Norwegen: Mehr Kontrolle beim Nordlichttourismus

Nordnorwegen. Die Nordlichtsaison hält noch ein paar Wochen an, dann wird es zu hell. Noch ein paar Wochen Saison auch für diejenigen, die die Suche nach dem faszinierenden Himmelslicht zu ihrem Geschäft gemacht haben. Seit Herbst kontrollieren Polizei und Aufsichtsbehörde in Nordnorwegen Akteure im Nordlichttourismus. 17 Personen aus Asien wurden bisher wegen fehlender Genehmigungen ausgewiesen. Darüber berichtete NRK.

Per Bus auf Nordlicht-Jagd bei Tromsø. Foto Jan Steffen

Eigentlich kann jeder das Nordlicht gratis sehen, wenn er nur zur richtigen Zeit bei klarem Himmel an einem dunklen Ort den Blick nach oben richtet. In einem von künstlichem Licht hell erleuchteten Ort ist diese Dunkelheit aber gar nicht so einfach zu finden, und manchmal stören auch Wolken die Sicht. Viele Touristen, die einen weiten Weg zurückgelegt haben, um das Nordlicht endlich zu sehen, wollen ihre Chancen maximieren und buchen eine Tour mit einen Profi-Guide, der sie zum bestmöglichen Ort bringen soll. So jedenfalls die Hoffnung.

Nordlichtsafari -Unternehmen leicht gemacht

Neben großen Bussen sind dabei auch viele kleine im Einsatz, für die ein Autoführerschein reicht. „Das einzige, was du brauchst, ist ein Siebensitzer oder ein SUV und jemanden, der fahren kann. Dann hast du plötzlich ein Nordlichtsafari-Unternehmen“, so zitiert NRK Kurt Kolvereid Jacobsen, Leiter des sogenannten A-Krim-Zentrums in Nordland, das sich mit Verstößen gegen arbeitsrechtliche Bestimmungen verschiedener Art beschäftigt. Typische Verstöße, die sie finden: 

  • fehlende Arbeitsgenehmigung in Norwegen
  • fehlende Berechtigung zum Transport von Personen 
  • Mängel an den Fahrzeugen
  • Schwarzarbeit
  • Verstoß gegen Regeln zur Arbeitszeit
  • Fehlende Versicherungen

In dieser Nordlichtsaison wurden bisher 17 Personen in ihre asiatischen Heimatländer ausgewiesen, die in den Lofoten, Ofoten und Troms Touristen fuhren, ohne eine norwegische Arbeitserlaubnis zu haben. Teilweise wurden dafür Autos in Finnland oder Schweden gemietet und über die Grenze gefahren.  Andere Akteure erhielten Geldstrafen. Die Dienste solcher Anbieter waren meist deutlich billiger als andere.

Kleinteilige Regelungen erschweren die Praxis

Es sind aber nicht nur ausländische Akteure, die Probleme haben, die Vorschriften zu erfüllen. So berichtete NRK jüngst über einen Tourguide auf den Vesterålen, Nordland Fylke, der seine Gäste nicht legal auf dem direkten Weg vom Flugplatz Evenes abholen darf. Denn dabei würde er ein kleines Stück des Fylke Troms queren. Troms vergibt die Ausnahmen vom Taxigesetz für Tourunternehmer jedoch anders als Nordland. Der Betroffene hat nur die Wahl, einen 700 Kilometer langen Umweg zu fahren oder Strafzahlungen zu riskieren. Eine nationale Regelung speziell für Touranbieter könnte Abhilfe schaffen und wird von vielen gefordert, existiert jedoch bisher nicht.

Mehr zum Tourismus in Norwegen: Norwegische Touristenattraktionen gehören jetzt deutschem Fonds

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Neue Bilder in der Galerie: Kulturhauptstadt Oulu

Kauppahalli und Toripoliisi bei Nacht

Oulu in Finnland ist gerade eine der beiden europäischen Kulturhauptstädte und hat deshalb zurzeit besonders viele Veranstaltungen zu bieten. Außerdem ist es eine Stadt mit viel Wasser, das um diese Jahreszeit dick zugefroren ist, aber nicht alles. Aktuelle Fotos aus Oulu seht ihr diesen Monat in der neuen Galerie. 

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Island: Referendum zu EU spätestens 2027 – oder früher?

