Leuchtturminsel Bjørnøy vor Bodø an privat verkauft

Bodø (Norwegen). Eine eigene Insel in Norwegen – das hätten wohl viele gern. In der Region Helgeland wechselten in den vergangenen Jahren mehrere Inseln den privaten Besitzer. Um den jüngsten Inselverkauf gab es Diskussionen: Denn die Insel Bjørnøy östlich von Landegode vor Bodø war zuvor öffentliches Eigentum und Ausflugsziel, und darauf befindet sich ein historisches Leuchtturmwärterhaus mit dem früheren Leuchtfeuer. Sie wurde für umgerechnet 650 000 Euro verkauft. Darüber berichtete NRK.

Bjørnøy

Verkauft: Bjørnøy auf der Seite des Maklers (Screenshot)

Der Leuchtturm auf Bjørnøy wurde laut Store Norske Leksikon  1890 in Betrieb genommen, um die Einfahrt nach Bodø sicherer zu machen. Für den Leuchtturmwärter und seine Familie wurde ein Haus auf der Insel errichtet. 1962 wurden Insel und Leuchtturm elektrifiziert. Danach wurde der Leuchtturm von wechselnden Schichten betreut. 1972 wurde das alte Modell durch ein modernes automatisches auf einer Säule ersetzt, Menschen wurden nicht mehr gebraucht. Doch die Insel mit der charakteristischen Bebauung blieb eine auffällige Landmarke – Hurtigruten/Kystruten passieren sie täglich.

Unterhalt der Insel zu teuer

Lage von Bjørnøy vor Landegode und Bodø. Karte Openstreetmap/sel

2006 gab Kystverket, zuständig für Leuchttürme und den Küstenschutz, die Insel samt Gebäuden an die Umweltbehörde (Miljødirektoratet) ab. Die Kommune Bodø sollte die Insel betreuen und die Leuchtturmanlage für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Dafür wurde auch Geld zur Verfügung gestellt. Ehrenamtliche begannen, die Gebäude instand zu setzen. Doch offenbar nutzten nicht so viele die Insel als Ausflugsziel, und die Kosten für den Unterhalt als Naherholungsgebiet waren der Kommune zu hoch. 2020 kündigte die Kommune Bodø an, dass sie die Verantwortung für die Insel abgeben wollte. Lokale Vereine hatten diese Verantwortung auch nicht übernehmen wollen. So kam es dazu, dass die Insel samt Gebäuden zum Verkauf angeboten wurde. Für den neuen Besitzer gibt es nur wenig Auflagen: Es gibt keine Verpflichtung, die historischen Gebäude instand zu halten, sie sind auch nicht im Leuchtturm-Schutzplan von Kystverket gelistet.

Geld geht in die Staatkasse

Die norwegische Leuchtturmvereinigung (Norsk Fyrforening) bedauert, dass die historischen Kulturdenkmäler nun einem ungewissen Schicksal überlassen werden, und die Ehrenamtlichen, die ihre Zeit in die Renovierung gesteckt haben, sind verärgert. Das Interesse potenzieller Käufer an dieser Insel war groß: Der Makler berichtete gegenüber NRK von 300 Interessenten, 17 gaben Gebote ab, und letztlich wurde die Insel für 6,5 Millionen NOK, zurzeit 650 000 Euro, verkauft. Das Geld geht nun in die norwegische Staatskasse. Was der neue Besitzer plant, ist noch nicht bekannt.

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