Färöer: Suðuroy-Tunnel beschlossen, Koalition zerbrochen

Färöer. Das färöische Parlament beschloss gestern mehrheitlich die Projektierung und Ausschreibung des Suðuroy-Tunnels – aber die Koalition ist darüber zerbrochen. Regierungschef Aksel V. Johannesen erklärte, es gebe kein Vertrauen mehr innerhalb der Koalition, und er rief vorzeitige Neuwahlen für den 26. März aus. Eigentlich wäre eine Wahl erst im Dezember wieder fällig gewesen. Darüber berichtete KVF. Nachtrag: Es gibt auch vorzeitige Neuwahlen zum dänischen Folketing, am 24. März

Der Sozialdemokrat Aksel V. Johannesen (Javnaðarflokkurin) und seine Fraktion (9 Sitze) regierten zusammen mit der linken Partei Tjóðveldi (6 Sitze) und der liberalen Partei Framsókn (3 Sitze). Der Suðuroy-Tunnel war in der Koalition höchst umstritten, ebenso die von Framsókn geforderte Erhöhung des Rentenalters. Beides stand gestern auf der Tagesordnung, der Tunnel zuerst. Dabei handelt es sich um ein technisch wie finanziell ambitioniertes Projekt: Der Tunnel soll die Inseln Sandoy und Suðuroy verbinden. Durch diesen könnten auch die Einwohner der etwas abseits liegenden Insel  Suðuroy schneller, einfacher und wetterunabhängiger in die Hauptstadtregion fahren als jetzt per Schiff. Erst vor zwei Jahren wurde der knapp elf Kilometer lange Tunnel von der Hauptstadt-Insel Streymoy nach Sandoy fertiggestellt. Der Suðuroy-Tunnel müsste aber 23 Kilometer lang werden, fast so lang wie der norwegische Lærdal-Tunnel, aktuell der längste Straßentunnel der Welt.

Koalition war sich beim Thema Suðuroy-Tunnel nicht einig

Beim Thema Suðuroy-Tunnel war sich die Koalition wegen seiner Kosten und auch aufgrund der vorgesehenen Streckenführung nicht einig. Allerdings gab es Befürworter bei der Opposition. Bei der dritten und damit endgültigen Abstimmung dazu gestern gab es 26 Stimmen dafür und  sieben Gegenstimmen. Ein Teil der Opposition hatte für die Tunnel-Ausschreibung gestimmt, aber je zwei Mitglieder der Regierungsparteien Tjóðveldi und Framsókn  dagegen.

Ankündigung von Neuwahlen nach der Abstimmung

Nach der Tunnel-Abstimmung stand das Thema Rentenalter auf der Tagesordnung, das Framsókn wichtig gewesen war. Dazu kam es dann aber nicht mehr, weil Aksel V. Johannesen die Neuwahlen ausrief. 

Vorzeitige Neuwahlen sind auf den Färöern nicht ungewöhnlich: Die vorherige färöische Regierung hatte ebenfalls nicht die komplette Wahlperiode durchgehalten

Tunnel gegen Abwanderung von den Inseln

Die Färöer verfügen bereits über vier Unterseetunnel und noch viel mehr Tunnel durch Berge. Die Tunnel ermöglichen es unter anderem, einfacher zur Arbeit zu pendeln. Auf diese Weise soll die Abwanderung von den entfernteren Inseln gestoppt werden.

Nachtrag: Auch vorzeitige Neuwahlen zum dänischen Folketing

Auch Dänemarks Premierministerin Mette Frederiksen rief heute vorzeitige Neuwahlen zum dänischen Folketing aus.  Diese hätten noch bis zum Herbst Zeit gehabt und sollen nun schon am 24. März stattfinden. Im dänischen Folketing sind Grönland und die Färöer mit jeweils zwei Abgeordneten vertreten.

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Färöer: Heute wird der Sandoy-Tunnel eröffnet

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