Schweden: Andersson scheitert erwartet beim ersten Wahlgang

Schweden. Die Wahl in Schweden ist gut einen Monat her, aber immer noch gibt es keine Anzeichen für eine neue Regierung. Gestern ließ Parlamentssprecher Andreas Norlén über die Sozialdemokratin Magdalena Andersson als neue Premierministerin abstimmen. Dabei bekam sie jedoch nur die 99 Stimmen ihrer eigenen Partei, der Rest waren Gegenstimmen – noch immer können sich ihre potenziellen Koalitionspartner nicht auf eine gemeinsame Linie einigen.

Riksdag, Stockholm

Die alte Regierung unter dem konservativen Moderaten Ulf Kristersson hat keine Mehrheit mehr. Die bisherige Opposition findet nicht zusammen, weil sich die Forderungen von Zentrumspartei (keine Beteiligung der Linkspartei!) und der Linkspartei (wir stützen nur eine Regierung, an der wir auch beteiligt sind) ausschließen. Vergangene Woche gab es immerhin ein erstes Treffen aller vier Parteien auf der sogenannten „rotgrünen“ Seite – und das sogar auf Einladung der Zentrums-Chefin Elisabeth Thand Ringqvist. Doch einen Durchbruch gab es dabei nicht.

Parlamentssprecher Norlén macht Druck

Indem Norlén gestern zur Abstimmung rief, obwohl das Ergebnis erwartbar war, erhöhte er den Druck auf die potenziellen Koalitionspartner, sich zu bewegen. Denn ein Parlamentssprecher hat nur vier Abstimmungsversuche über den Premierministerposten, ist keiner erfolgreich, muss es Neuwahlen geben. 

Folgende Lösungsmöglichkeiten sind aktuell denkbar:

  • Die vier rotgrünen Parteien (Sozialdemokraten, grüne Umweltpartei, Linkspartei und Zentrum) schaffen es doch, eine gemeinsame Linie zu finden. In diesem Fall müsste die Zentrumspartei mit dem Vorwurf leben, ein Wahlversprechen gebrochen zu haben, und bräuchte politische Zugeständnisse, um dies zu rechtfertigen. Bisher sehen Politikkommentatoren allerdings eher eine Verhärtung der Linien. 
  • Die Sozialdemokraten bilden eine Minderheitsregierung, die von den anderen dreien gestützt wird. Dies hat die Zentrumschefin gestern vorgeschlagen. Eine solche Konstellation würde Beschlüssen von Umwelt- und Linkspartei widersprechen, bisher haben diese auf den Vorschlag auch ablehnend reagiert.

Andere rechnerisch mögliche Lösungen schwer denkbar

Alle anderen rechnerisch möglichen Lösungen scheiden eigentlich aus, weil die Hürden noch höher sind: Die Zentrumspartei kann nicht plötzlich ihre rote Linie gegen die Schwedendemokraten aufgeben, die sie nun schon lange pflegt und damit Wählerstimmen gesammelt hat. Eine „große Koalition“ aus Sozialdemokraten und Moderaten, zusammen mit dem Zentrum, war bisher in Schweden undenkbar. 

Ob Neuwahlen ein einfacher umsetzbares Ergebnis bringen würden, ist keineswegs sicher.

Frühere Artikel zum Thema:

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Transporter hat Strömsundsbrücke verlassen – weiterhin gesperrt

Strömsund (Schweden). Ende September verzog sich die Strömsundsbrücke, während ein Schwertransporter darüber fuhr. Wie inzwischen klar ist, war dabei ein Pendellager gebrochen. Nach 16 Tagen durfte der Transporter die Brücke gestern verlassen. Um die Fahrbahn wieder in eine Ebene zu bekommen, waren 96 Betonblöcke platziert worden. Darüber berichtete SVT. 

Bei dem Transport handelt es sich um einen Transformator für einen Kunden in Norwegen, der eine Ausnahmegenehmigung für die Passage hatte. Die beschädigte Brücke bleibt weiter geschlossen. Sie soll nun gründlich inspiziert und repariert werden. Für den Fernverkehr auf der E 45 gilt eine weiträumige Umleitung. Für den lokalen Verkehr wird voraussichtlich nächste Woche eine provisorische Fähre eingesetzt.

