Klimaklage gegen Norwegen in Straßburg

Norwegen. Im eigenen Land waren Greenpeace Norwegen und die Jugend-Umweltorganisation Natur og Ungdom nicht erfolgreich: In drei Instanzen verloren sie mit ihrer “Klimaklage” gegen eine Ausweitung der Ölsuche in der Barentssee. Nun gehen sie den nächsten Schritt und klagen vor dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Da dort nur Einzelpersonen klagen können, tun dies sechs Aktivisten im Alter von 20 bis 27 Jahren. In vergangenen Urteilen galt auch die Zerstörung der Umwelt als ein Verstoß gegen die Menschenrechtskonvention, weil damit die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen zerstört werden. Vor ihnen hatten bereits ihre Mitstreiter aus den vergangenen Prozessen, Bestforeldrenes klimaaksjon, in Straßburg Klage einreicht. Siehe Norwegische Ölpolitik bald in Europa vor Gericht? und Norwegen und das Öl: Klimaprozess endgültig gescheitert

Veröffentlicht unter Klima, Meer, Norwegen, Öl und Gas | Schreib einen Kommentar

Mehr Macht für Grönland im Arktischen Rat

Dänemark/Grönland/Färöer. Die Machtverhältnisse in der Rigsfællesskab Dänemark scheinen in Bewegung zu geraten. Vor allem Grönland soll künftig im Arktischen Rat eine größere Rolle spielen und auch die Abkommen unterschreiben. Das meldeten dänische und grönländische Medien nach den jüngsten Treffen der drei Regierungschefs in Kopenhagen.

Dänemark Grönland Färöer

Bárður á Steig Nielsen, Färöer ( von links), Jeppe Kofod, Dänemark, Pele Broberg, Grönland, beim Treffen des Arktischen Rates in Reykjavík. Foto Gunnar Vigfússon/
Utanríkisráðuneytið

Beim jüngsten Ministertreffen des Arktischen Rates in Reykjavík war der dänische Außenminister Jeppe Kofod zwar gemeinsam mit dem grönländischen Kollegen Pele Broberg und dem färöischen Premier Bárður á Steig Nielsen angereist und teilte sich mit ihnen auch die Redezeit – aber es war Kofod, der zuerst das Wort ergriff. Das wird sich ändern. Vereinbart wurde nun, das Grönland im arktischen Rat das erste Rederecht hat, danach die Färöer und dann erst das nicht wirklich arktische Dänemark. Auch für die Unterschriften soll dies gelten. Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen begründete dies damit, dass “die Welt sich ändere, und die Rigsfællesskab ebenso”.

Es wird außerdem einen neuen Ausschuss geben, in dem die drei Länder sich zu Sicherheits- und Verteidigungspolitik austauschen. Entscheidungen dazu sind bisher eine alleinige Aufgabe Dänemarks. Grönlands Premier Múte B. Egede ( von der linken Partei Inuit Ataqatigiit) nannte die Entwicklung gegenüber Sermitsiaq einen großen Schritt in die richtige Richtung.

Grönländischer Außenminister gegen militärische Investitionen

Dänemark Arktispaket

Geplante Investitionen in Dänemarks Arktis-Kapazitätspaket. Quelle: Forsvarsministeriet

Dem Treffen vorausgegangen war ein gewisser Aufruhr um Äußerungen des grönländischen Außenministers Pele Broberg im dänischen Fernsehen. Dort lehnte er das milliardenschwere Kapazitätspaket für die Arktis ab, das erst im Februar beschlossen wurde. Die Beratungen hatten noch mit der alten grönländischen Regierung stattgefunden. Broberg äußerte nun, die neue Regierung wünsche nicht mehr militärische Präsenz in der Arktis. Und auch nicht die geplante freiwillige militärische Grundausbildung in Grönland.

Es ist aktuell unklar, welche Schritte auf diese Äußerungen folgen sollen. Bekannt ist aber, dass hinter den Kulissen über Änderungen an dem Abkommen verhandelt wird. Und die freiwillige Wehrdiensttauglichkeitsprüfung in Grönland wurde ausgesetzt, meldet KNR.

Lieber USA als Dänemark?

Pele Broberg gehört Partii Naleraq an, dem kleineren Koalitionspartner. Naleraq ist eine Partei, die sich besonders für Unabhängigkeit von Dänemark einsetzt, und daraus hat Broberg auch beim Besuch von US-Außenminister Antony Blinken jüngst keine Zweifel gelassen. Broberg hatte schon in der Vergangenheit die Frage aufgeworfen, inwieweit die USA Grönland bei der Selbstständigkeit unterstützen könnten. Es seien ohnehin die USA, die Grönland beschützten.  Die USA begrüßten allerdings die dänischen Militärinvestitionen in Grönland. Brobergs Meinung ist auch nicht unbedingt Mehrheitsmeinung in Grönland – seine Partei bekam bei der jüngsten Wahl 12 Prozent.

