Finnland: Kein Mangel an Schutzausrüstung dank Bereitschaftslager

Finnland. Fehlende Schutzkleidung? Die Medikamente reichen nicht in der Corona-Krise? Nicht in Finnland. Dort gibt es Bereitschaftslager, die randvoll gefüllt sind. Sie wurden nun geöffnet, um die Krankenhäuser zu unterstützen.

Atemschutzmaske

Atemschutzmasken sind begehrt. Foto Nana Cola, Pixabay

Atemschutzmasken, die auf Flughäfen verschwinden. Desinfektionsmittel und Probestäbchen, die plötzlich nicht mehr an Kunden im Ausland geliefert werden. Der globale Markt für  Schutzkleidung, medizinischen Bedarf und bestimmte Medikamente ist leergefegt, seit alle dasselbe wollen, und davon möglichst viel. Die Bilder aus den finnischen Bereitsschaftslagern lösten deshalb bei vielen Begehrlichkeiten aus. Nicht zuletzt beim Nachbarn Schweden: Dort muss die Vertreterin der Sozialbehörde praktisch täglich berichten, man habe zwar aktuell Schutzausrüstung, aber keine Vorräte. Krankenhaus- und Rettungsdienstpersonal sind verunsichert, weil sie plötzlich sparsamer damit sein sollen. Zudem gab es einen Bericht aus einem Krankenhaus in Stockholm, dass das häufig gebrauchte Betäubungsmittel Propofol knapp werde. Dies wurde zwar später relativiert, doch niemand weiß, wie hoch der Bedarf in den nächsten Tagen und Wochen sein wird. Auch Schweden hatte einst solche Lager, löste sie aber nach Ende des Kalten Krieges auf – es kostete ja, sie zu unterhalten.

„Prepper Nation of the Nordics“

Finnland hatte diese Lager in den 1950er Jahren eingerichtet und war nicht so voreilig. Zumindest Lieferengpässen kann man in der Corona-Krise entspannt entgegen blicken. Die New York Times nannte das Land deshalb bereits „Prepper Nation of the Nordics“. „Es gehört zur finnischen DNA, vorbereitet zu sein“, sagt der zuständige Behördenchef zu NYT. Das erklärt sich leicht mit einem Blick auf die Geschichte, die Grenze zu Russland und einen Seeverkehr, der allein von Ostseehäfen abhängig ist. Aber auch aus der Schweinegrippe 2012 habe man Lehren gezogen, wie eine Behördenvertreterin bei SVT berichtet. Es ist das erste Mal, dass dieses medizinische Lager geöffnet wird. Nach einer schlechten Ernte wurde aber laut Svenka Yle schon einmal Getreide aus dem Lager geholt.

Wo diese Lager sind, wird übrigens geheim gehalten. Nachbarn, die knapp ausgestattet sind, brauchen sich keine Hoffnungen machen: Laut Gesetz darf das Material aus den Lagern nur für Finnland verwendet werden.

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