Island. Island ist aktuell eins der teuersten Länder der Welt – jedenfalls nach der Berechnung der isländischen Gewerkschaft Viska. Die Preise seien höher als in der Schweiz und deutlich höher als in den anderen nordischen Ländern. Preise in Island lägen 84 Prozent über dem europäischen Durchschnitt und stiegen schneller als in anderen europäischen Ländern. Darüber berichtete auch mbl.is (englisch).

Preisniveau 2025 und 2026 auf Basis von Zahlen von Eurostat und der isländischen Zentralbank. Berechnet von Viska anhand harmonisierter Preisindizes und Euro-Umtauschraten in dem jeweiligen Land. Von links nach rechts: Island, Schweiz, Luxemburg, Norwegen, USA, Irland, Dänemark, Schweden, Finnland, Niederlande. Quelle Viska
Viska ist die isländische Gewerkschaft für Akademiker. In den Berechnungen stützt sie sich auf Zahlen von Eurostat und der isländischen Zentralbank. Hauptsächlich wird Island mit den anderen nordischen Ländern verglichen. In Bezug dazu kosteten Lebensmittel auf Island 44% mehr, Milchprodukte sogar 75%. Restaurantbesuche seien 31% teurer, der Kauf eines Fahrzeugs 40%.
Die höheren Löhne allein könnten diese Abstände nicht erklären, so Viska, und sieht die Ursache auch in hohen Importzöllen und Oligopolen. Doch die Preise seien „zu hoch“ . Viska warnt vor sinkenden Exporten und einer Abwertung der Krone, wenn es nicht gelinge, die Inflation zu stoppen.
- Die Gewerkschaft fordert die Unternehmen auf, die Preise um zehn Prozent zu senken. Schließlich seien die Preise einheimischer Produkte in den vergangenen drei Jahren um 20% gestiegen, die Produktivität aber nur um 12%.
- Sie empfiehlt den Privathaushalten, preisbewusster zu einzukaufen. Bisher scheinen sich die Haushalte nicht einzuschränken.
- Vor allem aber wird die Regierung aufgefordert, die ihr zur Verfügung stehenden Mittel gegen Inflation einzusetzen.
Tatsächlich hatte Island im April eine Inflationsrate von 5,2% und damit deutlich mehr als Norwegen (3,4%), Österreich (3,4%), Deutschland (2,9%), Finnland (1,5%), Schweden (0,8%) und die Schweiz (0,6%). Im März lag Island bei 5,4% – auch da höher als die anderen.
Vor kurzem hat die isländische Regierung deshalb bereits die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe gesenkt.
