Sturm und Lawinen: Keine friedlichen Ostern im Norden

Die Ostertage waren im Norden alles andere als friedlich. Südskandinavien wurde Ostersonntag von Sturm „Dave“ getroffen, Island gestern von einem anderen Tief. Während die Stürme riesige Sachschäden anrichteten und Reisenden Probleme machten, gab es Tote durch Lawinen und Schiffsunfälle.

Tiefdruckgebiete

Mehrere Tiefs unterwegs – „Dave“ zieht jetzt von Schweden nach Osten. Quelle metoffice.gov.uk, @Crown Copyright, Contains public sector information licensed under the Open Government Licence v3.0

„Dave“ zog über Südnorwegen und Südschweden, deckte Dächer ab und kippte Bäume um. Zehntausende waren zeitweise ohne Strom. Zahlreiche Bahnverbindungen wurden zeitweise eingestellt, darunter Göteborg-Stockholm und Göteborg-Malmö – ohne Ersatz.  Am schlimmsten traf es die Fahrgäste eines Zugs von Oslo nach Göteborg, wo die Lok in einen umgekippten Baum gefahren war, Der Zug stand acht Stunden lang stromlos und ohne funktionierende Toiletten still. Auf der E22 vor Sölvesborg kam es aufgrund einer Sandwolke zu einer Massenkarambolage mit 15 Fahrzeugen. Fünf Personen wurden verletzt. 

Mann über Bord vor Stavanger

Vor Stavanger fiel am Ostersonntag ein Mann im Sturm von Bord eines Tankers. Es wurde mehrere Stunden lang mit Schiffen und Hubschraubern nach ihm gesucht, aber ohne Erfolg. Schließlich wurde die Suche abgebrochen, da es keine Aussichten mehr gab, ihn noch lebend zu finden.

Böen in Orkanstärke vor Südnorwegen und Westschweden

Die höchsten Windgeschwindigkeiten wurden an der südnorwegischen Küste gemessen. Auf Eigerøya erreichten Böen 42,7 Meter pro Sekunde. Die höchsten Windgeschwindigkeiten in Schweden wurden an der Westküste gemessen, auf Måseskär vor Orust waren es in Böen 39,8 m/s. 

Flugausfälle auf Island

Auf Island war der Südwesten am meisten betroffen. Hier sorgte Blitzschlag für einen Stromausfall. Die Ringstraße war zeitweise zwischen Markarfljót und Öræfasveit gesperrt, ebenso diverse Hochlandrouten. Autos blieben stecken, bei Kjalarnes kippte ein Bus auf die Seite. Sämtliche Inlandsflüge und auch ein Teil der internationalen Flüge wurden eingestellt. Und die gestrandeten Passagiere nach Hause zu bringen, wurden für heute zusätzliche Flüge angesetzt.

Tödliche Unfälle

Auch andere Naturgewalten hatten während der Ostertage Folgen, sogar tödliche:

Am Gründonnerstag kenterte ein Boot mit zwei Erwachsenen und einem Kind vor den Lofoten. Es konnten zwar alle aus dem Wasser geholt werden, zwei starben jedoch trotzdem an Unterkühlung.

Am Samstag wurden vier Personen bei Nuuk von einer Lawine erfasst. Ein 17-Jähriger starb dabei.

Am Montag wurden vier Personen in Hemsedal von einer Lawine erfasst, eine Norwegerin in den 20ern und ein Schwede in den 30ern starben dabei. 

Früherer Artikel zum Thema:

Verschütteter Skitourist nach drei Wochen tot geborgen

 

 

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Jagd auf Grönlandhaie ist abgesagt – nicht erlaubt

Avannaata Kommunia (Grönland). Der Grönlandhai ist bei grönländischen Fischern nicht beliebt: Er bedient sich nämlich gern an ihren Haken und Netzen und zerstört dabei die Ausrüstung. Auf Wunsch der Fischer hatten die Kommunalpolitiker in Grönlands nördlichster Kommune Avannaata deshalb beschlossen, 1000 Grönlandhaie erlegen zu lassen. Pro totem Hai sollte es 300 DKK Belohnung geben. Doch die Aktion wird nicht stattfinden. Das Ministerium für Fischerei, Landwirtschaft und Selbstversorgung wies darauf hin, dass es dafür keine gesetzliche Grundlage gebe. Darüber berichtete Sermitsiaq.

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Frohe Ostern!

großes bemaltes Ei in trockenem Gras

Glad påsk! Hyvää pääsiäistä! God påske! Gleðilega páska! 

