Gruß von der Sonne zur Tag-und-Nacht-Gleiche.
Grönland/Island. Ein Tief vor Ostgrönland hat gestern für extreme Wetterverhältnissen in Island und Ostgrönland gesorgt. In Tasiilaq gab es einen Piteraq mit Böen von mehr als 40 Meters pro Sekunde. Über Island zog ein Sturm mit heftigen Schneeschauern. Sämtliche Flüge wurden eingestellt. Darüber berichteten KNR und RÚV.

Luftdruckkarte von Freitag Mittag. Quelle metoffice.gov.uk, @Crown Copyright, Contains public sector information licensed under the Open Government Licence v3.0
Der Piteraq ist ein kalter Fallwind, der bei bestimmten Wetterbedingungen auf dem Eisschild entsteht. In Tasiilaq kommt er häufiger vor, allerdings nicht immer so stark wie gestern. DMI hatte eine orange Warnung herausgegeben und vor einem Piteraq der Klasse zwei gewarnt. Laut DMI Kalaallit Nunaat wurden Böen von 40-45 Metern pro Sekunde gemessen, einzelne sogar 47 Meter pro Sekunde. Die Temperatur fiel auf -16 °C, was sich durch den Wind wie -45 bis -55 °C anfühlte. Die Polizei hatte dazu aufgefordert, im Haus zu bleiben. Es gab einige beschädigte Fenster, aber es kamen keine Menschen zu Schaden. Da es vorher geschneit hatte, gab es außerdem kräftige Schneeverwehungen und der Räumdienst kam nicht hinterher.
Der isländische Wetterdienst hatte „nur“ eine gelbe Warnung für Sturm und Schneeschauer herausgegeben, die betraf aber fast das ganze Land. Es wurde vom Reisen abgeraten. Die Straßen über Holtavörðuheiði und Öxnadalsheiði, beides Strecken an der Ringstraße, wurden gesperrt, ebenso einige andere Straßen. Zeitweise konnte man Öxnadalsheiði aber mit einer Kolonne passieren. Sämtliche Flüge ab und nach Keflavík wurden eingestellt. Die Warnung gilt bis heute früh. Es wird erwartet, dass der Flugverkehr heute wieder aufgenommen werden kann.
Das Unwetter folgt auf eine Phase, in der in Island zahlreiche Lawinen abgingen. Diese Gefahr scheint nun aber geringer.
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Ex-Hurrikan, Piteraq und Orkan: Stürme über dem Nordatlantik
Schweden/Finnland. Plusgrade, Lücken in der Schneedecke und nasses Eis: Nach zwei ungewöhnlich kalten Wintermonaten erleben Schweden und Finnland einen März, der eher ein April ist. Und während in der Bottenwiek noch alle Eisbrecher aktiv sind, schwindet der Bedarf im Finnischen Meerbusen.
Kommende Woche finden in Umeå die schwedischen Meisterschaften in zahlreichen Sportarten statt, darunter Ski-Langlauf. Wie SVT berichtet, greift die Kommune nun schon auf den Schnee zurück, der eigentlich für den Herbst aufgespart werden sollte, um die Loipe zu präparieren. Der Orientierungslauf auf Skiern und eine Schlittenhund-Disziplin wurden wegen Schneemangels bereits abgesagt. Die Sprint-Wettbewerbe werden von der Küste nach Järpen ins Fjäll verlegt. Nach den anhaltenden Plusgraden sind die Bedingungen für Langläufer nicht nur in Umeå ungünstig. Lediglich im hohen Norden und im Fjäll liegt noch mehr Schnee.
Nach den beiden ungewöhnlich kalten Monaten Januar und Februar kamen die Plusgrade etwas überraschend – und noch überraschender, dass sie sich hielten. So hatte Piteå als erste Kommune Norrbottens gestern bereits sieben Tage lang Durchschnittstemperaturen über 0 °C, was in den Augen der schwedischen Meterorologen als „Frühling“ gilt. „Normalerweise kommt er in Piteå erst am 10. bis 15. April oder noch später“ , so SVTs Meteorologe Pererik Åberg.
