Norwegen-Öl: Erste Investition zur Ausbeutung des Wisting-Feldes

Norwegen. Das Geschäft mit dem Öl geht weiter in Norwegen. Vergangene Woche unterzeichneten Vertreter des staatseigenen Konzerns Equinor einen Planungsauftrag für die Ausbeutung des Wisting-Feldes. Das Wisting-Vorkommen liegt in der Barentssee, noch nördlicher als Johan Castberg. Es werden dort 500 Fass Öläquivalent erwartet.

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Öl und Gas in der Barentssee. Karte Equinor

Der Auftrag geht an das norwegische Unternehmen Aker Solutions und umfasst die Planung einer schwimmenden Produktionsplattform (floating production and storage vessel, FPSO) für umgerechnet rund 35 Millionen Euro. Dazu gehört die Option auf den anschließenden Bauauftrag, eine Investition von umgerechnet rund 0,8 bis 1,2 Milliarden Euro. Das Wisting-Vorkommen befindet sich etwa 300 Kilometer nördlich von Hammerfest. Das hochgepumpte Öl wird auf der Produktionsplattform gelagert und dann mit Tankern abtransportiert. Equinor will den Plan für Einrichtung und Betrieb Ende 2022 bei der Behörde einreichen.

Equinor und Lundin mit jeweils 35 Prozent beteiligt

Equinor hält mit 35 Prozent zurzeit den größten Anteil und will auch Betreiber werden. OMV mit Hauptsitz in Wien war mit 25 Prozent zweitgrößter Anteilseigner, will sich aber in Zukunft mehr auf das kohlenstoffärmere Gas konzentrieren. Das Unternehmen verkauft seine Anteile an Lundin Energy. Lundin mit Hauptsitz in Stockholm hatte bereits einen Anteil von zehn Prozent und ist nun gleichauf mit Equinor. Weitere Partner sind die norwegische Petoro (20 Prozent) und Idemitsu (10 Prozent). Erweist sich das Projekt nach der ersten Planungsphase immer noch als vielversprechend, soll die Anlage 2028 in Betrieb gehen.

Wistingfeld nahe der Eiskante

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So soll die Wisting-Plattform aussehen. Quelle Equinor

Bisher werden in der Barentssee zwei Vorkommen ausgebeutet: Das Gasfeld Snøhvit, dessen Inhalt über eine Pipeline zur Verarbeitung nach Hammerfest fließt. Die Anlage auf Melkøya vor Hammerfest ist allerdings nach einem Brand noch bis voraussichtlich Ende März 2022 nicht in Betrieb. Nordöstlich davon befindet sich die Bohrinsel Goliat. Bereits im Bau ist außerdem die Produktionsplattform für das weiter nördlich liegende Feld Johan Castberg, das 2023 mit der Produktion beginnen und 30 Jahre lang liefern soll. Wisting soll noch deutlich nördlicher liegen. Das Gebiet befindet sich gerade unterhalb der im vergangenen Jahr politisch festgelegten „Eiskante“ bis zu der maximal nach Öl gesucht werden darf. Umweltverbände und Fachbehörden hatten sich eine südlichere Grenze gewünscht.

Die neue Regierung unter Jonas Gahr Støre (Arbeiderpartiet) hält an der Ölsuche und -förderung fest. Ausgenommen sind die Lofoten, Vesterålen und Senja.

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