Krimi, Roman, Sachbuch – der Norden zum Lesen

Sie brauchen noch Lektüre zum Jahresende oder wollen jemanden damit beschenken? Im auslaufenden Jahr gab es eine Reihe von Neuerscheinungen auf dem deutschen Markt, die einen zumindest gedanklich in den hohen Norden bringen – sei es im Krimi, Roman oder Sachbuch.

Bücher

Viele neue Bücher-die Qual der Wahl!

Der perfekte Last-Minute-Einkauf ist „Graue Nächte„, das jüngste Werk des isländische Krimi-Altmeisters Arnaldur Indriðason. Es erscheint nämlich auf Deutsch erst am 21. Dezember. Dabei handelt es sich um den dritten Band der Serie um Kommissar Flóvent und seinen Kollegen Thorson, die Island zur Zeit des zweiten Weltkrieges zeigt. Ein Mann wird nahe einer Soldatenkneipe in Reykjavik erstochen, ein anderer tot in der Nauthólsvík angeschwemmt. Aber der Originaltitel heißt „Petsamo“, was damals finnisch war – nur ein kleiner Hinweis darauf, dass wieder mal nichts einfach ist.

In der Vergangenheit gräbt auch der Autor Tommi Kinnunen aus dem nordfinnischen Kuusamo, allerdings in der seiner eigenen Familie. Anhand von Bildern rekonstruiert er in „Wege, die sich kreuzen“ die Geschichte über mehrere Generationen, die einerseits individuell ist und einige Geheimnisse birgt, aber doch die Gesellschaft zur jeweiligen Zeit wiederspiegelt.

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft

Maja Lunde

Maja Lunde. Foto Aschehoug

Nicht in der Vergangenheit, sondern teilweise in der Zukunft spielt Maja Lundes „Geschichte des Wassers“ (Norwegischer Originaltitel „Blå“). Tatsächlich spielt das Wasser hier die Hauptrolle – mal in seiner gefrorenen Form, mal als Energiequelle, als Transportweg und auch als Mangelware. Doch es geht auch um Menschen, und diese Geschichte wird gut und mit einigen überraschenden Wendungen erzählt.

Um ein zeitgemäßes Problem geht es in Lars Lenths „Der Lärm der Fische beim Fliegen„. Hier hat der Autor ( und Angler) die Konflikte um die norwegische Lachszucht aufgegriffen – sehr unterhaltsam in Krimiform, aber trotzdem mit klarer Botschaft.

Ganz aus der Zeit gefallen scheint das Leben Dóris in den isländischen Westfjorden, von denen Bergsveinn Birgisson in „Die Landschaft hat immer recht“ erzählt. Auf Island kam das Buch, im Original „Landslag er aldrei asnalegt“, schon vor 15 Jahren heraus. Das zeigt, wie lange es manchmal braucht, bis ein deutscher Verlag bereit ist, eine Übersetzung zu finanzieren, wenn es sich nicht gerade um einen bereits eingeführten skandinavischen Krimi-Autor handelt.

Wer nicht so lange warten will und auch Schwedisch oder Englisch liest, kann mit Stina Jacksons Hauptfigur den „Silvervägen“ (Straße Nummer 95) von Skellefteå zur norwegischen Grenze fahren und dessen verschwundene Tochter suchen. Das Debüt der Autorin aus Skellefteå erhielt den Preis als bester schwedischer Krimi des Jahres 2018.

Grönland-Sachbuch jetzt auf Englisch

Eine äußerst spannende Zeit erlebt gerade Grönland. Der dänische Journalist Martin Breum hat das Land immer wieder bereist und über das Streben nach Selbständigkeit, Grönland im Kontext internationaler militärischer Interessen und auch die Folgen des Klimawandels geschrieben. Sein jüngstes Buch “ Hvis Grønland river sig løs“ kam im Frühjahr heraus. Auf eine deutsche Übersetzung braucht man wohl nicht hoffen. Wer kein Dänisch lesen kann oder will, für den hat Breum nun ein Konzentrat seiner drei Grönland-Bücher als „Cold Rush“ auf Englisch herausgebracht.

Es müssen aber auch nicht immer Neuerscheinungen sein – vielleicht ist der Tod von Arto Paasilinna ein Anlass, sich seine Bücher noch einmal anzusehen.

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