Bald sechs Monate Ausbruch am Fagradalsfjall – kein Ende in Sicht

Island.  Achteinhalb Tage gab es keine sichtbare Aktivität am Fagradalsfjall – aber wie schon mehrere Male zuvor waren die Vermutungen über ein Ende der Eruption verfrüht. Knapp sechs Monate nach dem Beginn des Ausbruchs überraschte der Vulkan die Wissenschaftler außerdem mit einem Puls, der wieder an die Anfangszeit erinnert. Darüber berichtete RÚV.

Fagradalsfjall September

Neue Aktivität am Fagradalsfjall, zu beobachten über die Live-Webcam von RÚV

Die scheinbare Pause erklärten die Wissenschaftler inzwischen damit, dass offenbar ein Hindernis den Eruptionskanal verstopfte und die Lava sich andere Wege suchte. Dieses scheint nun beseitigt und rote Lava ist auch über die Webcams wieder zu sehen.

Das Lavafeld ist in der Ausdehnung zuletzt kaum gewachsen. Es bedeckt nun etwa 4,6 Quadratkilometer. Die flüssige Lava hatte die Ränder zuletzt nicht erreicht. Stattdessen wird das vorhandene Lavafeld immer dicker. Aus der kleinen Eruptionsspalte in den Geldingadalir ist nun ein kleiner Schildvulkan gewachsen, dessen Kraterrand 334 Meter über den Meeresspiegel reicht. Etwa 143 Millionen Kubikmeter Lava haben sich dort nach den jüngsten Messungen der Universität angesammelt.

Vulkan wie ein Geysir

Seit Montag messen die Wissenschaftler des Meteorologischen Instituts (Veðurstofa) außerdem wieder einen Puls von etwa acht Eruptionen pro Stunde. Kristín Jónsdóttir, die Spezialistin für Naturereignisse des Instituts, verglich die Wirkungsweise gegenüber RÚV mit einem Geysir: Die Impulse seien gesteuert davon, wie groß das Reservoir sei und wie lange es dauere, es zu füllen. 

Ein Ende des Ausbruchs ist aktuell ebenso wenig vorherzusehen wie mögliche Folgen einer Fortsetzung. Vor drei Monaten ging man noch davon aus, bald werde die Lava über Nátthagi auf die Straße fließen – das ist bisher nicht geschehen.

Update 21 Uhr: Heute wurde das Vulkan-Areal geschlossen, weil plötzlich ein Schwall glühende Lava Nátthagi hinunterfloss und auch über Wanderweg A. Es bleibt also spannend.

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