Nordatlantik. Vor sechs Jahren wurde das MSC-Siegel für Blauen Wittling, Nordatlantische Makrele und Atlanto-skandischen Hering aberkannt. Seitdem mühten sich betroffene Unternehmen im Rahmen der North Atlantic Pelagic Advocacy Group (NAPA) darum, die Zertifizierung wieder zurückzugewinnen. Das ist nicht geglückt: Die Fischereinationen – Norwegen, Island, die Färöer, UK und EU- konnten sich auf keine Aufteilung der von ICES festgelegten Gesamtquote einigen.
„Unsere Einschätzung ist eindeutig: Es handelt sich hierbei nicht mehr nur um eine Frage der Fischerei. Das Fehlen einer langfristigen Lösung stellt ein Versagen der internationalen Politik dar, dessen Folgen für das Wirtschaftswachstum, den Handel und die Ernährungssicherheit weit über die Fischereiindustrie hinausreichen werden“ – so formulierte es NAPA in seiner jüngsten Pressemitteilung. Ursache dafür, dass das Gütesiegel aberkannt wurde, war die Tatsache, dass die Anliegerstaaten nicht auf eine kooperative Lösung einigen konnten. Indem jedes Land an seinen eigenen Quoten festhielt, wurde immer wieder deutlich mehr gefischt, als ICES insgesamt festgelegt hatte.
Fisheries Improvement Projects für Blauen Wittling, Hering und Makrele
Nach dem Entzug des Siegels hatten die betroffenen Handelsunternehmen sich als NAPA zusammengetan und im Rahmen zweier sogenannter Fisheries Improvement Projects (FIP) den Prozess um Verbesserungen weitergeführt. Doch nach sechs Jahren hat die Organisation nun ihre Arbeit niedergelegt, da sich nichts bewegte.
Fischfutter für die Aquakultur
Bei den Fischarten geht es weniger um den direkten menschlichen Konsum. Sie werden alle auch als Zutat für das Futter in Lachsfarmen verwendet. So will zukünftig beispielsweise die einzige Firma für Fischmehl in Tórshavn auf den Färöer auf Blauen Wittling als Teil des Futters verzichten, weil er nicht mehr zertifiziert ist – noch gebe es allerdings Vorräte.
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