Nackt am Polarkreis: „Bodø Bodyscape“ von Spencer Tunick

Bodø (Norwegen). Ein Sturmwochenende ist normalerweise nicht die beste Gelegenheit, um Menschen draußen hüllenlos anzutreffen. Gestern gab es davon in Bodø gleich 175: Der amerikanische Fotograf Spencer Tunick ist an diesem Wochenende in Nordnorwegen, um sie für ein Kunstprojekt abzulichten. Die Bilder von Bodø  Bodyscape werden bei der Bodø Biennale vom 6. bis 9. September zu sehen sein.

Bodø Bodyscape

Bodø Bodyscape. Fotos Spencer Tunick

Die Bodø Biennale ist ein Festival, das sich zwischen den Genres visueller Kunst und Tanz bewegt – den jeweiligen Schwerpunkten der beiden Initiatoren BAREDANS (Bodø Arena for Dansekunst) und SE KUNST (Se Kunst i Nord-Norge). Der diesjährige Gastkünstler Spencer Tunick ist bekannt für Bilder, auf denen er große Gruppen nackter Menschen als gestaltendes Element in ungewohnter Umgebung einsetzt. 2006 zogen sich in Düsseldorf 840 Menschen mitten in der Stadt dafür aus. Sehr bekannt wurde das Bild mit 600 Nackten am Rande des Aletschgletschers in der Schweiz als Aktion mit Greenpeace gegen die Klimaerwärmung.

In Norwegen war Tunick bisher nicht, und auch noch nie nördlich des Polarkreises – bis die Bodø Biennale ihn einlud. Der Termin für das Fotoshooting – 11. und 12. August – war lange vorausgeplant, 320 Menschen hatten sich laut NRK dafür beworben, 175 nahmen schließlich teil. Zwar hatte es in den vergangenen Wochen auch in Nordnorwegen teilweise mehr als 30 Grad gegeben – ausgerechnet an diesem Wochenende ziehen nun Sturm und Regen durch. Zumindest gestern gab es jedoch auch helle und trockene Momente für die ersten Bilder, wie NRK berichtet. Die Menschen standen dabei vor dem Fylkeshus und auf der Mole.

Die fertigen Bilder werden dann an den Biennale-Tagen gratis zu sehen sein. Weitere Programmpunkte sind beispielsweise eine Open-Air-Choreografie Diorama am Stadtstrand Breivika, die Ausstellung der Künstlerinnen Irene Nordli und Karen Blomgren und die eigens für Bodø geschaffene genreübergreifende Installation „Caprice“ von Aleksander Johan Andreassen und Maria Landmark.

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