2500 Jahre alte Tropfsteinhöhle entdeckt – jetzt gesperrt

Island. Der beste Schutz für eine außergewöhnliche Höhle ist, wenn niemand von ihr weiß. Seit die Straße zum Geothermalwerk in Þeystareykjahraun in Nordost-Island gebaut wurde, war es aber nur noch eine Frage der Zeit, bis die 2500 Jahre alte Tropfsteinhöhle auch von Besuchern entdeckt wurde. Diese und sieben weitere Höhlen sollen nun gesperrt werden. Das meldeten RUV und Iceland Review.

Tropfsteinhöhle

Tropfsteinhöhle (Symbolbild, nicht die beschriebene Höhle). Foto Gitti Lohr/ pixabay

Mitglieder der isländischen Höhlenforschervereinigung hatten die Tropfsteinhöhle bereits vor zwei Jahren entdeckt. Nirgends auf der  Welt gäbe es Vergleichbares, so der Vorsitzende der Vereinigung, Guðni Gunnarsson. Das beziehe sich auf die Größe und auf die Menge der Tropfsteine. Die Gegend ist für Tropfsteinhöhlen bekannt. Bevor die Straße vor zwei Jahren gebaut wurde, war sie aber weniger zugänglich.

Auf Island gibt es viele Höhlen – und schlechte Erfahrungen damit, wie Menschen sich darin benehmen. Die Höhle Leiðarendi wurde vergangenes Jahr gesperrt, weil Besucher fast alle Tropfsteine abgebrochen hatten. So soll die bisher unberührte Höhle nicht enden, meinen die Höhlenforscher und setzen sich für eine Absperrung der Höhle ein. Bei Umweltminister Guðmundur Ingi Guðbrandsson (Linksgrüne) fanden sie nun Gehör. Er will insgesamt acht Höhlen mit einem Tor verschließen, vier in Þeystareykjahraun und vier in anderen Teilen des Landes. So soll der Zustand der Höhlen erhalten bleiben. Isländer, Touristen und Schulkinder sollen sie unter fachkundiger Anleitung besichtigen können. Drei der Höhlen sind bereits verschlossen.

Tropfsteinhöhlen sind geschützt

Tropfsteinhöhlen und Tropfsteine sind explizit durch das isländische Naturschutzgesetz geschützt. Stalagmiten oder Stalagtiten abzubrechen ist also nicht nur ein sehr dummer Scherz, sondern ein Gesetzesverstoß. Der Minister möchte die Höhlen noch besser schützen, dieser Prozess brauche jedoch Zeit.

Mehr zum Thema:

Anzeige
Dieser Beitrag wurde unter Geologie, Island, Tourismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.