Andøya (Norwegen). Die erste Orbitalrakete aus Europa ist gestartet – aus Nordnorwegen. Beim jüngsten Versuch von Isar Aerospace gestern Abend auf dem Raketenstartplatz von Andøya Space ging alles glatt. „Spectrum“ hob um 22.12 Uhr ab erreichte tatsächlich den Weltraum. Der Start wurde live auf Youtube übertragen. Wie das Unternehmen inzwischen mitteilte, wurden auch die mitgeführten Satelliten erfolgreich platziert.
Für das private Raketen-Start-up Isar Aerospace aus München ist das ein großer Erfolg. Beim ersten Start im März 2025 explodierte die Rakete kurz nach dem Start und fiel ins Meer. Mehrere Versuche danach wurden aus verschiedenen Gründen abgebrochen: Wetter, ein Boot in der Sicherheitszone und verschiedene technische Probleme. Man habe daraus gelernt, so Chefinigenieur Nikolaos Perakis im Livestream-Interview.
Flaschenhals Startmöglichkeiten für Satelliten
Die von Isar Aerospace selbst entwickelten Raketen sollen zukünftig von Europa aus Satelliten ins All bringen können – zivile wie militärische. Laut Isar-Aerospace-Mitgründer und Geschäftsführer Daniel Metzler sind Startmöglichkeiten der größte Engpass der globalen Weltraumindustrie: „Ab dem heutigen Tag steht privaten und öffentlichen
Kunden eine echte Alternative zur Verfügung“. Weitere Trägerraketen sind bereits in der Produktion.
Fünf Satelliten und ein Experiment
An Bord der Rakete waren fünf Satelliten und ein Experiment verschiedener Universitäten, die im Rahmen des Microlauncher-Wettbewerbs der Deutschen Raumfahrtagentur (DLR) ausgewählt worden waren. Dafür gab es eine Finanzierung von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Die Spectrum-Rakete kann Nutzlast bis zu einer Tonne transportieren.
Isar Aerospace nutzt mehrere Standorte
Andøya Space hat damit den europäischen Weltraum-Wettlauf gewonnen, weil die Anlage rechtzeitig die richtigen Bedingungungen für Isar Aerospace schaffen konnte. Esrange im schwedischen Kiruna hat zwar nicht den prestigeträchtigen Start bekommen, ist aber ebenfalls Partner von Isar Aerospace: Die Anlage wird genutzt, um Raketenmotoren in ausreichender Anzahl testen zu können, inzwischen sogar auf zwei Stationen. Außerdem baut Isar Aerospace nun einen zweiten Startplatz in Nova Scotia in Kanada auf.
Flug im Livestream zu sehen
Die Wetterbedingungen gestern Abend waren gut, sodass man dem Raketenflug noch eine Weile folgen konnte. Gut sichtbar war das Abstoßen der ersten Stufe. Später sah man dann Bilder von der Erde. Die Verbindung brach erwartungsgemäß nach zehn Minuten zunächst ab. Laut der Pressmitteilung von Isar Aerospace sind aber auch die weiteren Teile der Mission „Onward and Upward“ erfolgreich verlaufen.
Ergänzt 9.30 Uhr mit weiteren Angaben zum Start und zur Nutzlast
Früherer Artikel zum Thema:
- Neuer Raketenstart-Versuch heute für Isar Aerospace
- Neuer Versuch für deutsche Trägerrakete: Ab Andøya ins All
- Aus Furcht vor Spionage: Preisgekrönte Toilette geschlossen






