Spitzbergen (Norwegen). Bei einem toten Eisbären und einem toten Walross auf Spitzbergen wurde das Vogelgrippevirus nachgewiesen. Es ist das erste Mal, dass das Vogelgrippevirus bei einem Eisbären in Europa gefunden wurde. Das meldete das norwegische Veterinärinstitut. Das erste Vogelgrippevirus bei einem Eisbären wurde 2023 in Alaska gemeldet. Ein Walross mit dem Virus wurde schon 2023 auf der Insel Hopen südlich von Spitzbergen gefunden.
Es waren Touristenguides, die die beiden toten Tiere im Raudfjord im Nordwesten der Inselgruppe fanden und den Behörden meldeten. Sie beobachteten auch zwei hinkende Eisbären, was laut Veterinärinstitut auf eine Erkrankung hinweisen könnte. Zwei Behördenmitarbeiter reisten nach Spitzbergen, um vor Ort Proben zu nehmen. Bei dem Einsatz wurden aber – aus dem Helikopter heraus – keine weiteren erkrankten Eisbären entdeckt.
Der tote Eisbär war ein einjähriges, männliches Tier. Das Vogelgrippevirus (Highly Pathogenic Avian Influenza, HPAI) wurde in einer Hirnprobe nachgewiesen, ebenso bei dem Walross. Dabei handelte es sich um den Subtyp H5N5, der auf Spitzbergen bereits bei Vögeln, einem Walross (2023) und Polarfüchsen (2025) gefunden wurde.
„Vogelgrippevirus vermehrt in Säugetieren“
„Die Funde (auf Spitzbergen) sind Teil eines Trends, bei dem hochpathogene Vogelgrippeviren vermehrt in Säugetieren in Europa nachgewiesen werden. Gleichzeitig hat sich das Virus in den letzten Jahren in neue Gebiete ausgebreitet, darunter die Arktis, wo es Folgen für gefährdete Populationen und Ökosysteme haben kann“, erklärt Ragnhild Tønnessen, Koordinatorin für Vogelgrippe am Norwegischen Veterinärinstitut.
Wie resilient sind die Eisbären?
Eisbärenforscher Jon Aars vom norwegischen Polarinstitut berichtet gegenüber NRK, dass noch mehr Eisbären von dem toten, infizierten Walross gefressen hätten. Seiner Einschätzung nach hätten sich die Eisbären bisher trotz infizierter Vögel ziemlich resilient gezeigt – die Entwicklung bleibe anzuwarten.
Im Jahr 2023 hatte es besonders viele Vogelgrippe-Ausbrüche gegeben. In Finnland waren damals auch Pelztierfarmen betroffen:
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