Finnland/Schweden. Eine ungewöhnliche Skitour hatte sich ein Mann und eine Frau aus Deutschland vorgenommen: von Oulu in Finnland bis Luleå in Schweden über das Eis der Bottenwiek. Sie kamen zwar ein gutes Stück weit, doch dann brach eine Scholle, und ein Großteil ihrer Ausrüstung versank. Die beiden konnten von einem Hubschrauber der finnischen Küstenwache gerettet werden. Darüber berichteten Yle und SVT.

Das in Not geratene Paar hatte SOS mit einem SOS aus Eisblöcken zusätzlich auf sich aufmerksam gemacht. Foto Länsi-Suomen merivartiosto
Der Notruf ging am Samstagmorgen um 6.30 Uhr bei der Rettungsleitstelle in Turku ein. Sowohl finnische als auch schwedische Helikopter der Küstenwache und sogar zwei schwedische Jas Gripen-Flugzeuge machten sich auf die Suche, konnten das Paar aber nicht gleich finden. Nach einer neuen Positionsangabe vom Sender der beiden Skifahrer konnte ein finnischer Helikopter sie lokalisieren. Mit Eisblöcken aus einem Eiswall hatten sie außerdem die Buchstaben „SOS“ aufs Eis geschrieben. Laut Yle befanden sie sich westlich der Krunnit-Inselgruppe, die zur Kommune Ii gehört.
„Hatten gute Ausrüstung“
Wie der finnische Küstenwache-Offizier Jussi Ikola gegenüber Yle berichtete, waren die beiden Skifahrer schon seit Montag unterwegs gewesen. Sie hätten im Zelt auf dem Eis übernachtet. In der Nacht zu Samstag sei das Eis jedoch gebrochen. Die beiden konnten sich auf eine stabile Scholle retten, aber der Großteil der Ausrüstung versank im Wasser. Ikola betonte in einem anderen Interview mit Yle, die beiden hätten gute Ausrüstung gehabt und seien erfahren gewesen. Doch die Eisverhältnisse seien aufgrund des Sturms schwierig gewesen. Außerdem sei dies ein Gebiet, das viele Eisbrecher passierten.
„Tour über die Bottenwiek ist nicht wie Expedition zum Nordpol“

Ausschnitt aus der Eiskarte vom 15.3.2026, Quelle SMHI/FMI, ganze Karte hier.
Reine Luftlinie sind es von Oulu bis Luleå nur 165 Kilometer. Laut Eiskarte handelt es sich um 30-50 Zentimeter dickes, dichtes und kompaktes Treibeis auf der Bottenwiek. Amund Lindberg von der schwedischen Eisbrecher-Leitstelle rät gegenüber SVT trotzdem von einer solchen Skitour ab: „Das Eis da draußen ist in Bewegung. Man kann eine Skitour auf der Bottenwiek nicht mit einer Expedition zum Nordpol vergleichen.“ Zu der Zeit hätten außerdem Plusgrade und Sturm geherrscht, das Eis hätte sich bewegt und zu Wällen aufgetürmt. Und man wisse nie, wo sich ein neuer Wall bilde.
Sturm trieb das Eis nach Norden
Aktuell liegt noch dickes Treibeis in der Bottenwiek, im östlichen Finnischen Meerbusen und in der Riga-Bucht. Der Sturm hat das Eis jedoch nach Norden geschoben und komprimiert. Das übereinandergeschobene und zu Wällen aufgehäufte Eis erschwert die Arbeit der Eisbrecher. An der finnischen und der nordschwedischen Küste liegt weiterhin festes Eis.
Ergänzt 20 Uhr mit zusätzlichen Details, u.a. zur Ausrüstung
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