Island. Will Island jetzt schnell in die EU? Darüber schrieben jüngst mehrere internationale Medien. Fakt ist: In der Koalitionsvereinbarung ist festgelegt, dass es nicht später als 2027 eine Referendum zu dieser Frage in Island geben soll. Wie Premierministerin Kristrún Frostadóttir erklärte, gehe es aber nicht um eine Mitgliedschaft um jeden Preis. Islands besondere Lage müsse berücksichtigt werden. Darüber berichteten RÚV und mbl.is.

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Start-up Lyten hat Northvolt in Schweden übernommen

Skellefteå (Schweden). Das US-amerikanische Batterie-Start-up Lyten ist nun Eigentümer des einst viel größeren, aber gestrandeten Batterieriesen Northvolt in Schweden. Zum Kauf gehören sowohl die Fabrik in Skellefteå (Northvolt Ett) als auch die Forschungseinrichtung in Västerås. Das berichteten unter anderem SVT und Dagens Nyheter (DN). Die Northvolt-Anlage in Polen gehört Lyten bereits. Wie es mit dem deutschen Northvolt-Standort in Heide weitergeht, bleibt noch unklar.

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Island: Gletscher verloren in einem Jahr 15 Milliarden Tonnen Eis

Island. Die isländischen Gletscher haben im Gletscherjahr 2024/2025 rund 15 Milliarden Tonnen Eis verloren. Das zeigen die jüngsten Messungen. Damit scheinen die Gletscher wieder schneller abzuschmelzen als in der Periode 2012–2020. Die Wissenschaftler sehen einen Zusammenhang mit den Meerwassertemperaturen südwestlich von Island. Darüber berichtete auch Vísir. Die isländische Tourismusorganisation (Ferðamálastofa) warnt Tourenanbieter vor neuen Spalten in den Gletschern.

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Färöer: Suðuroy-Tunnel beschlossen, Koalition zerbrochen

Färöer. Das färöische Parlament beschloss gestern mehrheitlich die Projektierung und Ausschreibung des Suðuroy-Tunnels – aber die Koalition ist darüber zerbrochen. Regierungschef Aksel V. Johannesen erklärte, es gebe kein Vertrauen mehr innerhalb der Koalition, und er rief vorzeitige Neuwahlen für den 26. März aus. Eigentlich wäre eine Wahl erst im Dezember wieder fällig gewesen. Darüber berichtete KVF. Nachtrag: Es gibt auch vorzeitige Neuwahlen zum dänischen Folketing, am 24. März.

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Transatlantik-Flughafen in Ilulissat soll am 29. Oktober eröffnen

Ilulissat (Grönland). Der Flughafen ist noch gar nicht fertig – aber ab sofort kann man Tickets für Direktflüge zwischen Kopenhagen und der grönländischen Welterbe-Stadt Ilulissat buchen. Die Eröffnung soll am 29. Oktober dieses Jahres stattfinden. Das kündigte Air Greenland an.

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Schweden: Atomkraftwerk Oskarshamn 3 fällt bis Ende Mai aus

Oskarshamn (Schweden). Das Atomkraftwerk Oskarshamn 3 musste gestern wegen eines unerwarteten Fehlers heruntergefahren werden. Die Dichtheit der Ventile muss überprüft werden. Direkt danach steht die jährliche Wartung an. Deshalb wird das AKW voraussichtlich erst am 22. Mai wieder in Betrieb gehen. Darüber berichteten SR und SVT. 

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Arktisches Kommando birgt Person aus US-U-Boot ab

Nuuk (Grönland). Das Arktische Kommando, Dänemarks Rettungs- und Streitkräfte in und um Grönland, hat am Samstag ein erkranktes Besatzungsmitglied von einem US-U-Boot vor Nuuk abgeborgen. Die Person wurde zur Behandlung ins Krankenhaus in Nuuk gebracht. Das teilte das Arktische Kommando selbst mit.

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Wie ein Stromausfall das Eis in Oulu in Bewegung setzte

Oulu (Finnland). Ein Stromausfall hatte weitreichende Folgen für die Stadt Oulu: Er traf auch das Wasserkraftwerk, bei dem sich die Turbinen abschalteten. Da der Wasserspiegel im Reservoir daraufhin stieg,  mussten die Fluttore geöffnet werden. Die Strömung brach auch das Eis auf dem Reservoir auf und riss die Schollen mit sich. Wasser und Eis richteten zahlreiche Sachschäden an. Die Folgen sind auch eine Woche nach dem Ereignis noch deutlich zu sehen, und die Aufsichtsbehörde hat eine Untersuchung eingeleitet. Darüber berichteten Yle und Kaleva.

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