Klima und Jahreszeiten

Wie viel oder wenig Sonnenlicht am Tag man an einem Ort bekommt, ist durch die Breite determiniert (und eventuell durch Berge, die die Sicht versperren) – siehe Mitternachtssonne und Polarnacht.  Wie kalt oder warm es wird, ist noch von vielen anderen Faktoren bestimmt: Liegt der Ort auf einer Insel, an einer Küste mit warmem Meeresstrom, an einem Gewässer, das zufriert, hoch in den Bergen?

Tromsø

Tromsø, Ostern

So liegt Tromsø auf 69 ° 39′ Nord beispielsweise viel nördlicher als Luleå auf 65° 35′ Nord. Tromsø ist im Winter viel dunkler als Luleå. Trotzdem wird Luleå im Winter im Durchschnitt kälter. Der Golfstrom heizt Norwegens Küste bis hoch in den Norden und verhilft Tromsø zu einem für seinen Breitengrad milden Klima. Tief im Land frieren zwar auch Fjorde zu, die Küstenhäfen sind jedoch eisfrei. In der Bottenwiek, dem nördlichsten Ende der Ostsee, frieren dagegen zumindest die Küsten jedes Jahr fest ein, das Wasser hat hier keinen ausgleichenden Effekt. Die schwedischen und finnischen Orte dort, obwohl südlicher, werden im Winter kälter als beispielsweise Tromsø, im Sommer aber wärmer.

Karte KlimaSehr kalte Winter, aber noch vergleichsweise warme Sommer sind auch das typische Wetter im kontinentalen Inland des hohen Nordens (siehe in der Tabelle Kittilä, Finnland, auf 67° 40′ Nord). Inseln im Atlantik wie die Färöer oder Island sind dagegen vom Meer geprägt: Es wird im Winter nicht so kalt, im Sommer aber auch nicht so warm (siehe Reykjavik, 64° 08’N).

Vergleich von Orten mit sehr unterschiedlichem Klima (Durchschnittswerte):

Daten gerundet nach climate-data.org

Nur im hohen Norden: „Vårvinter“

Flusseis Frühjahr

Frühjahr in Nordfinnland: Der Schnee schmilzt schneller als das Eis auf dem Fluss.

Die Temperaturen folgen der Tageslänge verzögert. Eis und Schnee spielen eine große Rolle und sind auch nicht bei den ersten Plusgraden verschwunden. „Vårvinter“, „Frühlingswinter, im März/April, ist eine Jahreszeit, die es nur im (kontinentalen) hohen Norden gibt: Die Tage sind schon lang, die Temperaturen nicht mehr ganz so tief wie im Januar und Februar. Aber es gibt noch ausreichend Schnee und stabiles Eis, um auf Skiern oder mit dem Schneemobil in der Natur unterwegs zu sein, auch dort, wo es im Sommer sumpfig ist oder man ein Boot bräuchte (siehe auch Wintersport). Bis das dicke Eis eines über Monate gefrorenen Flusses vollständig weicht, kann es  Mai werden. In den Bergen halten Eis und Schnee noch länger. Der Sommer ist dann hell, aber kurz. Wenn die Tage wieder dunkler werden, folgen bald auch die Temperaturen.

Spitzbergen und Grönland

Die Veränderung des Klimas ist aktuell besonders auf Spitzbergen zu sehen. Der Südwesten wird zunehmend maritimer. Ältere Daten beschreiben nicht mehr das, was in den vergangenen Jahren dort passiert ist. Aktuelle Artikel dazu finden sich in der Kategorie Spitzbergen.

Das Klima der riesigen Insel Grönland mit ihrem Inlandeis ist bei Gelegenheit eine eigene Betrachtung wert. Artikel zu Grönland finden sich in der Kategorie Grönland.

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