Finnland/Schweden/Norwegen. Die drei nordischen Länder erlebten ihren bisher wärmsten Frühling seit Beginn der Messungen, melden die jeweiligen Wetterinstitute. Auch Messstationen, die über mehr als 100 Jahre Aufzeichnungen verfügen, verzeichneten neue Höchstwerte für den Temperaturdurchschnitt der Frühlingsmonate März bis Mai. Am auffälligsten war dabei der warme März, und die Veränderungen sind am größten in den nördlichen Landesteilen.
Norwegen
Das norwegische Meteorologische Institut stuft in seinem Saisonüberblick das Frühjahr in Nordnorwegen, Trøndelag, Møre og Romsdal sowie Innlandet als „extrem warm“ ein, verglichen mit dem Temperaturmittel aus der Referenzperiode 1991-2020, die anderen Landesteile zwischen „sehr warm“ und „normal, mild“. Im Landesdurchschnitt ergab das immer noch ein Ergebnis von 2,1°C über dem Referenzwert. Im Jahr 2024 waren es 1,8°C.
Neue höchste Frühlings-Durchschnittstemperaturen gab es beispielsweise für folgende Messstationen:
- Kautokeino (Finnmark), Messungen seit 1889, alt: -0,1°C (2016), neu: 1,1°C
- Nordøyan fyr, Nærøysund (Trøndelag), seit 1890, alt: 6,4°C (2024), neu: 6,9°C
- Glomfjord, Meløy (Nordland), seit 1916, alt: 5,9°C (2002), neu: 6,6°C
- Tromsø, seit 1920, alt: 3,5°C (2016), neu: 4,2°C
Schweden

Durchschnitt der Monate März, April und Mai 2026, Abweichungen vom Referenzwert 1991-2020 . Quelle SMHI
Die Landesteile nördlich von Stockholm lagen laut SMHI-Grafik mehr als 2°C über dem Durchschnitt der Referenzperiode 1991-2020, Norrbotten mehr als 3°C. Neue Rekord-Durchschnittswerte für die drei Frühlingsmonate gab es unter anderem für diese Messstationen:
- Uppsala, Messungen seit 1722, alt: 7,8°C (1921), neu: 8°C
- Stockholm-Observatoriekullen, seit 1756, alt: 8,1°C (2007), neu: 8,5°C
- Härnösand (Västernorrland), seit 1787, alt: 5,4°C (1921), neu: 6,4°C
- Piteå (Norrbotten), seit 1860, alt: 4,1°C (1921), neu: 5,1°C
- Haparanda (Norrbotten), seit 1860, alt: 2,8°C (2016), neu: 3,9°C
- Karesuando (Norrbotten), seit 1879, alt: 0,3°C (1920), neu: 1,9°C
- Abisko (Norrbotten), seit 1913, alt: 0,5°C (1920), neu: 2°C
Finnland

Frühlings-Durchschnitt Helsinki-Kaisaniemi, gemessen seit 1845. Quelle Mika Rantanen
In Finnland lagen die meisten Landesteile zwischen 2°C und 4°C über dem Referenzwert aus den Jahren 1991-2020, so die Mitteilung des Finnischen Meteorologischen Instituts. Laut einer vom Meteorologen Mika Rantanen veröffentlichten Grafik liegt die landesweite Durchschnittstemperatur erstmals über 4°C, sogar bei 4,6°C.
Zu den Frühlings-Durchschnittsrekorden, die gefallen sind, gehören unter anderem folgende Messstationen:
- Helsinki-Kaisaniemi, Messungen seit 1845, alt: 6,6°C (1921), neu: 6,9°C.
- Sodankylä, Lappland, seit 1908: alt: 2,3°C (1920), neu: 3,1°C
Rückblick auf die Eissaison
Das Ostseeeis war zwar in den beiden kalten Wintermonaten schnell gewachsen. Am 20. Februar hatte es mit 181 000 Quadrakilometern sein Maximum erreicht. Diese Eisausdehnung gilt als „normal“. In den warmen Temperaturen schmolz es jedoch schnell wieder. Schweden meldete am 5. Mai, Finnland am 6. Mai, das Ende der Eisbrechersaison – vergleichsweise früh.
(ergänzt mit Wert für Sodankylä 8.45 Uhr)
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