Finnische Gewerkschaft warnt von Job bei Nordic Unique Travels

Rovaniemi (Finnland). Die finnische Dienstleistungsgewerkschaft PAM hat eine Bewerbungsblockade gegen das Tourismusunternehmen Nordic Unique Travels in Rovaniemi ausgerufen. Anlass sind laut Gewerkschaft „wiederholte und absichtliche Verletzungen der Tarifverträge“ und „ein Geschäftsmodell, das auf Ausbeutung der Mitarbeiter beruht“. 2024 starb ein Tourguide bei einem Unfall mit dem Schneemobil. Darüber berichtete auch Yle.

Wegweiser in verschiedene Richtungen

Wie die Besucher Rovaniemis sind auch die Saisonkräfte international.

Nordic Unique Travels bietet das, was viele Lappland-Urlauber suchen: Nordlichttouren, Schneemobil- und Hundeschlitten fahren, Rentiere und Weihnachtsmann sehen, Sauna. Doch die Probleme, so schreibt es die Gewerkschaft, hätten schon gleich nach der Gründung 2018 begonnen. Jahr für Jahr habe das Unternehmen gegen die Tarifvereinbarungen für den Adventure-Sektor verstoßen und habe die Angestellten unter Druck gesetzt, damit sie schwiegen. Die meisten der 60-100 Mitarbeiter der Unternehmens kämen als Saisonarbeitskräfte aus dem Ausland – wie auch die Frau, die als Tourguide mit dem Schneemobil tödlich verunglückte.

Die Bewerbungsblockade bedeutet, dass die Gewerkschaft ihren Mitgliedern davon abrät, sich bei diesem Unternehmen zu bewerben. Sie bedeutet auch, dass sich Arbeitslose weigern dürfen, dort zu arbeiten, ohne dass es Folgen für ihre Arbeitslosenunterstützung hat. Sie ist außerdem ein Appell an alle anderen potenziellen Arbeitskräfte, dieses Unternehmen zu meiden.

Wiederholte Konflikte und ein Todesfall

Die Gewerkschaft behandelte insgesamt 15 Konfliktfälle, in denen es meist um zu wenig Geld oder Kündigung aus unklaren Gründen ging. Darüberhinaus, so schreibt die Gewerkschaft, habe sie zahlreiche Berichte erhalten. Der Schneemobilunfall 2024 wurde von der Aufsichtsbehörde untersucht. Wie Yle damals berichtete, wurde bemängelt, dass das Unternehmen die Risiken der Arbeit nicht ausreichend untersucht habe.

Saisonarbeitskräfte klagen über Arbeitsbedingungen

Nach dem Unfall sprachen einige Kollegen der Verunglückten mit der Presse über ihre Arbeitsbedingungen – zum Beispiel gebe es zu wenig Zeit für Erholung zwischen den Touren. Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass ausländische Saisonarbeiter über ausbeuterische Verhältnisse klagen – und es betrifft nicht nur dieses Unternehmen. 

Selten angewandtes Mittel

Es ist allerdings selten, dass die Gewerkschaft zu dem Mittel der Bewerbungsblockade greift, und dies zeige, für wie ernst man die Situation in diesem Fall halte, so die PAM-Regionalchefin für Nordfinnland, Henna-Kaisa Turpeinen, zu Yle. Auf der Mängelliste von Nordic Unique Travels stehen unbezahlte Einarbeitungsphasen, die als Kurse deklariert sind, grundlose Vertraulichkeitsvereinbarungen, nicht ausgezahlte Lohnzulagen, mangelhafte Ruhezeiten und Arbeitssicherheit sowie eine dauerhaft unangemessene Behandlung der Arbeitnehmer. 

Firma findet Vorwürfe übertrieben

Der Anwalt der Firma räumte gegenüber Yle ein, dass es teilweise Versäumnisse gegeben habe, findet die Anschuldigungen der Gewerkschaft jedoch größtenteils übertrieben oder unbegründet.

 

Es gibt immer wieder Berichte über Probleme in der stark gewachsenen finnischen Tourismusindustrie – sowohl, was die Menschen, als auch, was die Hunde angeht:

Gastbeitrag: Die große Freiheit – Husky-Touren im hohen Norden

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Grönländer demonstrieren vor Konsulat-Eröffnung

Nuuk (Grönland). Der Sondergesandte des US-Präsidenten ist abgeflogen. Das neue Konsulat der USA in Nuuk ist eingeweiht, ohne Mitglieder der grönländischen Regierung. Davor haben rund 500 Menschen demonstriert. Über die ereignisreichen Tage in Nuuk berichteten unter anderem Sermitsiaq, KNR und DR. Das Thema wird weiter köcheln, denn die Absicht von Seiten der USA hat sich nicht geändert: “ Das Ziel ist, dieses Land unter die Monroe-Doktrin zu bringen, auf eine für Grönland  positive Weise“, so der Sondergesandte Jeff Landry zu DR.

