Skúmey – die Insel, die aus dem Eis auftauchte

Island. Vor mehr als 50 Jahren wurde die Insel Surtsey durch einen Vulkanausbruch geboren. Sie darf ausschließlich von Wissenschaftlern betreten werden. Derselbe Prozess wird auch auf Skúmey verfolgt – aber diese Insel entstand nicht durch einen Vulkan, sondern durch den Rückzug des Gletschers Vatnajökull. Sie ist heute ein Nonnengänse-Paradies. Darüber berichtete RÚV.

Skumey Jökulsarlon

Der Rückzug der Gletscherzunge Breiðamerkurjökull, Jökulsárlon und die Lage von Skúmey. Screenshot aus dem Video von Nátturustofa Suðausturlands

Skúmey, benannt nach der Raubmöwe, die auf Isländisch skúmur heißt, erschien stückweise seit den 1970er Jahren aus den Eismassen des Breiðamerkurjökull. Diese Eiszunge ist der Auslassgletscher des Vatnajökull, der die bekannte Gletscherlagune Jökulsárlon bildet. Die Insel wirkt auf den ersten Blick kahl. Aber in den Bereichen, die schon länger eisfrei sind, finden die Wissenschaftler des naturhistorischen Instituts immer mehr Arten. Wie Surtsey darf Skúmey nur zu Forschungszwecken betreten werden.

Einer Art hat gefällt Skúmey ganz besonders: den Nonnengänsen. Diese Art ist zwar weit verbreitet, war auf Island bisher jedoch selten. Nun finden die Wissenschaftler Jahr für Jahr mehr Nester auf Skúmey – in diesem Jahr 1900. Gegenüber den Reportern von RÚV, die erstmals mitdurften auf die Insel, wurde das mit dem perfekten Schutz erklärt, den Skúmey bietet – kein Fuchs kann dort Eier rauben. Und offenbar vertragen sie das wärmere Klima besser.

Gletscher in 130 Jahren um 18 Prozent geschrumpft

Gletscher Rückgang Island

Rückgang der Gletscher auf Island seit 1890. Quelle Jökull/Veðurstofa

Ein neuer Artikel in der Zeitschrift Jökull, auf den auch das meteorologische Institut (Veðurstofa) hinweist, stellt den Schrumpfungsprozess der isländischen Gletscher seit der kleinen Eiszeit Ende des 19. Jahrhunderts dar. Insgesamt schrumpfte die Oberfläche der Gletscher um 18 Prozent. Dabei traf es die kleineren härter als die großen. Der ehemalige Okjökull ist bekanntlich inzwischen nur noch der Berg Ok mit ein paar Eisresten. Der Vatnajökull samt seiner Ausläufer hielt sich dabei noch am besten – aber auch er hat in den vergangenen 130 Jahren mehr als 1000 Quadratkilometer verloren, davon allein von 2000 bis 2019 rund 400 Quadratkilometer.

Früherer Artikel zum Thema:

Video von Nátturustofa Suðausturlands (naturhistorisches Institut Südostisland)

 

Anzeige

 

Dieser Beitrag wurde unter Biologie, Island, Klima veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.