Touristen verschmutzen Bade-Höhle Grjótagjá – gesperrt

Island. Den Ort so sauber verlassen, wie man ihn vorgefunden hat – in der Grjótagjá, einer Höhle mit geothermisch aufgeheiztem Wasser, haben dies nicht alle Touristen beherzigt. Die Grundbesitzer haben nun den Zugang zunächst gesperrt. Darüber berichtete Morgunblaðið.

Grjótagjá

Grjótagjá. Foto Chrisdi98/ Wikimedia, CC BY-SA 3.0

Grjótagjá liegt im Mývatn-Gebiet im Nordosten Islands, südöstlich von Reykjahlíð. In diesem Bereich driften die Kontinentalplatten auseinander, was man auch an der Oberfläche sieht. Anders als in der Silfra-Spalte in þingvellir, wo das Wasser zwar schön klar, aber eiskalt (und tief) ist, ist es in der Grjótagjá geothermisch aufgeheizt. Die Höhle  wurde in der Vergangenheit von Einheimischen und Touristen zum Baden genutzt, daher stammt die Einteilung in einen Frauenteil (Kvennagjá) und einen für Männer (Karlagjá). Während der letzten Ausbruchserie des nahen Vulkans Krafla von 1975 bis 1984 wurde das Wasser jedoch zu heiß.

Zuletzt war die Temperatur im Bereich der Kvennagjá wieder soweit gesunken, dass Baden wieder möglich war, zumindest theoretisch. Die Eigentümer hatten das Baden per Schild verboten. Besucher sprangen trotzdem ins Wasser, und nicht nur das: Sie benutzten die Höhle als Toilette, wuschen dort ihre Schuhe und Geschirr, putzen ihre Zähne und einige schliefen auch dort, so eine der Grundbesitzerinnen in Morgunblaðið. In Vísir schätzt sie die Zahl der Besucher auf einige hundert täglich im Sommer.

Grjótagjá soll wieder Badestelle werden – aber mit Konzept

Der Eingang ist nun mit einem Gitter versperrt, durch das man hindurchsehen und fotografieren kann. Das soll allerdings nur eine temporäre Lösung sein – eigentlich wollen die Eigentümer den Bedürfnissen der Touristen durchaus entgegenkommen und ein Sanitärgebäude errichten. Doch dies muss erst genehmigt werden.

Ihr Traum sei, so heißt es bei Vísir, die Höhle wieder zu einer Badestelle zu machen – dann aber mit Personal, das für Sicherheit und Ordnung sorgt.

In der Nähe gibt es noch eine andere Höhle mit warmem Wasser, Stóragjá. Diese ist allerdings nicht ganz so besucherfreundlich – man kommt nur über Treppen und eine Leiter hinunter ans Wasser. Bestimmte Formen von Vandalismus erledigen sich so von selbst.

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