Lofoten (Norwegen). Vier Brände in neun Tagen im Umfeld des kleinen Örtchens Laukvik auf den Lofoten – da wurden die Ortsansässigen misstrauisch. Nun sind zwei junge deutsche Touristen vom Amtsgericht Salten-Lofoten für die Brandstiftung verurteilt worden: Einer zu acht Monaten Gefängnis, einer zu zwei Jahren und acht Monaten. Letzterer will das Urteil anfechten. Darüber berichtete NRK.
Die Brandserie fand im Juli 2025 statt. Zuerst brannte eine Stapel Kisten mit Trockenfischköpfen. Dann Vegetation im Gelände. Dann die Aufbahrungskapelle auf dem Friedhof. Dann ein Holzschuppen neben einem Wohnhaus. Gegenüber NRK schilderten Ortsbewohner bereits im vergangenen Jahr, wie sie sich Sorgen machten und wie sie auf die jungen Männer aufmerksam wurden und sich über eine Facebookgruppe austauschten. Die Polizei bekam Tipps, „aber die Faktenlage war zu dünn“, so erklärte es ein Polizist nun bei der Gerichtsverhandlung.
Dorfbewohner stellten die Brandstifter
Als die beiden am Tag nach dem Schuppenbrand erneut in dem Gelände beobachtet wurden, wo es schon einmal gebrannt hatte, versammelten sich innerhalb weniger Minuten 30 Personen um sie herum. Die Polizei wurde gerufen. Zunächst leugneten die beiden alles, aber auf ihren Handys fand die Polizei Videos aller Brände. Vor Gericht räumten sie die Brandstiftungen schließlich ein. Neben den Haftstrafen müssen sie auch zusammen 125 000 NOK (rund 11 500 Euro) Schadensersatz zahlen.
Potenziell Lebensgefahr für Hausbewohner neben Holzschuppen
Besonders schwer wog für das Gericht das Anzünden des Holzschuppens neben einem bewohnten Haus. Das Gericht konnte dabei nur bei einem sicher sein, dass er es tatsächlich getan hatte, deshalb erhielt dieser die deutlich höhere Strafe. Der Angeklagte gab an, er sei davon ausgegangen, das Haus sei unbewohnt. Als er seinen Irrtum bemerkte, habe er das Feuer mit seiner Jacke wieder gelöscht. Allerdings flammte der Brand wieder auf, nachdem er gegangen war. Das Gericht ging in seinem Urteil davon aus, dass der Brandstifter mit dem Wiederaufflammen hätte rechnen müssen und dass er Lebensgefahr für die beiden Bewohner des Hauses in Kauf genommen habe. Gegen diesen Teil des Urteils will dieser Angeklagte Berufung einlegen.
Abendspaziergänge mit Zündbeuteln in der Jackentasche
Laut NRK waren die beiden jungen Männer in den Zwanzigern mit ihren Großelten auf Angelurlaub. Auf ihren Abendspaziergängen zündeten sie dann Dinge an. “ Vor Gericht hatte der Angeklagte Schwierigkeiten, die Frage zu beantworten, warum er bei seinen abendlichen Spaziergängen auf den Lofoten Zündtüten in seiner Jackentasche mit sich trug“, heißt es dazu bei NRK.
Es besteht der Verdacht, dass die beiden auch für eine Brandserie auf Frøya im Jahr 2024 verantwortlich sind. Die Ermittlungen auf Frøya wurden allerdings eingestellt, da es nicht genug Beweise gegeben habe.
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