Weg mit Plastiktüten und Einwegbesteck

Island/Norwegen/EU.  Plastikprodukte werden zunehmend unpopulär. Island will die Nutzung von Einweg-Plastiktüten beim Einkaufen beenden und verabschiedete diese Woche ein entsprechendes Gesetz. Norwegen will dagegen Einwegbesteck und andere Wegwerfartikel verbieten und damit noch schneller sein als die EU.

Island: Plastiktüte ab 2021 tabu

Plastiktüte

Ab 2021 auf Island nicht mehr erlaubt: Plastiktüte im Geschäft.

Bereits ab 1. September müssen Geschäfte auf Island für Tragetaschen Geld nehmen, egal, aus welchem Material sie sind. Das ist noch keine große Umstellung – viele  isländische Läden lassen  sich die Tüten bereits bezahlen, viele europäische Gäste sind dies von zuhause inzwischen gewohnt. Ab dem 1. Januar 2021 wird es dann ernst: Sowohl die dünnen Plastikbeutel in der Gemüseabteilung als auch die stabileren Tüten an der Kasse sind dann Geschichte. Geschäfte dürfen aber Tragetaschen aus anderen Materialien weiter verkaufen. Ziel ist, dass Taschen mehrfach genutzt werden und weniger Müll erzeugt wird. Nicht davon betroffen ist der Verkauf von Mülltüten, Gefrierbeuteln oder  Beuteln für Hundekot im Regal. Das Verbot von Plastiktüten ist Teil eines 18-Punkte-Plans, den eine Arbeitsgruppe zu Plastik-Fragen aufgestellt hat.

EU und Norwegen: Aus für Einwegbesteck

Für die EU-Länder gilt bereits seit 2015 eine Richtlinie, die die Verwendung von Plastiktüten eindämmen soll. Die Mittel sind den Ländern überlassen, eine Gebühr hat sich jedoch als recht wirkungsvoll erwiesen. Die dünnen Plastiktüten in der Obst- und Gemüseabteilung fallen aber nicht unter diese diese Regelung. Österreich, Italien und Frankreich sind darüber hinaus gegangen und haben ebenfalls Plastiktüten-Verbote erlassen.

Plastik am STrand

Plastik am Strand. Foto Sandra Altherr, pixabay

Die EU hat allerdings Ende März beschlossen, eine Reihe von Wegwerfprodukten ab 2021 zu verbieten: Einwegbesteck, Wattestäbchen, Strohhalme und Rührstäbchen aus Plastik. Nicht-EU-Land Norwegen will sogar noch schneller sein. Am jüngsten „Strandryddedagen“, wo in Norwegen Freiwillige den Müll an der Küste sammeln, kündigte der Umweltminister an, dass ein entsprechende Gesetz bereits im kommenden Jahr in Kraft treten soll. Die Reederei Hurtigruten hat derartiges Plastik bereits von Bord verbannt.

Labor für Mikroplastik-Forschung

Hintergrund all dieser Maßnahmen ist natürlich, dass sich die gute Haltbarkeit des Materials Plastik als Bumerang erwiesen hat. Was nicht sachgerecht entsorgt wird, landet in der Natur und früher oder später in Mägen von Lebewesen. Spuren von Mikroplastik wurden inzwischen sogar im Polareis gefunden. Wie sich diese kleinsten Plastikteilchen in der Nahrungskette auswirken, will nun das  Meeresforschungsinstitut in Tromsø untersuchen: Dort wurde gerade ein spezielles Mikroplastik-Labor eingericht. Statt der üblichen Schleifen wurde zur Eröffnung ein Stück abgetriebenes Fischernetz durchgeschnitten.

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