Umweltsteuer auf Spitzbergen: Vorbild für andere?

Norwegen/Spitzbergen. Woher die Mittel nehmen, um die örtliche Infrastruktur den Besucherzahlen anzupassen? Mehrere norwegische Kommunen, darunter Nordkapp und die Lofoten, dachten jüngst laut über eine Tourismussteuer nach. Auf Spitzbergen zahlt der Gast bereits, diese Steuer heißt aber Umwelt-Steuer und  der Tourismusverband sieht nicht viel davon.

Seilbahn Kohle Spitzbergen

Historische Seilbahn für den Kohletransport, Longyearbyen, Spitzbergen. Foto: Marius Fiskum / www.fototopia.no/CC BY 3.0

150 Norwegische Kronen zahlt jeder, der mit Schiff oder Flugzeug auf Spitzbergen anlandet. Das Geld fließt in den Svalbard Miljøvernfond, der die Mittel verteilt – teils zugunsten des Naturschutzes, teils in Maßnahmen zum Erhalt von Kulturdenkmälern. Grundlage dafür ist das spezielle Umweltschutzgesetz für Spitzbergen, Svalbardmiljøloven.

Über die Verteilung der Mittel aus dem Steuer-Fond wunderte sich aber neulich High North News: Ein Großteil der Empfänger ist nämlich staatlich. So erhält die Store Norske Spitzbergen Kullkompani, Betreiberin des Bergwerks, einen Zuschuss daraus, um die historischen Seilbahnen zu erhalten, die für die heutige Produktion gar nicht mehr gebraucht werden. Gleichzeitig fehle Visit Svalbard das Geld, um den Tourismus  auf der Inselgruppe nachhaltig zu entwickeln, sodass man während eins Branchentreffens jüngst über eine eigene Tourismussteuer nachgedacht habe, so High North News.

Die Empfänger sind auch im Evaluierungsbericht zum Fond nachzulesen, der gerade veröffentlicht wurde. Tatsächlich hat die staatliche Kohlebergbaugesellschaft  das meiste Geld bekommen. Andere staatliche Empfänger waren beispielsweise Norsk Polarinstitutt, NINA (Norsk institutt for naturforskning), Longyearbyen Lokalstyre oder die Universität Spitzbergen (UNIS). Oft ging es es um dabei Forschungsaufträge.

Neue Mittel für Strandsäuberung, Tourismusforschung, Denkmalpflege

Gerade wurden neue Mittel verteilt: Unter anderem werden  Visit Svalbard, NINA und AECO (Association of Arctic Expedition Cruise Operators) gemeinsam Folgen des Tourismus auf Spitzbergen untersuchen. Die Gruppe Aktiv i friluft Longyearbyen bekommt außerdem einen Zuschuss, um weiter Plastikmüll von den Ufern des Isfjorden zu sammeln. Darunter sind auch immer wieder alte Fischernetze. Dafür wird ein Boot benötigt, und auch Eisbärenwächter müssen dabei sein.  Aber auch die Store Norske Spitzbergen Kullkompani erhält weiter Geld für die Denkmalpflege.

Eine landesweite Touristensteuer hatte die Regierung ausgeschlossen. An den Erfahrungen Spitzbergens mit der Steuer auf lokaler Ebene sind nun laut Klassekampen auch andere Kommunen interessiert. Allerdings ist die Rechtsgrundlage dort eine besondere und vermutlich nicht vergleichbar.

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