Eisbär an Spitzbergens Ostküste erschossen

Spitzbergen (Norwegen). An der Ostküste von Spitzbergen wurde gestern morgen ein Eisbär erschossen. Der Schütze gehörte zu einer kleineren Gruppe, die sich dort aufhielt. Der Sysselmester wurde informiert und der Vorfall wird untersucht. Darüber berichtete Svalbardposten. Eisbären sind in Norwegen geschützt. Man darf nur aus Notwehr schießen. Ob es sich um einen solchen Fall gehandelt hat, muss die Untersuchung zeigen.

Dreieckiges SChild mit rotem Rand, darauf ein Eisbär.

Eisbären-Warnschild

Sehr viel ist bisher nicht öffentlich bekannt über den Vorfall: Die private Gruppe aus drei bis fünf Personen befand sich in der Agardhbucht, östlich von Longyearbyen auf der anderen Seite der Insel Spitsbergen, als sie auf den Eisbären stieß. Der Sysselmester hatte die Meldung gegen 9 Uhr bekommen und flog samt einem Team mit dem Helikopter an die Ostküste, um die Situation zu untersuchen. 

Über den erschossenen Eisbären ist bisher nur bekannt, dass es sich um ein kleineres Tier gehandelt haben soll und dass es sich nicht um eins von denen handelte, die zu Forschungszwecken ein Funkhalsband tragen. Der Bär wurde nach Longyearbyen gebracht und soll dort untersucht werden. 

Strenge Vorschriften für den Umgang mit Eisbären

Für den Umgang mit Eisbären gibt es auf Spitzbergen strenge Regeln:

  • An allen Wegen aus Longyearbyen heraus steht ein Eisbärenschild. Jenseits dieses Schildes darf man sich zu seinem eigenen Schutz nur bewaffnet bewegen, da Eisbären überall sein können. Allerdings darf man nur dann auf einen Eisbären schießen, wenn wirklich Gefahr für Leib und Leben droht. Durch umsichtiges Verhalten soll es möglichst gar nicht zu einer Konfrontation mit einem Eisbären kommen.
  • Außerhalb der bebauten Gebiete muss man mindestens 300 Meter Abstand von Eisbären halten, zwischen dem 1.3. und dem 30. Juni mindestens 500 Meter. Nähert sich der Bär, soll man sich ruhig zurückziehen. 
  • Kommt ein Bär doch zu nahe, soll man zunächst versuchen, ihn zu verjagen, indem man Schreckschüsse abgibt. Erst, wenn er auch davon unbeeindruckt bleibt und angreift, darf man direkt auf ihn schießen.

Juli 2025: Eisbär griff Handwerker an

Der letzte bekannte Zwischenfall mit einem Eisbären war vergangenes Jahr Ende Juli, als einer zwei Handwerker überraschte, die abgelegene Hütten im Kongsfjord vor Ny Ålesund reparierten. Der Bär ließ sich nicht verjagen, griff an und wurde erschossen. Die Ermittlungen gegen die beiden Handwerker wurden eingestellt.

Früherer Artikel zum Thema:

Eisbär auf Spitzbergen erschossen – ließ sich sich nicht verjagen

 

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Nordlichtnacht

Polarlicht-Corona, Piteå, 20.3.2026

Gruß von der Sonne zur Tag-und-Nacht-Gleiche.

 

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Extremwetter: Piteraq über Tasiilaq, Schneesturm über Island

Grönland/Island. Ein Tief vor Ostgrönland hat gestern für extreme Wetterverhältnissen in Island und Ostgrönland gesorgt. In Tasiilaq gab es einen Piteraq mit Böen von mehr als 40 Meters pro Sekunde. Über Island zog ein Sturm mit heftigen Schneeschauern. Sämtliche Flüge wurden eingestellt. Darüber berichteten KNR und RÚV.

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Früher Frühling im Norden

Schweden/Finnland. Plusgrade, Lücken in der Schneedecke und nasses Eis: Nach zwei ungewöhnlich kalten Wintermonaten erleben Schweden und Finnland einen März, der eher ein April ist. Und während in der Bottenwiek noch alle Eisbrecher aktiv sind, schwindet der Bedarf im Finnischen Meerbusen.

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Schweden: Geld vom Staat für Kommunen mit Windkraft

Piteå (Schweden). Schwedens Windkraftkommunen erwarten in den kommenden Wochen einen Geldregen. Um die Bereitschaft zum Ausbau der Stromerzeugung zu fördern, hatte die Regierung Summen in Aussicht gestellt, die der Grundsteuer entsprechen – die bisher an den Staat geht. Am meisten hat dabei die Kommune Piteå zu erwarten, auf deren Gebiet der Windpark Markbygden mit bisher knapp 600 Anlagen steht. Darüber berichtete unter anderem SVT.

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Umfangreicher Terrainbrand in Ålesund – 300 Menschen evakuiert

Ålesund (Norwegen). Wegen eines Terrainbrands mussten rund 300 Personen auf Ålesunds westlichster Insel Hessa evakuiert werden. Der Brand hatte sich gestern Nachmittag an den Hängen des Bergs Sukkertoppen ausgebreitet. Die Einsatzkräfte arbeiteten die ganze Nacht, um den Brand unter Kontrolle zu bekommen.  Der nächtliche Regen half, den Brand einzudämmen. Darüber berichtete unter anderem NRK.  Bisher sind aber alle Häuser unversehrt. Update 19.3., 9 Uhr: Nach einer zweiten Nacht im Hotel dürfen die Evakuierten nun wieder nach Hause.

