Start-up Lyten hat Northvolt in Schweden übernommen

Skellefteå (Schweden). Das US-amerikanische Batterie-Start-up Lyten ist nun Eigentümer des einst viel größeren, aber gestrandeten Batterieriesen Northvolt in Schweden. Zum Kauf gehören sowohl die Fabrik in Skellefteå (Northvolt Ett) als auch die Forschungseinrichtung in Västerås. Das berichteten unter anderem SVT und Dagens Nyheter (DN). Die Northvolt-Anlage in Polen gehört Lyten bereits. Wie es mit dem deutschen Northvolt-Standort in Heide weitergeht, bleibt noch unklar.

Batteriefabrik von oben

Northvolt Ett in Skellefteå. Foto Northvolt

Als Lyten Anfang August vergangenen Jahres sein Interesse an Northvolt bekundete, war das für den Ort Skellefteå zwar die erste gute Nachricht seit langem, aber viele waren auch skeptisch, denn Lyten ist selbst erst in der Aufbauphase und viel kleiner. Offenbar hatte es das Unternehmen auch nicht leicht, das Geld für den nicht genannten Kaufpreis zusammenzubekommen, mehrere Fristen verstrichen. Laut einer DN-Quelle soll das Geschäft tatsächlich bis Donnerstag in der Luft gehangen haben. Da sicherte sich Lyten Geld des Datencenter-Unternehmens EdgeConneX, indem es ihm einen Teil des sehr großen Grundstücks in Skellefteå für den Bau eines KI-Rechenzentrums zusicherte. Die anderen Investoren, so die Auskunft gegenüber DN, seien rund 1000 Personen aus Europa und Nordamerika, von denen keine mehr als fünf Prozent besitze.

600 Arbeitsplätze innerhalb von zwölf Monaten

Northvolt hatte einst rund 5000 Angestellte in Schweden. Lyten rechnet zunächst mit 600 innerhalb von zwölf Monaten. Eine Produktionslinie nach der anderen soll nun in Skellefteå wieder in Betrieb genommen werden, für ein breiteres Kundenspektrum, wie es in der Mitteilung von Lyten selbst heißt. Dazu gehört auch die Fabrik für Batteriespeichersysteme in Polen, die Lyten ebenfalls aus der Konkursmasse von Northvolt übernommen hat. Rund 100 Personen sind bereits in der Fabrik in Skellefteå, um die Maschinen instand zu halten. Dort soll zunächst weiter auf Lithium-Ionen-Batteriezellen gesetzt werden, wie Northvolt sie produzierte.

Parallele Technologieentwicklung

Das Labor in Västerås soll einerseits die bisher von Northvolt benutzte Technologie weiterentwickeln. Außerdem soll dort in Kooperation mit den Silicon-Valley-Kollegen von Lyten daran gearbeitet werden, den Prozess für Lytens eigene Lithium-Schwefel-Technologie für die großindustrielle Produktion anzupassen.

Viele ehemalige Mitarbeiter sind schon weg

Skellefteå hat seit der Northvolt-Insolvenz mehr als 2000 Einwohner verloren.

Lyten will nun vor allem ehemalige Mitarbeiter wieder anstellen. Darauf hofft beispielsweise der von SVT porträtierte ehemalige Northvolt-Angestellte, der immer noch arbeitlos ist und sich schon bei Lyten beworben hat. Viele ehemalige Kollegen sind jedoch gar nicht mehr da: Die aktuelle Ausländergesetzgebung gestattete den arbeitslos Gewordenen von außerhalb der EU nur drei Monate Frist, um einen neuen Job zu finden, der auch (aktuell) mindestens 29 680 SEK bringen muss. Unter Northvolts Aufbau war Skellefteå die Kommune mit dem größten Bevölkerungszuwachs gewesen. Im Laufe von 2025 hat sie 2745 Einwohner wieder verloren.

Laut der Pressemitteilung wird auch der Erwerb der Baustelle in Heide weiter vorangetrieben. Dazu gibt es jedoch noch keinen finalen Bescheid.

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