Trondheim (Norwegen). Erinnert sich noch jemand an das Frachtschiff, das bei Trondheim geradeaus auf Land gefahren war? Insbesondere für eine Anlieger-Familie hatte das große Folgen: Erst jetzt, acht Monate später, darf sie zurück in ihr Haus. Der Strand ist verschwunden, und das Ufer musste für 14 Millionen NOK gesichert werden. Darüber berichtete NRK.

Mai 2025: Die NCL Salten saß in den Nähe von Trondheim fest – direkt neben einem Haus. Das Haus im Bild kam aber besser weg als das Grundstück des Nachbarn auf der anderen Seite. Foto Forsvaret/Kystvakten
Zur Erinnerung: Das 135 Meter lange Containerschiff NCL Salten fuhr am 22. Mai morgens gegen 5 Uhr mit 16 Knoten frontal auf Land – nur wenige Meter neben einem Haus. Die Bilder des kleinen Hauses auf der Landspitze Byneset mit dem Schiffsbug vor dem Fenster gingen um die Welt. Erst fünf Tage später gelang es, die NCL Salten freizuschleppen. Ursache der Havarie, so stellte sich schnell heraus: Der Wachhabende war allein auf der Brücke gewesen und eingeschlafen. Dadurch verpasste er es, den Kurs zum Hafen Orkanger zu ändern, der das eigentliche Ziel gewesen war. Der Alarm, den es an Bord gab, um genau solche Fälle zu verhindern, war abgeschaltet. Die Ermittlungen gegen den Wachhabenden und den Kapitän des unter der Flagge von Zypern fahrenden Schiffes sind inzwischen abgeschlossen, der Fall liegt nun laut NRK bei der Schifffahrtsbehörde.
Erdrutsche durch Quickton ausgelöst
Während das Haus direkt neben dem Schiffsbug damals im Fokus der Aufmerksamkeit war, waren die Folgen für die Nachbarn viel schlimmer. Denn deren Grundstück befindet sich teilweise auf Quickton. Der Aufprall des Frachtschiffes löste mehrere Erdrutsche aus. Nicht nur der Strand verschwand, sondern auch Teile des grasbewachsenen Abhangs vor dem Haus. Da unklar war, ob es noch weitere Erdrutsche geben wurde, durfte die Familie bis vor kurzem nicht zurück.
14 Millionen NOK für Sicherungsarbeiten
Die Rückkehr verzögerte sich auch deshalb, weil zunächst niemand die Kosten für die Sicherungsarbeiten übernehmen wollte. Letztlich einigten sich der norwegische Staat und die Kommune Trondheim darauf, die Kosten zu teilen. 14 Millionen NOK, umgerechnet etwa 1,22 Millionen Euro, waren dafür veranschlagt, das genaue Ergebnis ist noch nicht klar. Die Arbeiten sind nun abgeschlossen, deshalb durfte die Familie nun zurückkehren. Ein Vertreter der Kommune Trondheim erklärte, eigentlich habe der Verursacher die Kosten zu übernehmen, und man wolle sich das Geld von der Reederei zurückholen.
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