Schneekunst-Saison vor der Finissage

Schweden/Finnland. Noch hält sich der Schnee im hohen Norden – doch Sonne und Wärme haben ihm in der vergangenen Woche heftig zugesetzt. Mit dem Schnee verschwindet nicht nur die Unterlage für den beliebten Wintersport, sondern auch das Baumaterial für Kunstwerke. Skulpuren sind die klassische Variante – in diesem Winter machten aber auch großflächige  Muster von Spuren im Schnee häufiger von sich reden.

Schneekunst Espoo

Schneekunst bei Espoo. Screenshot aus dem Video von Janne Pyykkö.

Die Wirkung sorgfältig choreografierter Schneeschuh-Spuren in unberührtem Schnee lässt sich nur über Drohnenfotos richtig vermitteln. Pionier diese Kunst ist der Brite Simon Beck. Einer seiner Bewunderer in Finnland, Janne Pyykkö, nutzte den diesjährigen Schnee und schuf unter anderem mit elf Helfern eine riesige geometrische Figur auf einem verschneiten Golfplatz – Durchmesser 160 Meter. Das erregte auch international Aufmerksamkeit. Weiter nördlich, im Tornedalen, war in diesem Jahr Rudi Geisler auf Schneeschuhen unterwegs. Der Österreicher, der in Saalfelden eine Firma für Gruppen-Outdoor-Events betreibt, ist in seiner Heimat bereits bekannt für seine Schneekunst. Seine Frau Anna Oja stammt jedoch aus dem Dorf Korpikylä auf der schwedischen Seite des Torneflusses. Dort haben die beiden jetzt ein Haus – und nun werden auch die schwedischen und finnischen Medien auf ihn aufmerksam. Anders als in Österreich ist er sein jüngstes Werk ganz allein auf Schneeschuhen gegangen. Sieben Stunden brauchte er für den Stern bei Korpikylä. Haparandabladet zeigte aktuelle und frühere Schnee-Bilder.

Schneeskulpturen

Schneekunst Piteå

Jubiläums-Schneeskulpturen in Piteå.

Die klassische Schneeskulptur wird natürlich weiter gepflegt, zum Beispiel beim Schneeskulpturen-Festival in Kiruna. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde dieses ohne weitere Publikumsveranstaltungen durchgeführt – aber die Teams haben ihre Schneeskulpturen vor Ort aufgebaut, zu sehen sind sie hier. Eine Sonderaktion gab es in diesem Jahr auf dem Rathausplatz von Piteå: Dorthin kamen Teams aus jenen vier schwedischen Städten, die in diesem Jahr den 400. Geburtstag feiern, und schufen jeweils ein Kunstwerk aus Schnee. Die Geburtstagskinder sind Piteå, Luleå, Göteborg und Borås. Ebenfalls 400 Jahre als wird Tornio in Finnland. