Färöer. Heute hat das färöische Parlament in dritter Lesung über ein neues Abtreibungsgesetz abgestimmt. Mit knapper Mehrheit wurde der Antrag angenommen, der Frauen bis zur 12. Schwangerschaftswoche frei über eine mögliche Abtreibung entscheiden lässt – wie in den anderen nordischen Ländern. Die bisherige Regelung stammte noch von 1956 und ist sehr restriktiv. Darüber berichteten KVF und DR (aktualisiert 19.30 Uhr).
Die Färöer hatten bisher ein altes und sehr restriktives Gesetz, das Abtreibung nur aufgrund weniger Kriterien zulässt und Ärzte über die Rechtmäßigkeit entscheiden müssen. Frauen, die die Möglichkeit hatten, flogen nach Dänemark, um dort die Abtreibung vornehmen zu lassen. Während in Dänemark und Grönland das Abtreibungsgesetz mordernisiert worden war, hatten die Färöer lange an dem alten festgehalten. Es gab in der Vergangenheit zwar mehrere Anläufe, dies zu ändern, aber nie die erforderliche Mehrheit dafür – bis jetzt.
Der neue Gesetzesentwurf war von Hervør Pálsdóttir eingebracht worden, einer Abgeordneten der Partei Tjóðveldi, die Teil der Regierungskoalition ist. Die zweite Lesung im Løgting, dem färöischen Parlament, dauerte laut KVF sieben Stunden. Die Bilder zeigen großes Publikumsinteresse, mehrheitlich von Frauen. Nach der langen Diskussion stimmten aber 17 Abgeordnete für und 16 gegen den neuen Gesetzesentwurf. Bei der dritten Lesung am Donnerstag ergab sich dasselbe Stimmenverhältnis – damit ist das zukünftige Gesetz mit einer freien Entscheidung bis zu 12. Schwangerschaftswoche angenommen.
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