Norwegen: Kupfergrube Nussir soll 2027 starten können

Kvalsund (Norwegen). Der endgültige Investitionsbeschluss für das Grubenprojekt Nussir ist gefallen: Die kanadische Gesellschaft Blue Moon Metals will den Kupferabbau in Nordnorwegen durchführen. Das Kupfervorkommen gilt als eins der größten Europas. Wegen der geplanten Seedeponie im Repparfjord gab es allerdings bereits ausgedehnte Protestaktionen von samischen Aktivisten und Naturschutzorganisationen. Darüber berichtete auch NRK.

Karte

Grubenabfall von Nussir soll in den Fjord gekippt werden. Karte sel/openstreetmap

Vor Ort in Kvalsund bei Hammerfest sind schon 1500 Kilometer Tunnel in den Berg hinein gebaut worden. Zwischen 70 und 80 Millionen Tonnen Kupfererz wurden dort verortet. Sie sollen 800 000 Tonnen reines Kupfer ergeben. Nach den bisherigen Plänen soll die Grube 13 Jahre in Betrieb sein. Laut Investor Blue Moon Metals werden zur Fertigstellung noch Mittel von 184 Mio. US-Dollar benötigt, die durch ein bereits vergebenes Finanzierungspaket und eine Buy-Deal-Eigenkapitalfinanzierung gedeckt werden sollen. Die Produktion soll 2027 beginnen. Auch etwas Gold und Silber sind dort zu finden.

Massiver Widerstand gegen das Projekt 

Gegen das Projekt wurde in der Vergangenheit massiv protestiert und teilweise auch die vorbereitenden Arbeiten lahmgelegt. Kritisiert wird zum einen der Eingriff in die Natur, zum anderen die geplante und bereits genehmigte Entsorgung des Bergbauabfalls im Repparfjord. Besonders aktiv ist dabei die norwegische Jugendnaturschutzorganisation Natur og Ungdom.  Dass das Projekt in dieser Form auch Unterstützung hat, wurde dennoch jüngst wieder vom Storting bestätigt: Mit 80 zu 21 Stimmen wurde der Antrag von Rødt, MDG und  SV abgelehnt, der die Genehmigung für die Entsorgung im Repparfjord widerrufen sollte. 

Weltweit Nachfrage nach Kupfer

Kupfer ist ein Material, das für heutige Industrien weltweit stark gefragt ist – für E-Auto-Batterien ebenso wie für Datencenter. Dabei muss allerdings zunehmend auf Vorkommen zugegriffen werden, deren Kupfergehalt niedriger liegt als früher und/oder die weniger gut zugänglich sind. Das erhöht die Menge Abfall, die dabei entsteht.

Nussir: Kupfergehalt von ca. einem Prozent

Das Vorkommen Nussir hat einen Kupfergehalt von durchschnittlich einem Prozent, was vergleichsweise gut ist. Im globalen Durchschnitt beträgt der Kupfergehalt von ausgebeuteten Vorkommen heute nur noch 0,6 Prozent oder weniger. Das Erz der großen schwedischen Kupfergrube Aitik von Boliden bei Gällivare hat sogar nur einen Gehalt von 0,17-0,25 Prozent, ist allerdings vergleichsweise einfach zugänglich.

Früherer Artikel zum Thema: 

Weiterhin Blockadeaktionen gegen Kupfergrube Nussir

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Schweden bestellt neuen Eisbrecher bei Hyundai in Südkorea

Schweden. Die schwedische Seefahrtsbehörde hat bei der südkoreanischen Werft Hyundai Heavy Industries einen neuen Eisbrecher bestellt. Der Vertrag wurde vor wenigen Tagen unterzeichnet. Der neue Eisbrecher soll zur Saison 2029/2030 erstmals einsatzbereit sein. Das Design ist bereits fertig und stammt vom finnischen Büro Railotech, gemeinsam entwickelt mit den finnischen Behörden. Letztendlich sollen alle drei Eisbrecher der Atle-Klasse in absehbarer Zeit ausgetauscht werden. 

