Mit dem Literaturzug zur Buchmesse

Literaturzug

Jostein Gaarder und Prinzessin Mette Marit mit Schulkindern im Literaturzug. Foto: Deutsche Bahn AG / Pablo Castagnola

Am Mittwoch wird in Frankfurt die Buchmesse mit Norwegen als Ehrengast eröffnet. Kronprinzessin Mette Marit ist Botschafterin für norwegische Literatur im Ausland und deshalb selbstverständlich dabei, obwohl sie seit ihrer Diagnose mit Lungenfibrose deutlich kürzer tritt, was Repräsentationsaufgaben betrifft. Heute startete sie mit dem „Literaturzug“ der DB von Berlin Richtung Köln, die Autoren Anna Fiske, Jostein Gaarder, Maria Paar und Svein Nyhus sind auch an Bord. Unterwegs werden sie Schulkindern vorlesen. Morgen rollt der Literaturzug dann mit ihr  und 19 norwegischen Autoren weiter nach Frankfurt.

In Norwegen ist Mette Marit schon seit 2014 jeden Sommer mit dem „Litteraturtog“ voller Bücher unterwegs und wirbt im Land für’s Lesen. Mehr zum Programm der Buchmesse siehe Ab 16. Oktober: Norwegen Gastland bei der Buchmesse in Frankfurt

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Islands höchster Baum misst jetzt 28,70 Meter

Island. Um Meilensteine im Baum-Wachstum zu feiern, muss man schon ein bisschen Geduld mitbringen, jedenfalls auf Island. Dort wartet der staatliche Forstdienst Skógræktin gespannt auf den Moment, an dem der höchste Baum der Insel die 30-Meter-Marke erreicht. Dabei handelt es sich um eine Sitkafichte, die inzwischen 28,70 Meter misst. Die neue Größe wurde auf der Internetseite von Skógræktin  verkündet.

Baum Island

Mitarbeiter von Skógræktin beim Vermessen des höchsten Baumes Islands. Das Schild daneben muss nun aktualisiert werden. Foto Ólafur St. Arnarsson/ Skógræktin

Die Geschichte des isländischen Waldes ist bekanntlich eine komplizierte. Die früheren Siedler holzten ab, was sie vorfanden, Wind, Regen und Überweidung schufen Erosion und ließen nichts mehr nachkommen. Sandstürme wurden ein Problem. Doch bereits um 1900 begannen erste Gegenmaßnahmen wie der Schutz des Waldes vor Schafen. Später gab es  Aufforstungsprogramme und erste Experimente mit importierten Baumarten. Sitkafichten wie der heute höchste Baum haben sich bewährt. Der wurde 1949 bei einem der frühen Aufforstungsprojekte gepflanzt und hat heute in Brusthöhe einen Durchmesser von 47,6 Zentimetern. Er steht in Kirkjubæjarklaustur, wo die Bedingungen offenbar gut sind. Im selben Wald befindet sich auch eine gleichaltrige Sitkafichte, die zwar nicht so hoch ist, aber schon einen Durchmesser von 66,4 Zentimetern hat.

Wieder fast 2 Prozent Wald auf Island

Nach der letzten Eiszeit wuchs auf der Insel vor allem Birke. Eine Vermessung des Forstdienstes 2015 zeigte, dass sich die natürlichen wilden Birkenwälder langsam wieder ausbreiten und inzwischen ungefähr 1,5 Prozent des Landes bedecken. Dazu kommen etwa 0,4 Prozent gepflanzter Wald. Die höchste wilde Birke steht im Vaglaskógur in Nordisland und misst etwa 14 Meter. Im botanischen Garten in Akureyri soll es allerdings noch eine größere geben. Vaglaskógur ist Islands zweitgrößter Wald, der größte ist Hallormsstaðaskógur in Ostisland.