Werft gerne auch einen Blick in die neue Galerie: Höga Kusten im April mit Fotos von Jan Steffen

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Grönländische Rubine zurück in Grönland – an geheimem Ort

Grönland. An einem geheimen Platz in Grönland liegt jetzt ein Haufen Rubine sicher verwahrt. Sie stammen aus der Konkursmasse von Greenland Ruby, und die grönländische Rohstoffverwaltung ließ sie aus Lagern in Indien und Thailand zurück nach Grönland bringen. Es ist nicht sicher, wer die Steine letztendlich verkaufen darf. Aber „wenn die Rubine dort verschwunden wären, hätte es keine realistische Chance gegeben, sie zu wiederzubekommen“, so Ministeriumsleiter Jørgen Hammeken-Holm. Darüber berichtete KNR.

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Der Skrei schwimmt jetzt lieber in die Finnmark – Verlierer Lofoten

Norwegen. Früher sprach man von „Lofotfiske“: Besonders vor den Lofoten füllten sich die Netze schnell, wenn der wandernde Barentssee-Kabeljau zur nordnorwegischen Küste kam, um dort zu laichen. Diesen Winter waren die Fänge vor den Lofoten jedoch ziemlich mager. Der Skrei, wie der Fisch auch genannt wird, tauchte stattdessen vor allem vor der Vest-Finnmark auf – nicht zum ersten Mal. Darüber berichteten NRK und High North News.

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Schweden vergibt Auftrag für neue Nachtzüge an Talgo

Schweden. Die schwedische Verkehrsbehörde (Trafikverket) hat 91 neue Nachtzugwagen und zehn Loks für die Strecke Stockholm-Nordschweden bestellt. Wie SVT und SR berichten, sollen die neuen Züge von der spanischen Firma Talgo kommen, die die Ausschreibung gewonnen hat. Sie kosten zusammen 5,5 Milliarden SEK (500 Millionen Euro)  und sollen 2030 einsatzbereit sein. 

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Neue Bilder in der Galerie: Höga Kusten

Blick bergab auf ein Gewässer, auf dem noch etwas Eis liegt

Skuleberget Naturreservat, Höga Kusten. Foto Jan Steffen

Seit der letzten Eiszeit hat sich das Land um Örnsköldsvik an der schwedischen Ostküste herum um 286 Meter gehoben – am deutlichsten zu sehen am Skuleberg, der einst nur eine kleine Schäre war. Das ist die höchste postglaziale Landhebung weltweit. Selbst heute steigt das Land immer noch um etwa acht Millimeter pro Jahr nach oben. Deshalb ist Höga Kusten heute Weltnaturerbe. Jan Steffen aus Kiel besuchte Schwedens Hohe Küste im April 2025 – seht seine Bilder diesen Monat in der neuen Galerie.

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Billiger Essen in Schweden, billiger Tanken in Norwegen

Schweden/Norwegen. Ab heute ist in Schweden Essen und in Norwegen Tanken vorübergehend billiger, weil Steuern gesenkt bzw. Abgaben ausgesetzt wurden. Für Verbraucher ist dies in der aktuellen Situation selbstverständlich ein Grund zur Freude. Die beiden Maßnahmen haben allerdings einen unterschiedlichen Hintergrund.

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Neues Modell für Betrieb des Nachtzugs Stockholm-Narvik

Schweden. Die schwedische Verkehrsbehörde (Trafikverket) hat die Ausschreibung für den Nachtzugbetrieb nach Nordschweden und Narvik ab Dezember 2026 abgebrochen: Sämtliche Angebote lagen weit über den Vorstellungen von Trafikverket. Ein neues Modell soll nun her, bei dem die Betreibergesellschaft weniger Risiken selbst tragen muss. Alles soll besser werden, wenn 2030 die neuen Züge kommen. Darüber berichteten SVT und järnvägar.nu.

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Zwei vermutlich ukrainische Drohnen in Finnland abgestürzt

Kouvola (Finnland). Zwei ausländische Militärdrohnen stürzten gestern Vormittag in der Nähe von Kouvola in Südfinnland ab. Niemand wurde dabei verletzt. Eine der beiden Drohnen wurde bereits als ukrainisch identifiziert, bei der anderen wird es ebenfalls vermutet. Darüber berichtete Yle (finnisch, englisch, schwedisch). Finnische Politiker und Militärs gehen von einem Versehen aus. Die Ukraine hatte in der vergangenen Woche mehrfach Einrichtungen in den russischen Ostseehäfen Ust-Luga und Primorsk angegriffen, auch gestern. Update 19 Uhr: Die Ukraine hat sich bei Finnland entschuldigt.

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