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Steinschlag: Zufahrtsstraße zur Trolltunga bis 8. Juni gesperrt

Ullensvang (Norwegen). Die Fellsformation Trolltunga, eines der beliebtesten Touristenziele Norwegens, ist bis zum 8. Juni nicht zugänglich. Wie die Kommune Ullensvang mitteilte, musste die Zuwegung, die Straße Skjeggedalsvegen geperrt werden, weil dort mehrfach Felsbrocken herunterkamen. Damit die Sicherungsarbeiten am Hang darüber durchgeführt werden können, darf sich niemand darunter bewegen. Darüber berichteten auch Hardanger Folkeblad und NRK.

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Spitzbergen: Vogelgrippevirus bei totem Eisbären nachgewiesen

Spitzbergen (Norwegen). Bei einem toten Eisbären und einem toten Walross auf Spitzbergen wurde das Vogelgrippevirus nachgewiesen. Es ist das erste Mal, dass das Vogelgrippevirus bei einem Eisbären in Europa gefunden wurde. Das meldete das norwegische Veterinärinstitut. Das erste Vogelgrippevirus bei einem Eisbären wurde 2023 in Alaska entdeckt. Ein Walross mit dem Virus wurde schon 2023 auf der Insel Hopen südlich von Spitzbergen gefunden.

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US-Vertreter in Grönland: Neuer Tonfall, altes Ziel

Grönland. Tonfall und Taktik haben sich geändert, doch die Grönländer wittern das eigentliche Ziel. Diese Woche sind der US-Botschafter in Dänemark, Ken Howery, und der Sondergesandte der US-Präsidenten für Grönland, Jeff Landry, in Nuuk. Unter anderem wird ein neues, großes US-Konsulat eingeweiht. Die beiden werben um Vertrauen, doch die Vorgeschichte sitzt tief. Darüber berichten Sermitsiaq, KNR und DR.

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Letzter Sommer für Besucherzentrum von Andøya Space

Andøya (Norwegen). Das Besucherzentrum von Andøya Space auf den Vesterålen öffnet heute nach der Winterpause zu seiner letzten Saison. Bis Ende September kann man dort noch täglich das virtuelle Raumschiff Aurora und den Escape Room besuchen. Ende September ist endgültig Schluss: Ein wirtschaftlicher Betrieb sei nicht ohne Investitionen möglich, und Andøya Space wolle sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren, teilte das Unternehmen mit

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Neues Waffengesetz für Grönland – unter Vorbehalt

Grönland. Das grönländische Parlament hat ein neues Waffengesetz beschlossen. Es gibt nun neue Altersgrenzen und Vorschriften, wie Waffen und Munition aufzubewahren sind. Das Gesetz kann aber noch nicht in Kraft treten: Grönland hat dieses Sachgebiet noch nicht übernommen, und deshalb muss nun auch der Folketing in Kopenhagen darüber abstimmen. Darüber berichteten Sermitsiaq und KNR.

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Vor 100 Jahren: Mit dem Luftschiff zum Nordpol

Norwegen. Das Luftschiff „Norge“ brauchte im Mai 1926 72 Stunden, um von Ny Ålesund auf Spitzbergen nach Teller in Alaska zu fliegen. Am 12. Mai überquerte es dabei den Nordpol. Polarforscher Roald Amundsen, Luftschiffkonstrukteur Umberto Nobile, Finanzier Lincoln Ellsworth und ihre Crew waren vermutlich die Ersten, diesen Punkt erreichten. An diese erfolgreiche Fahrt erinnern in Vadsø und Ny Ålesund noch die Masten, an denen das Luftschiff festgemacht war. Vor kurzem wurde auch dem Mast in Vadsø nun unter Denkmalschutz gestellt.

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Nach Jahrhunderten: Manuskripte als Leihgabe zurück auf Island

Reykjavík (Island).  Das Árni-Magnússon-Institut in Reykjavík, das alte isländischen Handschriften aufbewahrt und ausstellt, hat Besuch. Fünf historische Handschriften, die die vergangenen Jahrhunderte auf dem Kontinent verbracht haben, sind für ein halbes Jahr zurück auf Island, darunter eins der vier Hauptbücher der Snorra-Edda. Dieses Manuskript und ein weiteres haben die Zeit in der Universitätsbibliotek von Uppsala überdauert, drei weitere stammen aus der Königlichen Bibliothek in Stockholm. Darüber berichtete unter anderem mbl.is.

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Fluglotsen vor Ort: Wieder mehr Landungen in Nuuk erlaubt

Nuuk (Grönland). Seit dem Herbst ist die Anzahl von Starts und Landungen pro Stunde auf dem Flughafen Nuuk aus Sicherheitsgründen stark eingeschränkt. Doch nun hat die Aufsichtsbehörde Nuuks lokales Fluglotsenkonzept genehmigt. Diese sind ab heute im Einsatz. Damit darf die Frequenz nun schrittweise erhöht werden. Darüber berichtete Sermitsiaq.

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