Schiff 108 Jahre verschollen: Forscher auf Korallensuche finden das Wrack

Norwegen. Die Gruppe von Wissenschaftlern des norwegischen Meeresforschungsinstitutes war eigentlich nur auf der Suche nach Korallen – mithilfe eines Videoriggs in mehr als 200 Meter Tiefe vor Meløy. Neben Korallen fanden sie auch ein seit 108 Jahren verschollenes Wrack – die DS Malmberget, ein vollbeladener schwedischer Erzfrachter, untergegangen 1913 im Orkan. Darüber berichtete NRK.

Fische DS Malmberget

Fische auf der Ankerwinsch der DS Malmberget. Foto Havforskningsinstituttet/ Mareano

Zunächst konnten die Wissenschaftler ihren Fund nicht zuordnen. Denn an dieser Stelle war bisher kein Wrack verzeichnet. Anhand der Korallen darauf war klar, dass es schon lange dort lag. Bei ihren Recherchen stießen sie auf die DS Malmberget, deren Verbleib nie geklärt werden konnte, und fanden auf den Videobildern schließlich auch die Buchstaben M und A. Die Malmberget wurde oft mit der Titanic verglichen, wie NRK berichtet – auch die Malmberget war ein neues, für die Zeit modernes Schiff, und es gab die Spekulation darüber, dass der Kapitän es für unsinkbar gehalten haben könnte. Die Titanic sank 1912.

Mit 10 000 Tonnen Eisenerz im Orkan

Das ist über die DS Malmberget bekannt: Sie fuhr für die schwedische Reederei Luleå-Ofoten. Am 27. November 1913 verließ das Schiff Narvik mit 43 Mann Besatzung und 10 000 Tonnen Eisenerz aus Kiruna, das nach Rotterdam sollte. Es war schlechtes Wetter angesagt. Am Morgen des 28. November hatte die Telegrafiestation auf Røst Kontakt mit dem Schiff. Um 14 Uhr desselben Tages beobachtete ein anderes Schiff die Malmberget nordwestlich des Leuchtturms Tennholmen vor Bodø. Da blies der Wind bereits mit Orkanstärke. Später hat niemand mehr das Schiff gesehen. Aber es wurden Wrackteile in Meløy und Gildeskål angespült. Keiner der Seeleute überlebte.

Die Meeresforscher vermuten, dass sich bei dem Schiff im heftigen Seegang die Ladung verschoben hat, oder dass eine Welle darüber einbrach und Wasser eindrang. Mit 10 000 Tonnen Erz ging der Untergang offenbar schnell. Wo das Schiff auf den Meeresboden traf, konnten sie auf den Aufnahmen deutlich erkennen. Das gefilmte Material wird nun auch den maritimen Archäologen zukommen.

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