Malmberget und Gällivare: Aus zwei mach eins

Der Ort Malmberget trägt schon im Namen, worauf er steht: Auf Erz. Dort hatte der Abbau schon etwas früher als in Kiruna begonnen und wurde bald größtenteils unter Tage betrieben. Mit den erwartbaren  Folgen: Der Boden über den Hohlräumen war nicht mehr sicher. Häuser wurden abgerissen, die Stollen unter dem Zentrum gesprengt. Mitten im Ort befindet sich nun ein Loch („Gropen“), das inzwischen 250 Meter tief ist.

Malmberget

Malmberget mit Gropen.
Foto: Jan Norrman / Riksantikvarieämbetet, CC BY 2.5, 1994

1974 wurde die einst von LKAB  gestiftete  Allhelgonakyrkan  an einem neuen Standort wieder aufgebaut. Die unsichere Zone breitete sich  immer weiter aus. Weitere Häuser wurden abgerissen. Die Grube in Malmberget ist die weltweit zweitgrößte unter Tage – nach der in Kiruna.

Bergbau-Betreiber LKAB arbeitet deshalb an einer längerfristigen Lösung: In den nächsten 20 Jahren soll ein Großteil der Bewohner von Malmberget, etwa 3200 Menschen umziehen – ins fünf Kilometer entfernte Gällivare, dem Zentralort der gleichnamigen Kommune mit rund 10 000 Einwohnern. Auch die Kirche muss wieder umziehen. Finanzieren muss dies wie den Umzug in Kiruna LKAB als Verursacher.

Malmberget Gällivare

Die Bergbauorte Malmberget, Gällivare und Kiruna
an der Erzbahn. Karte mit Hilfe von stepmap.

Dabei werden nicht nur Wohnhäuser gebaut in Gällivare. Auch in die Infrastruktur des zukünftig deutlich einwohnerstärkeren Ortes wird investiert. Das Zentrum von Gällivare, heute mit großen, von manchen als leer empfundenen Freiflächen, wurde komplett überplant. Ein „Multiaktivitätshaus“ soll dort entstehen, mit Bibliothek, Theater, Schwimmbad, Sporthallen überdachtem Skatepark und Kletterwänden und natürlich auch Gastronomie. Eine neue Schule mit einem „Haus des Wissens“ ist bereits im Bau.

Etwas wachsen wird auch Malmbergets Nachbarort Koskullskulle, der auf der sicheren Seite des Berges liegt. Dort sollen Wohnhäuser gebaut werden, und es werden auch einige ältere, schützenswerte Gebäude aus Malmberget ihren neuen Standort finden.

Mehr zum Umzug von Malmberget:

www.gellivare.se