Mit dem Auto oder Wohnmobil

Wer in den Norden will, fährt meist wegen der Landschaft hin – und dabei ist man mit dem Auto oder Wohnmobil am flexibelsten. Das muss nicht das eigene sein, man kann ja auch vor Ort mieten.

Schiff

Schiffsreise hilft Kilometer sparen.

Wer mit dem eigenen Fahrzeug anreist, muss zwar weniger Kompromisse mit dem Gepäck machen, hat aber eine lange Strecke vor sich. Man kann sich einige Stunden am Steuer sparen, wenn man günstig gelegene Fährverbindungen nutzt.

Von Dänemark, von der deutsche Ostseeküste oder auch von Polen aus gibt es eine ganze Menge. Besonders weit kommt man beispielsweise über Nacht von Kiel nach Göteborg (14 Stunden, Stena Line), von Kiel nach Olso (20 Stunden, Color Line), von Gdansk nach Nynäshamn bei Stockholm (18 Stunden, Polferries)  oder in 29 Stunden von Travemünde nach Helsinki  (Finnlines).

Wer sich die lange Anfahrt sparen will, kann sich auch vor Ort ein Fahrzeug mieten (vorher reservieren!). Das kann meist direkt am Flughafen abgeholt werden. Kommt man außerhalb der Filial-Öffnungszeiten an, kann man sich an manchen Orten den Schlüssel auch an einem Automaten holen. Die Maschinen tun sich aber schwer mit der Vorab-Kontrolle von alten deutschen Führerscheinen in rosa oder grau. Wer sich ein längeres Telefonat mit der Servicestelle sparen will, tauscht die vorher gegen die handliche Karte um. Für die Kaution benötigt man den PIN der Kreditkarte.

Diesel ist aus.

Diesel ist aus an der Tankstelle in Kaamanen…

Die Abstände zwischen den Orten sind im Norden etwas größer, als man es von Deutschland her kennt, und die Tankstelle kommt nicht unbedingt dann, wenn man sie gerade braucht, also heißt es vorplanen und die Gelegenheiten nutzen, die sich bieten. Häufig gibt es auch Automatentankstellen mit Kartenzahlung. In Schweden ist Diesel übrigens teurer als Benzin.

Wie lange man für eine Strecke braucht, hängt auch von der Straße ab: Nur weil etwas Europastraße heißt, ist es noch lange keine vierspurige Autobahn. In Schweden ist beispielsweise Dreispurigkeit ein beliebtes Modell: mal bekommt die eine Seite eine Spur mehr, damit LKW überholt werden können, mal die andere. Jenseits des Polarkreises ist alles über zwei Spuren selten. Die wenigen warmen Monate werden außerdem für Ausbesserungsarbeiten genutzt. Weil es zu den meisten Straßen gar keine Alternative gibt in der dünn besiedelten Gegend, geht es dann eben auch mal kurz einspurig über Schotter.

In Norwegen werden auch  Mautgebühren für einzelne Strecken (vor allem Brücken und Tunnel) fällig. Auf diese Weise werden die Investitionen in die Infrastruktur zum Teil refinanziert. Dafür muss man nicht extra anhalten, das Fahrzeug wird über sein Kennzeichen identifiziert.  Hinweise zur Registrierung eines ausländischen Autos gibt es bei autopass.no.

Rentiere

Rentiere auf der Fahrbahn.

Norwegen/Schweden/Finnland: Achtung,  Tiere auf der Fahrbahn! Bevor einem der auf Schildern so beliebte Elch über den Weg läuft, hat man wahrscheinlich schon diverse Rentiere gesehen. Sie haben zwar Besitzer, ziehen aber auf der Suche nach Nahrung nach ihrem eigenen Rhythmus umher (siehe auch Rentiere) Es gibt Gegenden, da begegnen einem mehr Rentiere als andere Autos.

Winter

Spikes

Sicherer Halt auf Schnee mit Spikes.

Wer im Winter unterwegs ist: Winterrreifen sind Pflicht. Erlaubt sind von  Oktober/November bis nach Ostern auch welche mit Spikes, die Fristen unterscheiden sich etwas von Land zu Land. Wenn die Straßen danach immer noch nicht frei sind, dürfen sie auch weiter benutzt werden. Alternativ kann man auch Schneeketten mitnehmen. 

Insbesondere an der bergigen norwegischen Küste ist im Winterhalbjahr mit Lawinen zu rechnen. Deshalb können Pässe und ganze Straßenabschnitte manchmal tagelang gesperrt sein. Informationen zur Lage gibt es unter varsom. no. Für den Fall, dass es einen doch erwischt, sollte man eine Spaten dabei haben. Manchmal wird auch Kolonnenverkehr angeordnet, und es kommt zu Wartezeiten. Proviant und warme Kleidung/Decken sind dabei nützlich.