Schneemangel ist nicht das einzige Ärgernis für all diejenigen, die sich auf einen schönen „Vårvinter“ (Frühlingswinter) mit Wintersport eingestellt hatten. Nach Wochen mit niedrigem Wasserstand haben Stürme das Ostseewasser zurück in die Bottenwiek geblasen. Dort quoll es an den Übergängen zwischen Land- und Meereis hervor und erschwert nun den Zugang zum Eis. Nachdem es dort seit Tagen steht, hat es auch das Eis darunter weich gemacht. Piteå hat seine Eisbahn auf dem Nördfjärden deshalb bereits geschlossen und die Tretschlitten weggeräumt. Das Eis an sich hält aber noch, trotz etwas Schmelzwasser. Auf Piteås Südseite, wo man einfacher aufs Eis kommt, sitzen immer noch Eisangler. Luleå meldet noch 100 Zentimeter Eisdicke auf der Eisbahn und verweist auf Zugänge, die noch ohne Gummistiefel zu machen sind. Zum Schlittschuhlaufen ist die Oberfläche allerdings zu weich.
Luleås Eisstraßen zu den Schäreninseln sind aktuell geschlossen, es ist unklar, ob sie in dieser Saison noch einmal öffnen. Die Eisstraße zur finnischen Insel Hailuoto bei Oulu hat die Saison bereits beendet und wird nicht mehr gepflegt – es war vermutlich das letzte Mal, dass eine eingerichtet wurde. Zum nächsten Winter soll die feste Verbindung mit zwei Brücken fertig sein.
In der nördlichen Bottenwiek ist immer noch reger Eisbrecherbetrieb. Die Meerenge Kvarken ist nun aber wieder gut ohne passierbar. Im Finnischen Meerbusen zeigt sich auch immer mehr offenes Wasser. Als erster finnischer Eisbrecher wurde Sisu in die Sommerpause geschickt. Auch der russische Atomeisbrecher Sibir ist schon weg – er ist auf dem Weg zurück in die Arktis.
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Piteå (Schweden). Schwedens Windkraftkommunen erwarten in den kommenden Wochen einen Geldregen. Um die Bereitschaft zum Ausbau der Stromerzeugung zu fördern, hatte die Regierung Summen in Aussicht gestellt, die der Grundsteuer entsprechen – die bisher an den Staat geht. Am meisten hat dabei die Kommune Piteå zu erwarten, auf deren Gebiet der Windpark Markbygden mit bisher knapp 600 Anlagen steht. Darüber berichtete unter anderem SVT.
Ålesund (Norwegen). Wegen eines Terrainbrands mussten rund 300 Personen auf Ålesunds westlichster Insel Hessa evakuiert werden. Der Brand hatte sich gestern Nachmittag an den Hängen des Bergs Sukkertoppen ausgebreitet. Die Einsatzkräfte arbeiteten die ganze Nacht, um den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Der nächtliche Regen half, den Brand einzudämmen. Darüber berichtete unter anderem NRK. Bisher sind aber alle Häuser unversehrt. Update 19.3., 9 Uhr: Nach einer zweiten Nacht im Hotel dürfen die Evakuierten nun wieder nach Hause.
Wie der Brand entstand, ist bisher nicht geklärt. Der Wetterdienst warnte jedoch vor Brandgefahr auf schneefreien Gebieten zwischen Ålesund und Trondheim. Laut NRK gab es in den vergangenen Monaten sehr wenige Niederschläge, und das alte, vertrocknete Gras vom Vorjahr brennt besonders leicht. Es waren gestern 13 °C und starker Wind. Die Kommune Ålesund bat die Einwohner, Abstand zu halten und wegen des Rauchs die Fenster zu schließen. Feuerwehrleute aus mehreren Stationen waren vor Ort. Das Aquarium Atlantikpark befindet sich in der Nähe des Brandes und blieb geschlossen.