Brand am Sukkertoppen in Ålesund. Foto Ålesund kommune

Wie der Brand entstand, ist bisher nicht geklärt. Der Wetterdienst warnte jedoch vor Brandgefahr auf schneefreien Gebieten zwischen Ålesund und Trondheim. Laut NRK gab es in den vergangenen Monaten sehr wenige Niederschläge, und das alte, vertrocknete Gras vom Vorjahr brennt besonders leicht. Es waren gestern 13 °C und starker Wind. Die Kommune Ålesund bat die Einwohner, Abstand zu halten und wegen des Rauchs die Fenster zu schließen. Feuerwehrleute aus mehreren Stationen waren vor Ort. Das Aquarium Atlantikpark befindet sich in der Nähe des Brandes und blieb geschlossen. 

Gelände erschwert Brandbekämpfung

Gestern hatten Löschhubschrauber von oben Wasser auf die Flammen abgelassen. Diese beendeten jedoch den Einsatz bei Einbruch der Dunkelheit, und die Feuerwehrleute mussten vom Boden aus löschen. Erschwert wurde dies dadurch, dass es sich um einen Berg handelt. Die Nacht-Bilder bei NRK von gestern Abend zeigten besonders deutlich, wie weit der Brand sich über die Hänge des Sukkertoppen erstreckte. Heute waren erneut Löschhubschrauber im Einsatz, soweit das Wetter es zuließ.

Evakuierte in Hotels untergebracht

Die Menschen aus den Häusern direkt am Hang wurden evakuiert und in Hotels in Ålesund untergebracht. Insgesamt sollen 292 Personen evakuiert worden sein. Wie NRK berichtet, kamen die Flammen einigen Häusern in der Nacht nahe, die Hauswände wurden gespült, um sie zu schützen. Der nächtliche Regen half schließlich, die Flammen einzudämmen.

Update 22 Uhr

Offene Flammen sind nicht mehr zu sehen. Wie die Polizei meldete, zeigten Drohnenbilder aber immer noch Wärmeaktivität an den Hängen. Die Evakuierten dürfen deshalb auch diese Nacht nicht in ihr Zuhause zurück.

Update 19.3., 9 Uhr

Die Evakuierten dürfen nach Hause.

Das Gebiet rund um den Berg Sukkertoppen darf außerdem mindestens bis Freitag nicht betreten werden. Es gilt auch ein Drohnenverbot. Insgesamt standen laut NRK fast 800 000 Quadratmeter in Flammen. Die Polizei ermittelt zur Brandursache.

Mehr zu Norwegen:

2025 in Norwegen das wärmste Jahr seit Messbeginn

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Nachtzüge: Stockholm-Narvik künftig nur noch mit Umsteigen

Schweden/Norwegen. Die Nachtzugverbindungen nach Nordschweden und Narvik werden aus Kostengründen halbiert – das wurde im Dezember angekündigt. Nun ist klar, wie das in der Praxis aussehen wird: Es wird keinen durchgehenden Zug von Stockholm nach Narvik mehr geben. Wer weiter will als Luleå, muss um 5.42 Uhr in Boden umsteigen. 

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Skifahrer mit Hubschrauber von Bottenwiek-Eis gerettet

Finnland/Schweden. Eine ungewöhnliche Skitour hatte sich ein Mann und eine Frau aus Deutschland vorgenommen: von Oulu in Finnland bis Luleå in Schweden über das Eis der Bottenwiek. Sie kamen zwar ein gutes Stück weit, doch dann brach eine Scholle, und ein Großteil ihrer Ausrüstung versank. Die beiden konnten von einem Hubschrauber der finnischen Küstenwache gerettet werden. Darüber berichteten Yle und SVT.

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Etappensieg für Grönland im Gerichtsstreit um Kuannersuit

Grönland. Der innenpolitische Streit um das Bergbau-Vorhaben in Kuannersuit ist lange vorbei – vor gut fünf Jahren beschloss das grönländische Parlament ein Gesetz, das Uranabbau verbietet. Die Bergbaufirma versucht jedoch, ihre Interessen nun juristisch durchzusetzen. Für die grönländische Regierung gab es jüngst einen Etappensieg: Das dänische Schiedsgericht wies nicht nur das Verfahren ab – die Bergbaufirma muss sogar 90 Prozent von Grönlands Sachkosten zahlen. Darüber berichteten auch KNR und Sermitsiaq

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Finnmarksløpet 2026: Petter Karlsson siegt vor Harald Tunheim

Alta (Finnmark). Für den Schweden Petter Karlsson lief es beim Finnmarksløpet 2026 wie gewünscht: Er siegte zum fünften Mal bei Europas längstem Hunderennen, vor dem lokalen Favoriten Harald Tunheim. Für die in diesem Jahr 1139 Kilometer lange Strecke benötigte Karlsson sechs Tage, 15 Stunden und 41 Minuten. Beobachter heben nun sein Pausenkonzept als Schlüssel zum Erfolg hervor. Diesmal brachen weniger Fahrer die Tour ab als in den vergangenen Jahren – sowohl auf der längsten als auch auf der kürzeren Distanz.

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