Andøya (Norwegen). Schafft es heute die erste Orbital-Trägerrakete aus Europa bis ins All? Heute um 22 Uhr soll erneut eine Trägerrakete des deutschen Entwicklers Isar Aerospace von Andøya Spaceport aus starten. Auch die erste Payload ist an Bord. Der Start kann ab 21 Uhr live auf YouTube verfolgt werden. Darüber berichtete auch NRK.
Den ersten Versuch auf Andøya machte Isar Aerospace vor einem Jahr. Damals hob die Rakete zwar ab, kam aber nicht sehr weit, bevor sie explodierte. Diesmal soll es besser laufen und die ersten Kleinsatelliten sollen in der Erdumlaufbahn ausgesetzt werden. Die 28 Meter lange „Spectrum 2“-Rakete wird von flüssigem Sauerstoff und flüssigem Propan angetrieben.
Tatsächlich war der Start schon vor zwei Wochen angesetzt. Dort wurde der Countdown jedoch wenige Sekunden vor dem Liftoff angehalten. Die erste Verzögerung hatte es gegeben, weil sich noch ein Boot in der Gefahrenzone befunden hatte. Durch die zusätzliche Wartezeit war dann der Treibstoff zu heiß geworden. Deshalb wurde der Start abgebrochen.
Neue Regelung auf See: zeitweise Sperrgebiet
Isar-Aerospace-Mitgründer Daniel Metzler äußerte damals seine Verwunderung darüber, dass so eine Störung nach all den Vorbereitungen überhaupt möglich war. Tatsächlich hatte es zwar an Land ein Aufenthaltsverbot in einem bestimmten Bereich gegeben. Auf See galt lediglich eine Gefahrenzone. Der Fischer gab an, Probleme beim Einholen des Fangs gehabt zu haben und nicht rechtzeitig fertig geworden zu sein.
Diesmal hat die Polizei auch auf See ein Aufenthaltsverbot ausgesprochen. Es gilt von 18 Uhr bis 23 Uhr. Spätestens um 19 Uhr müssen Boote den Bereich verlassen haben. An Land gelten die Straßen- und Wegesperrungen bereits von 12 Uhr bis 01 Uhr nachts.
Lokale Fischer vs. internationales Raketen-Business
Die lokalen Fischer sind kritisch gegenüber der Tatsache, dass sie von diesem Stück Meer ausgesperrt werden sollen, wenn auch nur für einige Stunden, denn dieses sei ein wichtiges Gebiet für sie.
Andøya-Space-Betriebsleiter Ketil Olsen hofft auf einen guten Dialog mit den Fischern, um die Sicherheit zu gewährleiten. Der Betrieb auf dem Raketenstartplatz werde in Zukunft noch zunehmen.
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