Grönland. Die Insel Grönland bewegt sich und verändert sich – und zwar mehr als bisher angenommen. Eine Auswertung von Messdaten zeigt: Grönland wandert aufgrund der Plattentektonik jährlich 23 Millimeter Richtung Nordwesten. Die Insel verändert sich aber auch durch verschiedene Prozesse, die auf historische und aktuelle Gletscherschmelzen zurückgehen. Darüber berichtete videnskab.dk. Die Studie ist in JGR Solid Earth erschienen.

Grönland zieht 23 nach Nordwesten. Die Kreise stehen jeweils für einen der Messpunkte. Grafik aus D. Longfors Berg et. al: Estimation and Attribution of Horizontal Land Motion Measured by the Greenland GNSS Network
Die Plattentektonik beeinflusst Grönland stark. Dafür werteten Hauptautor Danjal Longfors Berg von der Technischen Universität Dänemark (DTU) und sein Team Satellitendaten von isgesamt 2900 Stationen aus 20 Jahren aus. Dabei handelte es sich um 58 Messserien von grönländischen Stationen sowie weiteren aus Kanada und den USA. Grönland gehört zur amerikanischen Erdplatte.
Grönland verändert sich aber auch nach oben und unten aufgrund aktueller und vergangener Schmelzprozesse von Eismassen. Dicke Eispanzer drücken die Erdkruste in den Erdmantel – Abschmelzen lässt sie daraus wieder emporsteigen. Diese Ausgleichsbewegung wirkt sich unterschiedlich aus, je nachdem, an welcher Stelle gemessen wird. Während sich das Zentrum unter einem früheren Eisschild noch lange heben kann, können Randbereiche sinken.
Alter Eisschild über Kanada beeinflusst auch Grönland
Grönland verändert sich heute durch das aktuelle Abschmelzen seines Eisschilds. Grönland ist aber auch im Einflussbereich des früheren Laurentiden- Eisschilds, der Kanada und Teile der USA vor 20 000 Jahren bedeckte und vor 10 000 Jahren erst verschwand. Die postglaziale Landhebung dort dauert immer noch an. Diese Prozesse, so zeigt die Studie, beeinflussen Grönland stärker als bisher angenommen und führe im Süden eher zu einem Absinken, während andere Bereiche sich heben.
Im Zuge der Arbeit mit den Messdaten verbesserten die Autoren auch die aktuellen Modelle zu den Bewegungen, die die Veränderungen in Grönland bestimmen. Dies trägt auch zu besseren Prognosen für die Zukunft bei.
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