? Auf diesen Titel im Guinness-Buch der Rekorde hatten es gleich zwei Projekte abgesehen, die nur 100 Kilometer voneinander entfernt entstanden und lange nichts voneinander wussten: Eins in Oulu und eins am See Piipsjärvi bei Oulainen. Die Oulu-Sauna besteht dabei aus den Eisblöcken, die aus dem Fluss gesägt wurden, um ein Becken für die Winterschwimmer-Weltmeisterschaft zu erhalten.  Darüber berichtete Yle, wo es auch Videos aus den Eissaunen gibt. 

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Finnland, Gesellschaft, Sport | Schreib einen Kommentar

Auf Spitzbergen leben Menschen aus 66 Ländern

Spitzbergen (Norwegen). Auf Spitzbergen leben aktuell 2904 Menschen aus 66 Ländern, meldete das norwegische Statistikamt SSB. Davon haben 1598 die norwegische Staatsbürgerschaft. Ihr Anteil ist gegenüber dem Vorjahr nicht gestiegen. Das Ziel der norwegischen Regierung, Longyearbyen „norwegisch“ zu halten, scheint sich nicht so einfach zu erfüllen. Darüber berichtete auch Svalbardposten.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Gesellschaft, Norwegen, Politik, Russland, Spitzbergen | Schreib einen Kommentar

Grönland: Wenn es dem Polardorsch zu warm wird

Grönland. Der Polardorsch, Boreogadus saida, ist für seinen Lebenszyklus von Eis und kaltem Wasser abhängig. Ein Forscherteam des grönländischen Naturinstituts (Pinngortitaleriffik) hat dessen Entwicklung vor West- und Ostgrönland in den vergangenen 30 Jahren verfolgt: Der Bestand schrumpft, und er zieht nach Norden. Diese Veränderung sei schneller geschehen als erwartet. Die Studie „Decline and northward shift in Arctic cod distribution associated with the changing climate around Greenland“ ist in Arctic Science erschienen. 

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Arktis, Biologie, Grönland, Klima, Meer | Schreib einen Kommentar