Grönland. Neue Zeiten für dänische Wehrpflichtige: Seit diesem Jahr dauert ihr Dienst nicht mehr vier, sondern elf Monate. Und erstmals in neuerer Zeit kam nun eine Gruppe Wehrpflichtiger nach Grönland, um dort im Rahmen des Manövers „Arctic Endurance“ zu üben. Das meldeten die dänischen Streitkräfte.

Militärische Ausbildung in Grönland, hier Teilnehmer der Arktischen Basisausbildung. Foto Peter Dalby/Forsvaret
Die Wehrpflichtigen, die nun nach Grönland gekommen sind, stammen vom Schleswigschen Infanterieregiment (Slesvigske Fodregiment). Ein Teil geht zuerst nach Kangerlussuaq, ein Teil bleibt in Nuuk, später sollen einige tauschen. Sie sollen sich mit den Verhältnissen in Grönland vertraut machen und Aufgaben lösen. Sie sollen dort auch mit ihren Kollegen aus der „Arktischen Basisausbildung“ zusammenarbeiten, einem freiwilligen Dienst für Grönländer.
Diese Wehrpflichtigen aus Dänemark gehören zu den ersten, die elf Monate statt nur vier absolvieren und so „eine größere Kampfkraft der Streitkräfte aufbauen“ und „Personal für andere anspruchsvolle Aufgaben freimachen“ sollen, wie es in der Pressemitteilung heißt.
Längerer Wehrdienst in Dänemark – auch Frauen jetzt wehrpflichtig
Der verlängerte Wehrdienst inklusive des Einsatzes in Grönland ist ein Ergebnis der jüngsten Verteidigungsvereinbarung (Forsvarsforliget) 2024-2033, in dem dänische Parteien ihre mittelfristige Strategie in Bezug auf das Militär mit möglichst breiter Mehrheit festlegen. Dazu gehört auch, dass nun Frauen ebenfalls wehrpflichtig sind und zur Musterung gehen müssen.
Dieses Jahr nur Freiwillige
Nach Angaben der Streitkräfte sind die 1600 neuen Wehrpflichtigen, die im August als erste diesen längeren Wehrdienst begonnen haben, alle Freiwillige, davon 20 Prozent Frauen. Wer von den als tauglich befundenen Personen tatsächlich eingezogen wird, wird in Dänemark theoretisch durch ein Los entschieden, das nach der Musterung gezogen wird. Dies wurde aber zuletzt selten benötigt, da es meist genug Freiwillige gab. Die Zahl der Wehrpflichtigen soll aber bis 2033 auf 6500 erhöht werden.
Grönländer können „Arktische Basisausbildung“ absolvieren
Grönländer und Färinger müssen keinen Wehrdienst leisten. Seit einigen Jahren gibt es in Grönland allerdings eine „Arktische Basisausbildung„, die freiwillig ist und dem ähnelt. Sie dauert sechs bis zwölf Monate. Wer sich danach beim Militär verpflichten will, muss allerdings nach Dänemark
Arktisches Kommando und Sirius-Patrouille
Die dänischen Streitkräfte sind in Grönland unter anderem mit dem Arktischen Kommando präsent, primär Schiffe und Hubschrauber. Außerdem wacht in Nordostgrönland die Siriuspatrouille – unter anderem – mit Schlittenhunden über das riesige Terrain.
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