Mehr zum Verteidigungsabkommen:

Dänemarks neue Augen in der Arktis

Anzeige
Veröffentlicht unter Färöer, Grönland, Militär, Politik | Schreib einen Kommentar

Beide Täler laufen über: Mehr Lava unterwegs Richtung Straße

Reykjanes (Island). Der Vulkan am Fagradalsfjall produziert weiter. Nun sind auch die Geldingadalir so weit gefüllt, dass die Lava von dort überläuft in das Tal Nátthagi. Dadurch wurde auch der Wanderweg A unbenutzbar. Die Polizei sperrte das Gebiet zunächst ab. Es wird erwartet, dass die Lava bald noch an weiteren Stellen übertritt. Es gibt keine Hindernisse mehr zwischen dem Lavafluss durch Nátthagi und der Straße Suðurstrandsvegur.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Geologie, Island, Vulkanismus/ Erdbeben | Schreib einen Kommentar

Radfahren in Nordschweden: Zwischen Einsamkeit und E4

Schweden. Es gibt zwei ausgeschilderte Langstreckenradwege, die durch ganz Schweden bis in den Norden führen: Sverigeleden, hauptsächlich im Inland, und Cykelspåret entlang der Küste. Es sind nicht die kürzesten Wege durchs Land, aber möglicherweise die angenehmsten. Erfahrungen mit Radfahren in Nordschweden.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Schweden, Sport, Tourismus, Verkehr | Schreib einen Kommentar

Rezension: “Meine Welt schmilzt” von Line Nagell Ylvisåker

Als der Klimaforscher Ketil Isaksen 1995 zum ersten Mal nach Spitzbergen kam, fiel ihm auf, dass die Häuser keine Dachrinnen hatten. Es regne so gut wie nie. Spitzbergen sei eine arktische Wüste, war die Erklärung. Das hat sich geändert. Line Nagell Ylvisåker schreibt in “Meine Welt schmilzt” viel vom Regen, der über Spitzbergen hereingebrochen ist. Es sind konkrete Details wie die Dachrinnen, an denen Ylvisåker die Veränderungen auf Spitzbergen anschaulich werden lässt. Es geht natürlich um den Klimawandel. Leider gibt es auf Spitzbergen viele solche konkrete Details, an denen man ihn sehen kann.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Klima, Literatur, Norwegen, Spitzbergen | Schreib einen Kommentar

Schweden: Zwischenfall bei der Wartung im Atomkraftwerk Ringhals

Varberg (Schweden). Bei der Wartung des Atomkraftwerks Ringhals 3 ist es vergangene Woche zu einem Zwischenfall gekommen. Bei einem Brennelement löste sich die Halterung, und es liegt nun in einer falschen Lage. Eine Gefahr für die Umgebung bestehe nicht. Das meldete SVT nach einer Pressemitteilung von Vattenfall. Um das Problem zu lösen, muss erst eine neue Vorrichtung gebaut werden. Das Atomkraftwerk war seit dem 24. Mai zur Wartung abgeschaltet. Es kann nun nicht wieder wie geplant am 24. Juni angefahren werden, sondern voraussichtlich erst am 27. August. Im August wird außerdem Ringhals 4 zur Wartung abgeschaltet. Damit wird die Anlage nördlich von Varberg im August komplett still stehen. Ringhals 2 wurde bereits Ende 2019 abgeschaltet, Ringhals 1 Ende 2020. Siehe auch: Schweden: Wie Staubsaugen zum Protest gegen die Energiepolitik wurde

Veröffentlicht unter Energie, Schweden | Schreib einen Kommentar

UNESCO: Grube in Kallak hätte große Auswirkungen auf Laponia

Kallak (Schweden). Was sagt die UNESCO zu einem möglichen Bergbau in Kallak? Das hat die schwedische Regierung angefragt, da sich das Welterbegebiet Laponia in der Nähe der geplanten Erzgrube befindet.  Die Entscheidung zu dem Vorhaben ist überfällig. Nun ist die Antwort der UNESCO da – und jeder liest sie auf seine Weise. Darüber berichtete SVT.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Bergbau, Sápmi, Schweden | Schreib einen Kommentar