Lizenzen für weitere Ölsuche in der Barentssee vergeben

Norwegen. Die Ölsuche in Norwegens arktischen Gebieten geht weiter: In der 25. Konzessionsrunde erhielten laut Pressemitteilung der Regierung sieben Unternehmen den Zuschlag für Aktivitäten in vier neuen Zonen. Drei davon liegen in der Barentssee. Norwegische Umweltaktivisten haben inzwischen beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Klage gegen Norwegens Ölpolitik eingereicht.

Barentssee

Vergabe der Lizenzen in der 25. Konzessionsrunde in der Barentssee. Auch in einer Zone in der Norwegischen See wird nach Öl gesucht. Karte regjeringen.no

Die Konzessionsrunde umfasst erneut Gebiete, die noch nicht so gut erforscht sind. Von den drei Zonen in der Barentssee liegt eine in einem ähnlichen Abstand zur Küste wie das Gasfeld Snøhvit und die Bohrinsel Goliat. Die Suche wird hier von Vår Energi und OMV Norge betrieben. Die beiden anderen befinden sich sehr viel weiter nördlich. An beiden ist der norwegische staatseigene Energiekonzern Equinor mit 50 Prozent beteiligt. Die kleineren Partner sind Lundin Energy, Petoro und Idemitsu. Diese Zonen befinden sich schon nahe dem Bereich, den die Wissenschaftler als Eiskante ansehen (0,5 Prozent Eiswahrscheinlichkeit), sich damit aber politisch nicht durchsetzen konnten. Die politische Mehrheit legte die Eiskante, also jene Grenze, bis zu der Öl gesucht und gefördert werden darf, auf 15 Prozent Eiswahrscheinlichkeit fest.

Weniger Interesse bei den Ölfirmen

Die norwegische Regierung hält also an der Ölsuche fest, weil sie sich davon auch in Zukunft Einkommen erhofft. Vorkommen, die schon länger ausgebeutet werden, werden dann erschöpft sein. Der Barents Observer weist aber darauf hin, dass das Interesse der Ölfirmen an einer Lizenz nachgelassen hat. Diesmal waren es nur sieben Firmen, die sich überhaupt beworben hatten. Bei der 23. Lizenzrunde im Jahr 2015 bewarben sich noch 26 Unternehmen. Dabei könnte eine Rolle spielen, dass diese arktischen Gebiete ohne vorhandene Infrastruktur aufwendig auszubeuten sind, selbst wenn sich dort Öl fände – und es dauert lange, bis die Produktion beginnen kann. So liegt die Entdeckung der Vorkommen im Johan-Castberg-Feld bereits acht bis zehn Jahre zurück. Sie sollen von einem darüber verankerten Produktionsschiff ausgebeutet werden, dessen Fertigstellung sich verspätet hat. Der Produktionsstart ist nun für 2023 vorgesehen. Johan Castberg wird dann Norwegens nördlichste Förderanlage. Zwei der jetzt vergebenen Zonen liegen noch weiter nördlich davon.

Umweltaktivisten klagen weiter gegen Ölpolitik

Die neue Lizenzrunde wurde von Umweltverbänden massiv kritisiert. Gegen die 23. Lizenzrunde und die damit verbundene Ölsuche in Norwegens arktischen Gebieten hatten vier norwegische Umweltverbände bereits geklagt und in allen Instanzen verloren.  Vor kurzem haben aber sechs Aktivisten von Greenpeace und Natur og ungdom  Klage bei Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht. Denn durch die fortgesetzte Ölsuche würden die Möglichkeiten kommender Generationen beschnitten.

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