Gestern hatten Löschhubschrauber von oben Wasser auf die Flammen abgelassen. Diese beendeten jedoch den Einsatz bei Einbruch der Dunkelheit, und die Feuerwehrleute mussten vom Boden aus löschen. Erschwert wurde dies dadurch, dass es sich um einen Berg handelt. Die Nacht-Bilder bei NRK von gestern Abend zeigten besonders deutlich, wie weit der Brand sich über die Hänge des Sukkertoppen erstreckte. Heute waren erneut Löschhubschrauber im Einsatz, soweit das Wetter es zuließ.
Die Menschen aus den Häusern direkt am Hang wurden evakuiert und in Hotels in Ålesund untergebracht. Insgesamt sollen 292 Personen evakuiert worden sein. Wie NRK berichtet, kamen die Flammen einigen Häusern in der Nacht nahe, die Hauswände wurden gespült, um sie zu schützen. Der nächtliche Regen half schließlich, die Flammen einzudämmen.
Offene Flammen sind nicht mehr zu sehen. Wie die Polizei meldete, zeigten Drohnenbilder aber immer noch Wärmeaktivität an den Hängen. Die Evakuierten dürfen deshalb auch diese Nacht nicht in ihr Zuhause zurück.
Die Evakuierten dürfen nach Hause.
Das Gebiet rund um den Berg Sukkertoppen darf außerdem mindestens bis Freitag nicht betreten werden. Es gilt auch ein Drohnenverbot. Insgesamt standen laut NRK fast 800 000 Quadratmeter in Flammen. Die Polizei ermittelt zur Brandursache.
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Schweden/Norwegen. Die Nachtzugverbindungen nach Nordschweden und Narvik werden aus Kostengründen halbiert – das wurde im Dezember angekündigt. Nun ist klar, wie das in der Praxis aussehen wird: Es wird keinen durchgehenden Zug von Stockholm nach Narvik mehr geben. Wer weiter will als Luleå, muss um 5.42 Uhr in Boden umsteigen.
Finnland/Schweden. Eine ungewöhnliche Skitour hatte sich ein Mann und eine Frau aus Deutschland vorgenommen: von Oulu in Finnland bis Luleå in Schweden über das Eis der Bottenwiek. Sie kamen zwar ein gutes Stück weit, doch dann brach eine Scholle, und ein Großteil ihrer Ausrüstung versank. Die beiden konnten von einem Hubschrauber der finnischen Küstenwache gerettet werden. Darüber berichteten Yle und SVT.
Grönland. Der innenpolitische Streit um das Bergbau-Vorhaben in Kuannersuit ist lange vorbei – vor gut fünf Jahren beschloss das grönländische Parlament ein Gesetz, das Uranabbau verbietet. Die Bergbaufirma versucht jedoch, ihre Interessen nun juristisch durchzusetzen. Für die grönländische Regierung gab es jüngst einen Etappensieg: Das dänische Schiedsgericht wies nicht nur das Verfahren ab – die Bergbaufirma muss sogar 90 Prozent von Grönlands Sachkosten zahlen. Darüber berichteten auch KNR und Sermitsiaq
Alta (Finnmark). Für den Schweden Petter Karlsson lief es beim Finnmarksløpet 2026 wie gewünscht: Er siegte zum fünften Mal bei Europas längstem Hunderennen, vor dem lokalen Favoriten Harald Tunheim. Für die in diesem Jahr 1139 Kilometer lange Strecke benötigte Karlsson sechs Tage, 15 Stunden und 41 Minuten. Beobachter heben nun sein Pausenkonzept als Schlüssel zum Erfolg hervor. Diesmal brachen weniger Fahrer die Tour ab als in den vergangenen Jahren – sowohl auf der längsten als auch auf der kürzeren Distanz.
Finnland/Schweden. Die Temperaturen sind gestiegen – aber das dicke Ostseeeis ist im Norden und Osten immer noch da. Aufgrund einer Sturmwarnung ist der Eisbrecherbetrieb in Kvarken und der Bottenwiek aber heute eingestellt, denn die sich bewegenden und auftürmenden Eisschollen können Schiffe beschädigen. Damit ruht aktuell der Schiffsverkehr im nördlichen Ende der Ostsee (fast) komplett, auch die Fähre Aurora Botnia zwischen Umeå und Vasa hat ihre Fahrten eingestellt.