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Neue Bilder in der Galerie: Pyramiden

Der Berg, der dem Ort den Namen gab; Pyramiden

Spitzbergen ist außergewöhnlich in vieler Hinsicht. In Bezug auf die Natur,  aber auch in Bezug auf seine Siedlungsgeschichte und seine geopolitische Lage. Ein sehr spezieller Ort unter all den außergewöhnlichen ist die verlassene „sowjetische“ Bergbausiedlung Pyramiden. Zwar hat der russische Bergbaukonzern Trust Arktikugol dort inzwischen ein bisschen aufgeräumt und man kann nicht mehr einfach so ohne Guide in den Gebäuden herumlaufen. Der Kontrast zwischen der Umgebung und der Bebauung sowie die Einblicke in das damalige Leben sind trotzdem sehr interessant. Folgt mir dorthin in der neuen Galerie! Sie ist den ganzen Juni über zu sehen.

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Tierschutzorganisation meldet Missstände bei Hundesafaris

Finnland. Die finnische Tierschutzorganisation SEY bemängelt Missstände in der Schlittenhundebranche und veröffentlichte Videos von verletzten Tieren. Die Videos sollen 2024 und 2025 von (ehemaligen) Mitarbeitern und Kunden bei verschiedenen Farmen gedreht worden sein. Yle griff das Thema auf.

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Norwegen: Fast 3000 Münzen aus der Wikingerzeit entdeckt

Rena (Norwegen). Mit dem Metalldetektor auf den Acker gehen und den größten Münzschatz der Wikingerzeit in Norwegen entdecken – das klingt etwas phantastisch, ist aber genau so den Freunden Vegard Sørlie und Rune Sætre passiert. Die beiden fanden zunächst 19 offensichtlich alte Silbermünzen auf einem Acker bei Rena im Østerdalen, östlich von Lillehammer. Inzwischen sind dort fast 3000 Münzen, vor alle ausländische, aufgetaucht. Der Fund läuft nun unter dem Namen Mørstad-Schatz. Darüber berichtete auch NRK.

alte Münzen

Eine Handvoll der Münzen aus dem Schatz. Foto Florent Audy, Kulturhistorisk museum

Die beiden Schatzsucher, so lobt die Archäologin der Fylkeskommune Innlandet, May-Tove Smiseth, hätten alles richtig gemacht und seien sehr kooperativ gewesen.  Nach 19 Münzen hätten sie gestoppt und die Kommune informiert. So habe man den Fund auf bestmögliche Weise sichern können. Die Fylkeskommune Innlandet hält unter anderem Kurse ab, in denen das richtige Verhalten bei Funden gelehrt wird. Sørlie und Sætre hatten an einem davon teilgenommen.

Das ist der Mørstad-Schatz:

zwei Männer auf einem Acker

Die Finder des Schatzes, Vegard Sørlie (links) und Rune Sætre. Foto Anne Engesveen, Innlandet fylkeskommune

  • entdeckt von Vegard Sørlie und Rune Sætre am 10.April 2026 in Mørstad, Kommune Åmot
  • bis jetzt 2970 Metallmünzen, die in der Zeit um 1047 deponiert wurden. Das wäre zu Beginn der Regierungszeit von König Harald III Hardråde (1047 bis 1066)
  • Münzen aus verschiedenen Teilen Europas: deutsche, englische, dänische und norwegische
  • der bisher größte Münzfund aus der Wikingerzeit in der Geschichte Norwegens
  • befindet sich nun zur Untersuchung im kulturhistorischen Museum in Oslo, wo er untersucht wird

Am Fundort wird nach weiteren Münzen gesucht

Der Fundort wird noch weiter untersucht, auch mithilfe eines Georadars, um alle Münzen zu finden. Außenstehende sind nun allerdings vor Ort nicht erwünscht, damit die Fachleute ihre Arbeit machen können. Die Behörde für Denkmalschutz (Riksantikvaren) hat 1,2 Millionen NOK (110 000 Euro) für die Untersuchung des Schatzes bereitgestellt. Laut Professor Svein Gullbekk vom kulturhistorischen Museum ermögliche der Schatz Einblicke in die Münz- und Geldgeschichte der Region, wie es zuvor nicht möglich gewesen sei. 

