Norwegen: Klimaforscher bitten Bergwanderer um Hilfe

Norwegen. Die Natur in den norwegischen Bergen verändert sich mit dem wärmeren Klima: Die Waldgrenze rückt immer mehr nach oben. Weil eine Handvoll Forscher nicht alles allein neu vermessen kann, sind nun Wanderer aufgerufen, mit Hilfe einer App ihre Beobachtungen unterwegs festzuhalten und an die Wissenschaftler weiterzuleiten. Darüber berichtete Aftenposten.

Waldgrenze

Stadt, Wald, Fjell in Narvik

Natur i endring“ ist ein Forschungsprojekt, für das das naturhistorische Museum (NHM) der Universität Oslo eine Kooperation mit dem Norwegischen Tourismusverein (Den Norske Turistforening, DNT) eingegangen ist. Mit Hilfe der vielen Menschen, die in den Bergen unterwegs sind, sollen die Daten zusammenkommen, die es der Geo-Ökologischen Forschungsgruppe des NHM ermöglichen, die aktuellen Grenzen für Wald und für einzelne Bäume zu ermitteln. Worauf zu achten ist, wird in der App erklärt. Umfangreiche Vorkenntnisse sind nicht notwendig: „Die meisten kennen den Unterschied zwischen Tanne, Kiefer und Fjellbirke“, so Peter Horvath aus der Forschungsgruppe zu Aftenposten.

Der Wald rückt höher – und nördlicher

Die Forscher hatten festgestellt, dass die höchste registrierte Waldgrenze inzwischen bei 1334 Metern über dem Meer liegt – etwa  131 Meter höher als noch vor hundert Jahren. Und der Wald rückt nach Norden vor. Nun wollen sie es genau wissen. Auf der Internetseite des Projekts „Natur i endring“ werden alte Landschaftsbilder aktuellen gegenübergestellt: Der Vormarsch der Bäume ist dort gut zu erkennen. Zwar gibt es auch noch weitere Gründe für den zunehmenden Waldwuchs: In den Bergen wird weniger geweidet und abgeholzt als früher. Doch der Hauptgrund, so Horvath, seien die wärmeren Sommer. Auf den Bildern ist im Hintergrund auch der Rückzug der Gletscher zu erkennen. Die Beobachtungen sollen auch helfen, bessere Klimamodelle zu entwickeln.

DNT feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen. Mit der Teilnahme am Projekt will der Verein auch zu größerer Aufmerksamkeit für die Veränderungen beitragen. Für die fleißigen Datensammler gibt es verschiedene Preise zu gewinnen. Projektleiter Anders Bryn hofft aber, dass die Aktion auch bewusst macht, wie die Klimaveränderungen auch Norwegen betreffen –  es handle sich um mehr als „nur“ schmelzendes Eis in der Arktis.

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