Auf Kirunas altes Rathaus wartet nur noch der Abriss

Kiruna (Schweden). Gestern Nachmittag endete für Kirunas altes „Stadshuset“ nach 55 Jahren der Dienst an der Öffentlichkeit. Ab Montag finden die Einwohner ihre Ansprechpartner im neuen Rathaus „Kristallen“ drei Kilometer weiter östlich. Das alte Gebäude wird nun für den Abriss vorbereitet. Der Boden darunter ist wegen des Bergbaus nicht mehr sicher.

Kiruna Rathaus

Kirunas altes Rathaus 2015, noch mit Uhrentum.

Von außen mögen die beiden Rathäuser  sehr unterschiedlich wirken. Der 1963 eingeweihte Bau von Artur von Schmalensee, Sieger eines Architektenwettbewerbs,  war rechteckig und aus rotem Klinker. Ein Markenzeichen war der gusseiserne Uhrenturm. Dieser bleibt erhalten und ist bereits vergangenen Herbst abgebaut, renoviert und inzwischen am neuen Standort aufgestellt worden. „Kristallen“, rund und weiß, ging ebenfalls aus einem Wettbewerb hervor: Entworfen wurde er vom dänischen Büro Henning Larsen Architects A/S in Zusammenarbeit mit WSP Sverige AB, Temagruppen Sverige AB und UiWE.

Eine Besonderheit des alten Stadshuset, das im Entwurf „Iglu“ hieß, war die große, offene Eingangshalle, „Kirunas Wohnzimmer“, um das sich alles herumgruppierte. Wie man in dem Video von SVT sehen kann, ist dies in „Kristallen“ ähnlich. „Kiruna Kommun wird mehrere geschätzte Eigenschaften des bisherigen Rathauses behalten. Beispiel dafür ist das „Wohnzimmer“ und die willkommenheißende Offenheit in ganz neuer und moderner Gestalt“, heißt es dazu auf Kirunas Internetseite. Im neuen Rathaus wird außerdem mehr Platz für Kirunas umfassende Kunstsammlung sein.

Kiruna Kristallen

Kiruna Kristallen März 2018

Das ganze Frühjahr über hatten die Bewohner von Kiruna Gelegenheit, sich von ihrem alten Rathaus bei Veranstaltungen und Ausstellungen zu verabschieden. Nun ist es für immer geschlossen und wird für den Abriss vorbereitet. Es ist eins der letzten Gebäude, die noch dort stehen, wo bald mehr Bodenbewegungen und Sprünge erwartet werden. Die Auswirkungen des Erzbergbaus rücken immer näher an das alte Stadtzentrum heran. Bezahlen muss das neue Rathaus (700 Millionen SEK, 67,2 Millionen Euro) deshalb die staatliche Bergbaufirma LKAB als Verursacher. Es ist das erste fertige Gebäude an der Stelle, die als neues Zentrum ausgewählt wurde – drei Kilometer weiter östlich, im alten Industriegebiet Tuolluvaara. Doch inzwischen wird auch darum herum gebaut. Geplant sind Geschäfte, Hotels, ein neues Folkets Hus und natürlich Wohnungen. In den nächsten fünf Jahren müssen große Teile des alten Zentrums ebenfalls umgezogen sein.

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