Wald

Wald bei Reykjavik

Die Aufforstung zahlt sich inzwischen doppelt aus: Heute fällt sogar etwas Holz dabei ab, das dann mehr nicht importiert werden muss. Aufforstungen sind auch Teil des isländischen Klimaschutzprogramms. Allein 2019 sollen fast vier Millionen neue Bäume gepflanzt werden, eine Million mehr als im Vorjahr. Neben Birke und der schon bewährten Sitkafichte sollen auch Lärche, Espe und Kiefer in den Boden gebracht werden. Wie das vor sich geht und wie es in den Gewächshäusern aussieht, zeigt übrigens die ZDF-Dokumentation „Plan B – Operation Wald“, die noch bis 14.9.2020 in der Mediathek zu finden ist.

Früherer Artikel zum Thema:

Förster wollen mehr Bäume für Island

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Wo die Eiszeit immer noch nachwirkt

Moräne Kvarken

De Geer-Moränen, Björkö, Kvarken, Finnland

Postglaziale Landhebung – diese Begriff fällt immer wieder, wenn es um die Geschichte des nördlichen Ostseeraumes geht. Häfen werden zu flach, Buchten verlanden. Inseln wachsen zusammen, neue Inseln bilden sich. Warum? Und was passiert, wenn der Meeresspiegel nun steigt?

Die Landhebung hat zwar immer dieselbe Ursache – sie ist eine Nachwirkung der letzten Eiszeit. Vor Ort sieht sie aber ganz unterschiedlich aus. Zum Beispiel in Höga Kusten (Schweden), Kvarken oder Hailuoto (beide Finnland). Sogar in Alta, Norwegen, gibt es deutliche Spuren. Die Geschichte ist ein bisschen umfangreicher geworden:

Wo das Land immer noch aus dem Meer steigt

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Mitten durchs Eis: Arktis-Ausstellung in Stockholm

Stockholm (Schweden).  Eine Reise in die Arktis ist teuer. Nordiska Museet in Stockholm macht es jetzt ein bisschen einfacher, mehr über diese spannende Region zu erfahren. In drei Jahren Vorarbeit schufen Wissenschaftler der Universität Stockholm und weitere Kollegen gemeinsam mit Mitarbeitern des Museums die Ausstellung „Arktis – medan isen smälter“ („Arktis – während das Eis schmilzt“). Sie ist bis Ende Mai 2020 zu sehen.

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Baltasar Kormákur dreht „Supernatural Volcano Drama Katla“ für Netflix

Island. Was passiert, wenn Katla ausbricht? Dazu gibt es eine ganze Reihe Horrorszenarios, denn Katla ist ein riesiges Vulkansystem unter dem Gletscher Mýrdalsjökull. Der isländische Regisseur Baltasar Kormákur interessiert sich weniger für den Ausbruch, sondern für das, was danach passiert. Und mit seinem Serienkonzept hat er nun auch Netflix überzeugt. Das berichtet Deadline.

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Wann fällt die Entscheidung zur Erzgrube in Kallak?

Jokkmokk (Schweden). Seit zwei Jahren hat die Regierung in Stockholm einen Antrag auf Erzabbau in der Kommune Jokkmokk auf dem Tisch liegen. Das Vorhaben in Kallak ist vermutlich zumindest in puncto Umwelt das umstrittenste in ganz Schweden. Der Riksdag-Abgeordnete Mattias Karlsson von den Moderaten (M) hat die Regierung nun wegen der Verzögerung des Themas dem KU (Konstitutionsutskott, Kontrollgremium) gemeldet. Darüber berichtete SVT.

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Wie viele Schnorchler erträgt das Welterbe Þingvellir?

Þingvellir (Island). Haben die Schnorchel- und Tauchtrips in der Silfra-Spalte eine negative Auswirkung auf das UNESCO-Welterbe Þingvellir – und wie wird dieser begrenzt? Diese Fragen muss Island nun der UNESCO beantworten. Ein isländischer Anwalt hatte gegenüber der UNESCO geklagt, in Þingvellir gehe Profit vor Schutz. Im schlimmsten Fall könnte die Anerkennung als Welterbe zurückgezogen.

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