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Unter dem Dach der Familie – Nordische Filmtage 2026

„Buddenbrooks p:reloaded“ ist das Thema der Retrospektive der diesjährigen Ausgabe der Nordischen Filmtage in Lübeck vom 4. bis zum 8. November. Unter dieses Dach passen aktuelle und historische Werke mit unterschiedlichen Perspektiven. Dazu gibt es Überschneidungen zum Schwerpunkt Sápmi. Außerdem: Aktuelle Dokus und Kurzfilme sowie immersive Bild-und Sounderlebnisse im 360-Grad-Kino. Der Kartenvorverkauf beginnt am 24. Oktober. 

La Pietá, Foto SUICAfilms / AXfilms / Studio Nominum

Einiges ist neu an der diesjährigen Ausgabe: Der Vorverkauf findet künftig nur noch online statt, die Vorverkaufsgebühr fällt weg, es gibt teilweise Preiserhöhungen, aber auch drei neue Modelle für Pässe mit Preisermäßigungen. Vor dem eigentlichen Start der Filmtage wird es im 360-Grad-Kino auch einen kostenlosen Ozeantag geben. Während des Festivals kann man Tickets auch am Schalter kaufen – die, die dann eben noch übrig sind. Wie immer hat das Publikum aber eine Riesenauswahl mit 186 verschiedenen Filmen. Über die Hälfte davon lässt sich auch streamen! 

Das alte Haus und die Gletscher

Wie immer wird es auch viel Natur zu sehen geben, sowohl im immersiven 360-Grad-Kino als auch auf der klassischen Leinwand. Darunter „La Pietá“, was vielleicht nicht sehr isländisch klingt, aber ein spanisch-litauisch-isländischer Dokumentarfilm ist über ein altes Bauernhaus und inzwischen verstorbene Geschwister, die die Entwicklung der isländischen Gletscher dokumentierten. Inklusive historischer Aufnahmen und des heute bekannten Gletscherfotografen Ragnar Axelsson.

Elemente in Bewegung

Ein anderer Film über das sich wandelnde Klima ist „Feuer, Wasser, Erde, Luft“ – die Elemente, die in Bewegung gekommen sind, von Waldbrand bis Überschwemmung, von Erdrutsch bis Sturm. Diese grenzübergreifende nordische Doku zeigt verschiedene Menschen, die die Zeichen der Zeit erkannt haben, und versuchen, etwas zu tun. 

Die Flagge mit der roten Sonne

Erfalasorput. Foto Johannes Müller

Wie die grönländische Flagge aussieht, dürfte inzwischen bekannt sein, nachdem die Insel „dank“ Donald Trump kaum aus den Schlagzeilen kommt. Die Flagge ist noch nicht sehr alt – der Künstler Thue Christiansen entwarf sie 1985, er starb vor vier Jahren. Johannes Ujo Müller hat einen Film über die „Erfalasorput“ gedreht, in dem der Künstler noch selbst zu Wort kommt, und die zum Symbol für den Drang zur Selbstbestimmung des Landes geworden ist.

Wenn Artefakte nach Hause kommen

Den Schwerpunkt Sápmi hat Ehrenpreisträgerin Anne Lajla Utsi kuratiert.  Zu den fünf ausgewählten Filmen gehört „Mácchan“ – „Homecoming“ von Suvi West über die Rückführung samischer Artefakte aus europäischen Museen. Der Film zeigt, welche Emotionen dies weckt und welche Rolle diese Gegenstände noch heute für die kulturelle identität spielen. 

Über den Tod hinaus

Eine Matrosengeschichte/No Rest for the Wicked. Foto Salzgeber

Die dänisch-färöische „Matrosengeschichte“ von Kasper Kalle, international „No Rest for the Wicked“, ist ein etwas ungewöhnlicher Einschlag im Familienthema. Nicht nur, dass es sich um eine schwule Liebesgeschichte auf den Färöern im 19. Jahrhundert handelt. Sie endet auch nicht mit dem Tod, sondern im Vampirismus. Die Vorlage dafür ist übrigens eine Novelle namens „Manor“ von Karl Heinrich Ulrichs aus dem Jahr 1884 / 1885.

