Gut, aber illegal: Färöischer Wodka vor Verkaufsstart gestoppt

Färöer. Die färöische Lebensmittelbehörde hat einen bereits preisgekrönten Wodka kurz vor dem Verkaufsstart gestoppt. Der Grund: Das Wasser stammt nicht aus einer behördlich zugelassenen Quelle. Tatsächlich stammte es aus einem Süßwasserreservoir unter dem Meeresboden, die beim Bau des Untersee-Tunnels nach Sandoy angestochen wurde. Darüber berichtete kvf.fo.

Der North Atlantic Subsea Vodka. Foto Faer Isles Distillery

Die Faer Isles Distillery ist eigentlich eine von Whiskyfreunden mithilfe von Crowdfunding gegründete Brennerei. Dort ist man der Meinung, die Färöer seien mindestens ebenso geeignet wie Schottland, um grandiosen Whisky reifen zu lassen. Während es bis zum ersten Whisky noch dauert, gab es bereits lokal produzierten Gin und Akvavit. Und als das unterseeische Süßwasserreservoir nicht aufhörte, in den Tunnelbau von Streymoy nach Sandoy zu lecken, kam man auf die Idee, dieses Wasser für ein besonderes „Wässerchen“ zu nutzen. In der Tat handelt es sich bei dem Süßwasserreservoir nicht um eine behördlich anerkannte Wasserquelle, allerdings ließ die Brennerei das Wasser nach eigenen Angaben von einem privaten Labor überprüfen – die Qualität sei top gewesen. Und der Geschmack ist es offenbar auch: Der North Atlantic Subsea Vodka erhielt eine Gold-Auszeichnung bei den Vodka-Masters in der Super-Premium-Klasse.  Die Tester hatte die Herkunft des Wassers offenbar nicht gestört.

Faer Isles Distillery versucht nun, die notwendige Genehmigung zu erhalten, um den Wodka legal in den Handel bringen zu dürfen.

Der Tunnel von Streymoy nach Sandoy ist seit dem 8. Februar durchgängig. Er soll im kommenden Jahr fertig werden.

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