Norwegen: Neue Theorie um Beluga Hvaldimir

Norwegen. Der Belugawal vor der nordnorwegischen Küste ist kein Spion, sondern ein Therapiewal. Das ist jedenfalls die neueste Theorie zur Herkunft von „Hvaldimir“, wie ihn die Bevölkerung in der Finnmark inzwischen getauft hat. Sicher ist nur: Der Wal ist sehr gut trainiert und ein Menschenfreund. Darüber berichtete NRK.

Beluga

Beluga (Archivbild, nicht Hvaldimir). Foto Brigitte Werner, pixabay

Der Hinweis auf die Therapieeinrichtung stammt vom früheren Journalisten Morten Vikeby,  auch ehemaliger norwegischer Konsul in Murmansk. Er hatte 2008 für das Fiskeribladet über einen Beluga namens Semjon geschrieben, der in einem Zentrum am Weißen Meer lebte, an der Grenze zwischen der Region Murmansk und Karelien.  Dieser wurde unter anderem zur Therapie  von Kindern mit psychischen Problemen eingesetzt.  Die Gurte, mit denen man Hvaldimir ursprünglich fand, könnten daher kommen, dass er auch Boote zog. In Hammerfestingen erklärte Vikeby, es handele sich nicht um dasselbe Tier, aber es könne aus einer Einrichtung dieser Art stammen.

Bis dahin galt als wahrscheinlichste Theorie, dass der Beluga aus einem Trainingsprogramm des russischen Militärs stammte, was die Fantasie der Medien weltweit angeregt hatte.

Dass der Wal gerne mit Menschen spielt, bezeugen diverse Küstenbewohner. Einer Frau in Hammerfest soll er sogar das Handy zurückgebracht haben, das ihr dabei ins Wasser fiel. „Die Herde dieses Wals sind Boote und Menschen“, sagte eine Wissenschaftlerin des Meeresforschungsinstituts zu NRK. Es werde sehr schwer, ihn an das Leben in Freiheit zu gewöhnen. Es sei vielleicht das Beste, wenn er dorthin zurückkehre, wo er herkomme.

In der norwegischen Fischereibehörde hat sich allerdings bisher niemand gemeldet, weder Generäle noch Therapeuten. 

Pate für Hvaldimir?

Die Idee, ihn in dem neue Refugium auf Island unterzubringen, wurde bereits in den norwegischen Medien angesprochen, was allerdings sehr kostspielig wäre. Dort sollen am 19. Juni nun endlich die beiden Belugas aus Shanghai ankommen, für die es geschaffen wurde. Der Hafen in Landeyjarhöfn ist nun ausgebaggert, sodass auch die letzte Etappe ihrer Reise durchgeführt werden kann. Nach Einschätzung von Islandsbloggen wird erst einmal nichts daraus, auch Hvaldimir dort unterzubringen – mit der Ankunft und der Eingewöhnung von „Little White“ und „Little Grey“ werde man erst einmal genug beschäftigt sein und dieses Projekt soll auch nicht gefährdet werden.

Die einfachere Alternative: Vikeby hofft auf Paten für Hvaldimir an der Finnmark-Küste, die seine Talente zu schätzen wissen.

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Rätselhafter Beluga: Free Willy in der Finnmark

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