Finnland: Hängebrücken unter der Lupe

Finnland. Bei einer Hängebrücke im Repovesi-Nationalpark in Südostfinnland brach am vergangenen Sonntag ein Drahtseil. Niemand kam dabei ernsthaft zu Schaden, die Brücke ist seitdem jedoch gesperrt. Und Metsähallitus, für die Nationalparks zuständige Behörde, will nun alle anderen Hängebrücken noch einmal auf ihren Zustand untersuchen lassen. Fast die Hälfte davon befindet sich in Lappland.

Hängebrücke

Hängebrücke im Repovesi-Nationalpark vor dem Unfall. Foto Ohto Kokko, CC BY-SA 3.0

Die Hängebrücke im Repovesi-Nationalpark bei Kouvola ist 50 Meter lang und überquert den Lapinsalmi-See in zehn Metern Höhe an einer engen Stelle. Neun Menschen befanden sich gerade auf der Brücke, als das Drahtseil riss. Die Brücke geriet dadurch in Schieflage, blieb aber hängen. Die Menschen darauf konnten sich allein oder mit Hilfe anderer  ans Ufer retten. Die Brücke ist 30 Jahre alt und wird jährlich überprüft. Ein Vertreter von Metsähallitus verwies darauf, dass eigentlich keine neun Menschen gleichzeitig auf der Brücke hätten sein dürfen. Als Ersatz für die Brücke wurde zunächst bis Mitte August ein Bootsverkehr eingerichtet.

Der Unfall ist nun Auslöser dafür, nicht nur die Brücke in Repovesi, sondern auch die anderen Hängebrücken in finnischen Nationalparks im Laufe des Sommers noch einmal speziell unter die Lupe zu nehmen, wie Yle berichtet. Insgesamt sind es 35, 17 davon in Lappland, wo auch  die meisten und größten Nationalparks sind.

Zwei Brücken waren laut Yle schon zuvor im Blick der Behörden: Die Brücke über den Toriseno-Fluss in der Gemeinde Enontekiö an der Grenze zu Norwegen wurde früher sogar mit Quads und Schneescootern befahren. Seit Januar ist sie komplett gesperrt und soll irgendwann abgerissen werden. Und eine Hängebrücke im Urho-Kekkonen-Nationalpark in Nordostfinnland, die Kolsakosken-Brücke über den Nuorttijoki, darf nur noch von jeweils einer Person gleichzeitig begangen werden.

Hängebrücke

Lieber trocken bleiben!

Ohne die Hängebrücken in der Wildnis wäre das Wandern deutlich mühsamer: Man müsste  den Weg durch kalte und reißende Flüsse suchen und/oder Schluchten hinunter- und wieder hinaufklettern. Die Kontrolle und Wartung der abseits gelegenen Bauwerke ist jedoch aufwändig. Metsähallitus rechnet offenbar mit einem Defizit von 44 Millionen Euro bei der Pflege der Infrastruktur der 40 finnischen Nationalparks. Der Besuch soll trotzdem kostenfrei bleiben.

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