Wizz Air gibt Inlandsflüge in Norwegen wieder auf

Norwegen. Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air gibt nach sieben Monaten den norwegischen Binnenmarkt wieder auf. Es sei nicht wirtschaftlich gewesen. Norwegian dagegen hält sich – und Ende Juni startet sogar eine neue norwegische Fluggesellschaft, Flyr.

Wizz Air

Maschine von Wizz Air. Foto Wizz Air

Wizz Air begann im Herbst 2020 mit Inlandsflügen in Norwegen und warb mit besonders günstigen Preisen. Die Absicht war offenbar, in die Lücke zu springen, die Norwegian bei seiner Verkleinerung hinterließ. Wizz Air setzte Norwegian und SAS preislich unter Druck – und hoffte offenbar auf mehr Fluggäste nach dem Ende der Pandemie, das bekanntlich so schnell nicht kam. Die Airline war in der Diskussion, weil die Angestellten keine norwegischen Tariflöhne erhielten. Ab dem 14. Juni wird Wizz Air keine Inlandsflüge mehr bedienen, bestätigte ein Vertreter der Airline gegenüber e24no. Flüge aus dem Ausland nach Norwegen soll es allerdings weiter geben.

Norwegian überlebt in geschrumpfter Form

Die Botschaft kommt kurz nach dem Bescheid, dass Norwegian die Rekonstruktion abgeschlossen hat und überleben wird. Die norwegische Billigfluggesellschaft ist stark geschrumpft und verfügt nur noch über 51 statt 156 Flugzeuge. Zukünftig will die die Airline auf skandinavische und europäische Ziele beschränken.

Neue Gesellschaft Flyr startet Ende Juni

Der nächste Optimist in Norwegen steht schon auf der Startbahn: Flyr will noch besser wirtschaften als Norwegian, Fliegen „einfach“ machen und setzt auf rein digitale Buchung. Geplant sind sowohl Inlands- als auch Auslandsflüge. Flyr setzt nach eigenen Angaben darauf, dass Norweger nach dem Ende der Pandemie wieder mehr reisen wollen. Der Preisdruck auf Norwegian und SAS bleibt somit bestehen.Der erste Flug von Flyr geht am 30. Juni von Oslo nach Tromsø.

Keine Konkurrenz für Widerøe

Widerøe

Widerøe-Maschine im Landeanflug auf Bodø.

Die norwegische Fluggesellschaft Widerøe, die das Kurzbahnnetz mit kleineren Maschinen bedient, bleibt konkurrenzlos. Seit dem Ende von Fly Viking hat sich keiner mehr auf diesen Markt gewagt. Viele Strecken wurden auch schon vor der Pandemie vom Staat bezuschusst, um ein Basisangebot dort sicherzustellen, wo es keine Alternative gibt. Dies betrifft vor allem Orte in Nordnorwegen.

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Keine Staatshilfe – geht Norwegian die Luft aus?

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