Das gesamte Programm: https://nordische-filmtage.de/de

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Heute schwerer Sturm auf Island erwartet

Island. Auf Island wird heute ein schwerer Sturm, je nach Region mit Regen, Schnee oder beidem erwartet. Besonders betroffen sind nach den Prognosen Nordwest- und Südwest-Island. Es besteht die Gefahr, dass Straßen gesperrt werden. Aktuelle Infos dazu bei road.is. Aufgrund des Sturms ließen die Behörden auch das Schiff „Bandero“ der Paul Watson Foundation von Akranes zurück nach Reykjavík schleppen. Update 20.50 Uhr: Es gab massive Sachschäden, Stromausfälle, eingestellte Inlandsflüge und Straßensperrungen.  

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Kallak-Firma in finanziellen Schwierigkeiten

Jokkmokk (Schweden). Das britische Unternehmen Beowulf, das in Kallak bei Jokkmokk eine Erzgrube eröffnen wollte, hat den Handel mit seinen Aktien gestoppt. Anlass ist eine geplatzte Finanzierung nach einer längeren Prüfung bei der schwedischen Inspektion für strategische Produkte, ISP. Darüber berichtete unter anderem SVT.

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Arbeiten für Google-Rechenzentren gestoppt: Genehmigung fehlt

Finnland. Anfang September kündigte Google eine Investition von 13 Milliarden Euro in Finnland an, unter anderem für drei neue Rechenzentren. Inzwischen ist klar: Der US-Konzern besaß die Grundstücke längst und hatte in Muhos und Kajaani sogar schon angefangen, sie abzuholzen – ohne die notwendigen Genehmigungen. Die finnischen Behörden haben diese Arbeiten nun gestoppt. Darüber berichtete Yle. 

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Island berät über „Infrastrukturabgabe“ für Touristen

Island. Die isländische Regierung hat eine „Infrastrukturabgabe“ für Touristen vorgeschlagen, die den sogenannten „Golden Circle“ besuchen. Viele Tourismus-Akteure, so berichtet RÚV, lehnen diese allerdings ab.

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Norwegen: Neues marines Schutzgebiet Andfjorden

Andøy/Senja/ Harstad (Norwegen). Der Andfjord ist nun Norwegens größtes marines Schutzgebiet.  Der neue Status wurde von der Regierung eingerichtet und soll sicherstellen, dass auch kommende Generationen die vielfältige Natur dort über und unter Wasser genießen können. Damit soll aber auch die Koexistenz von Fischerei, Militär und Raumfahrt geregelt werden.

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Mobilnetz-Fehler: Da standen alle Züge in Norwegen still

Norwegen. Kleine Ursache, große Wirkung: Ein Fehler im Mobilnetz von Telenor führte dazu, dass gestern Nachmittag in ganz Norwegen die Züge stillstanden. Von 15,15 Uhr an hatte es Probleme gegeben, den Notruf zu wählen oder einzelne Telenor-Kunden zu erreichen. Ab 17.25 Uhr soll das Problem gelöst gewesen sein, allerdings dauerte es, bis der Zugverkehr wieder in Gang kam. Darüber berichtete auch NRK.

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Durch die Nordostpassage mit mehr als 15 Knoten

Das südkoreanische Containerschiff „PanStar Acro“ durchquerte gerade die Nordostpassage ohne Eisbrecher von Ost nach West und zurück. Das norwegische Center for High North Logistics (CHNL) der Nord Universität analysierte den Hinweg und stellte fest, dass das Containerschiff auf dem arktischen Teil kaum langsamer war als auf der Strecke dorthin oder danach.  Dabei zeigte sich allerdings, dass auch bei insgesamt weniger Meereis einzelne Stellen problematisch sein können. Darüber berichtete auch High North News.

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