Neue Coronaregeln im Nordatlantik

Grönland/Island/Färöer. Es ist dem Coronavirus offenbar gelungen, wieder auf Grönland Fuß zu fassen. Noch nie gab es so viele Infizierte gleichzeitig wie jetzt: 30 aktive Fälle. Auch auf Island steigen die Zahlen wieder. Für beide Länder gelten nun neue Regeln. Aktualisiert 20.30 Uhr.

Grönland

Dorf

In Grönland. Foto Thomas Christiansen

Seit das Virus in einem Flug aus Kopenhagen mitgereist ist, gibt es neue Fälle an zahlreichen Orten. Besonders stark betroffen ist Nuuk mit 12 aktiven Fällen und die Kommune Kujalleq (Südgrönland) mit 12. Aus Qaqortoq und Sisimiut durfte man zeitweise weder aus- noch einreisen. Diese Maßnahmen sind nun aufgehoben. Ab heute gilt: Nur wer wenigstens eine Impfung hat, darf öffentliche Verkehrsmittel wie Bus, Schiff oder Flugzeug/Hubschrauber benutzen. Eine Übergangsfrist gilt für diejenigen, die nicht zu Hause sind. Sie dürfen nach Hause zurückkehren. Von privaten Festen und “Kaffemik” wird abgeraten. Es bleibt bei der jüngst wieder eingeführten Obergrenze von 20 Personen für öffentliche Veranstaltungen.

Grönland war zum Schutz vor dem Virus lange ziemlich abgeriegelt gewesen. Darauf hatte Landesarzt Henrik L. Hansen stets gedrängt, in Sorge vor einem Kollaps des fragilen Gesundheitssystems. Nun seien diejenigen, die am meisten gefährdet sind, aber durch die Impfung geschützt, so Hansen laut Sermitsiaq. Deshalb gibt es zumindest vorerst keine schärferen Maßnahmen. Regierungschef Múte B. Egede will aber nicht ausschließen, dass solche kommen können, wenn sich die Lage verschlimmert.

Der geplante Besuch der dänischen Königin Margrethe II wurde nun aufgrund der Situation abgesagt.

Island

Reiten Island

Reittouristen, Island.

Island hat weltweit mit Abstand die höchste Impfquote. Auch Geimpfte können allerdings bekanntlich das Virus mit sich tragen. Vollständig Geimpfte konnten zuletzt ohne weitere Hürden einreisen. Dabei brachten einige das Virus mit. Ab dem 26. Juli gilt deshalb, dass auch Geimpfte vorab einen Coronatest machen müssen, bevor sie nach Island einreisen. Für sie ist allerdings auch der schnellere und günstigere Antigentest zugelassen.  Leuten mit isländischer Kennitala (Personennummer) wird außerdem empfohlen, innerhalb von 24 Stunden einen weiteren Test zu machen, da diese Gruppe erfahrungsgemäß besonders viele Kontakte hat. Wer nicht vollständig geimpft ist, muss weiterhin einen PCR-Test vorab machen und die doppelten Tests und Quarantäne im Land einhalten.

Zurzeit gibt es 163 aktive Fälle auf Island, von denen die meisten aber nicht einmal Symptome haben. Nur eine ältere Frau wurde ins Krankenhaus eingeliefert, meldet RÚV, soll aber nicht sehr krank sein. Innerhalb des Landes sind alle Beschränkungen aufgehoben worden.

Färöer

Boote im Hafen von Tórshavn. Foto Jan Steffen

Auf den Färöer gibt es aktuell 99 aktive Fälle. Die tägliche Zahl der Neuinfizierten ist allerdings auf einstellige Werte gesunken. Einige Veranstaltungen wurden abgesagt. Die traditionelle Ólavsøka findet laut kvf.fo dennoch statt, mit leichten Anpassungen – es sollen sich nicht alle um Mitternacht im Zentrum von Tórshavn treffen und gemeinsam singen, sondern lieber in kleineren Gruppen in der Nachbarschaft. Zurzeit ist dort außerdem die dänische Königin Margrethe II zu Besuch.

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Färöer: Die Deltawelle im Nordatlantik

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