Schatz versteckt und nicht abgeholt

Auffällig an dem Münzfund ist, dass sich alle Münzen in einer Tiefe von 20-30 Zentimetern befanden. Laut bisherigen Informationen stand dort nie ein Haus, lediglich der Acker wurde bewirtschaftet. Deshalb hegen die Archäologen die Theorie, dass der Schatz dort vergraben wurde, möglicherweise mit der Absicht, ihn später wieder zuholen, was nicht geschah.  

„Warum wurde der Münzschatz gerade hier auf Rena deponiert, und wer hat ihn dort deponiert? Könnte Harald Hardråde selbst etwas damit zu tun haben? Vielleicht können Archäologen uns nun die Fragen beantworten“, so Norwegens oberste Denkmalschützerin Hanna Geiran.

Frühere Artikel zum Thema:

Mit Metalldetektor Spange aus der Eisenzeit in Kemi gefunden

 

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Schweden: Regierung will Staat als AKW-Mehrheitseigner

Schweden. Es sind nur noch wenige Monate bis zu den nächsten Wahlen in Schweden am 23. September. Die aktuelle Regierung plant aber, bis dahin noch weiter die Weichen in Richtung neue Atomkraftwerke zu stellen. Dafür soll es ein neues Eigentums- und Finanzierungsmodell geben, in dem der Staat einen großen Anteil übernimmt – nicht nur beim Bau, sondern auch bei der Entsorgung. Die entsprechenden Summen sollen schon jetzt im Haushalt verankert werden. Darüber berichtete auch SVT.

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Doku „Trade Secret“: Eisbärenschutz nicht so gut wie gedacht

Norwegen/Kanada. Auf Spitzbergen leben Eisbären, doch Jagd auf sie ist in Norwegen nicht erlaubt.  Trotzdem kann man in Norwegen legal Eisbärenfelle kaufen – aus Kanada. Der Dokumentarfilm „Trade Secret“ von Abraham Joffe beschreibt, wie der löchrig der Schutzstatus von Eisbären weltweit tatsächlich ist, darin spielt auch ein Laden in Bergen eine Rolle. „Trade Secret“ hat seine Deutschlandpremiere demnächst auf der Doxumentale in Berlin  (27.5.-7.6.).

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MS Finnmarken wechselt wieder ins internationale Register NIS

Norwegen. Nach zwei Jahren im nationalen norwegischen Schiffsregister NOR flaggt Hurtigruten die MS Finnmarken erneut um. Das Schiff, das ab Hamburg bis zum Nordkap fährt, wird wieder in Norwegens internationales Schiffsregister NIS verschoben. Ursache ist, dass man unter gleichen Bedingungen mit den anderen internationalen Reedereien konkurrieren will. Darüber berichteten NRK und Fri Fagbevegelse.

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Schwedens neue Nachtzüge: Komfort, WLAN, Fahradmitnahme

Schweden. Der Vertrag für Schwedens neue Nachtzüge ist unterschrieben, meldet Trafikverket, und mehr Details sind nun bekannt. Sicher ist: Sie werden sehr anders sein als die alten Wagen, mit einigen dringend notwendigen Anpassungen an heutige Bedürfnisse, zum Beispiel WLAN und Fahrradmitnahme. Zu befürchten ist, dass sie im Gegenzug teurer werden. Die Züge sind für den Verkehr nach Nordschweden und Narvik bestimmt.

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Statnett beschränkt neuen Stromverbrauch in Nordnorwegen

Norwegen. Die Ankündigungen der norwegischen Stromnetz-Gesellschaft Statnett haben Nordnorwegen geschockt: Nördlich von Svartisen, also ungefähr nördlich des Polarkreises, wird es zunächst keine neuen Zusagen für größere Energielieferungen geben. In der Ostfinnmark wird die zur Verfügung stehende Summe für „gewöhnlichen Verbrauch“ sogar von 5 MW auf 1 MW gesenkt. Der Grund: Die Kapazitäten des Netzes reichen nicht für mehr. Abhilfe wird es erst ab etwa 2030 geben. Politiker und Wirtschaftsakteure sind entsetzt. Darüber berichtete unter anderem NRK.

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