Der Schlittenhund – der beste und älteste Freund des arktischen Menschen

Grönland/Alaska/Sibirien. Schlittenhunde gibt es bereits seit mehr als 9500 Jahren – und ihre Gene sind sehr speziell. Das zeigt eine neue Studie des Qimmeq-Projektes der Universität Kopenhagen mit internationalen Partnern. Untersucht wurden Gene von Grönlandhund, Sibirischem Husky, Alaskan Malamute und einem in Sibirien ausgegrabenen, etwa 9500 Jahre alten Schlittenhund. Veröffentlicht wurde die Studie jetzt in Science.

Grönländische Schlittenhunde. Foto Carsten Egevang/ Qimmeq

Die Insel Schochow (russisch Остров Жохова, englisch Zhokhov Island) liegt in der Ostsibirischen See, gehört zu den Neusibirischen Inseln und war nicht immer eine Insel. Man fand in der Gegend Gerätschaften, die an Schlitten und Zugseile erinnerten. Und man fand Überreste eines Hundes, die sich als etwa 9500 Jahre alt erwiesen. Der Hund, der nach der Insel benannt wurde, erwies sich als aufschlussreiche Quelle zur Erforschung des besten Freundes arktischer Völker. Daran ließ sich auch ablesen, wie lange die Menschen in der Arktis schon die Hilfe von Hunden in Anspruch nehmen, um schnell lange Wege zurückzulegen, zum Beispiel zur Jagd am Eisrand.

Schlittenhunde gibt es schon länger als ursprünglich angenommen

Das Genom des Schochow-Hundes ist aktuell das älteste sequenzierte Hunde-Genom – und es zeige, dass sich Hunde bereits sehr früh diversifizierten und spezialisierten, so Mikkel Sinding, einer beiden Erstautoren. Der genetische Vergleich ergab, dass alle drei heutigen Schlittenhunderassen große genetische Gemeinsamkeiten mit dem Schochow-Hund haben, die andere heutige Hunde nicht haben. Bisher sei man davon ausgegangen, dass die Schlittenhunde erst 2000 bis 3000 Jahre alt seien, so der andere Erstautor, Shyam Gopalakrishnan.

Spezialisiert auf die fettreiche Nahrung der Arktis

Schlittenhunde sind perfekt an schwere Arbeit in der Kälte angepasst. Sowohl der Schochow-Hund als auch die heutigen Schlittenhunderassen sind außerdem genetisch ausgelegt auf fettreiche Nahrung. Ihnen fehlt das Vermögen, stärkereiche Nahrung abzubauen, das andere Hunderassen haben. Erklärt wird dies damit, dass in den arktischen Gegenden kein Ackerbau betrieben werden konnte, aber Jagd auf Seehunde, Walrosse oder Wale.

Gemeinsam ist ihnen auch, dass sie genetische Spuren eines eiszeitlichen sibirischen Steppenwolfs tragen – bei keiner anderen Hunderasse lassen sich diese sonst nachweisen. Von dieser Tierart gibt es 33 000 Jahre alte Relikte. Und diese Art ist vor 15 000 bis 20 000 Jahre ausgestorben. Vermutlich ist die genetische Linie der Schlittenhunde also noch älter als 9500 Jahre.

Der Grönlandhund ist dem Schochow-Hund am ähnlichsten

Der Grönlandhund mag sich geografisch am weitesten von Sibirien entfernt haben – genetisch ist er dem Schochow-Hund am ähnlichsten, zeigte die Untersuchung. Er wanderte mit den Menschen über Nordamerika nach Grönland, wo es lange keine anderen Hunde gab – und heute wird streng darauf geachtet, dass die Hunderassen sich nicht vermischen. Interessanterweise fanden die Forscher bei der Sequenzierung keine genetischen Spuren vom Paarungen mit Polarwölfen, obwohl Berichte davon überliefert sind. Diese Nachkommen haben also offenbar nicht überlebt. (Weitere Quelle Aftonbladet)

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Färöer: Jetzt auch neue Infektionen in der Bevölkerung

Färöer.  Auf den Färöer gibt es zwei neue Covid-19-Infizierte. Sie kennen sich nicht, wohnen an verschiedenen Orten und die Ansteckungsquelle ist unbekannt. Eine weitere Person aus Dänemark wurde bei der Rückreise von den Färöer positiv getestet. Allen gemeinsam ist allerdings, dass sie vergangene Woche die traditionelle Ólavsøka besucht haben, berichtet Kvf.fo.

Schon vor den Feiertagen war dazu aufgerufen worden, die Pandemie nicht zu vergessen. Medienberichten zufolge setzten allerdings sehr viele Menschen ihre Prioritäten anders und es kam sogar zum eigentlich abgesagten Singen.

Seit Ende April hatte es keine Infizierten mehr gegeben, die sich auf den Färöer angesteckt hatten. Es gab allerdings zuletzt eine Familie, die bei der Einreise positiv getestet wurde, sowie infizierte Seeleute von zwei verschiedenen ausländischen Schiffen. Siehe auch Wie das Virus sich an den hohen Norden klammert

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Norwegen schränkt Kreuzfahrten wieder ein

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  • Bereits laufende Touren dürfen durchgeführt und beendet werden, aber ohne Landgang.
  • Fahrten mit mehr als 100 Personen an Bord (inklusive Besatzung) werden zunächst nicht mehr genehmigt und dürfen nicht in norwegischen Häfen anlegen.
  • Auch bereits genehmigte Fahrten dürfen zunächst nicht starten.
  • Ausländische Crews müssen ihre Quarantäne absitzen, bevor sie an Bord gehen. Bisher war auch eine Quarantäne an Bord erlaubt. Dies ist eine der möglichen Ursachen für den Ausbruch auf der MS Roald Amundsen.

In den zwei Wochen soll der Ausbruch auf der Roald Amundsen weiter untersucht und Folgerungen daraus gezogen werden. Fähren und der Linienverkehr von Bergen nach Kirkenes sind davon nicht betroffen.

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