Nordostpassage 2020: Windjammer und Glasfaserkabel

Russland. Die Nordostpassage ist eisfrei – und wird in den nächsten Monaten zwei sehr ungewöhnliche Fahrten erleben. Von Osten wird das größte historische Segelschiff, die Sedow, auf diesem Weg ihre Weltreise vollenden. Von Westen kommt das Forschungsschiff Professor Logatschew, das den Seeboden für ein zukünftiges Projekt untersucht – der Verlegung eines transarktischen Glasfaserkabels von Europa nach Asien. Darüber berichtete der Barents Observer.

Die Sedow in arktischen Gewässern. Foto sts-sedov.info

Die Viermastbark Sedow (russisch Седов, englisch Sedov) hatte am 8. Dezember den Heimathafen Kaliningrad zur Weltumsegelung verlassen. Sie wurde einst in Kiel gebaut und hatte ihren Stapellauf 1921. Die Fahrt ist Teil einer größeren Aktion: zu Ehren der russischen Antarktisexpedition vor 200 Jahren und zum Sieg vor 75 Jahren.  Die Sedow befindet sich inzwischen in Wladiwostok. Für sie gab es dort einen neuen Plan: Statt durch den Pazifik sollte sie nach dem Crewwechsel über die Nordostpassage zurückkehren.

Das größte Segelschiff in der Nordostpassage

Die Sedow ist zwar nicht das erste Segelschiff dort. Schließlich durchfuhr der Schwede Adof Erik Nordenskiöld bereits 1878/79 mit einem solchen als Erster die Passage ganz. Dessen umgebauter Walfänger Vega, der auch eine Dampfmaschine besaß, war allerdings nicht einmal halb so lang wie die Sedow, die 117 Meter misst. Auf dem Weg zurück nach Europa wird die Sedow auch ihren ehemaligen Heimathafen Murmansk anlaufen. Geplant wurde die Tour von der russischen Fischereibehörde und gesegelt wird das Schiff inzwischen ausschließlich von jungen Auszubildenden. Aufgrund von Corona wurden alle Trainee-Reisen für andere Interessenten abgesagt.

14 000 Kilometer Glasfaserkabel

Während die Sedow für die Vergangenheit steht, ist die Professor Logatschew (russisch Профессор Логачев, englisch Professor Logachev) für die Zukunft unterwegs. Am 6. August startete das Forschungsschiff vom norwegischen Kirkenes aus Richtung Osten. Seine Aufgabe ist, eine geeignete Trasse für ein Glasfaserkabel zu finden, das von Kirkenes bis Japan laufen soll – rund 14 000 Kilometer. Das soll die Internetverbindungen im Norden verbessern. Der Plan ist ein gemeinsames Projekt des russischen Unternehmens MegaFon und der finnischen Firma Cinia mit weiteren internationalen Partnern. Eine leistungsstarke Glasfaserverbindung könnte auch dem norwegischen Kirkenes neue Möglichkeiten bieten.

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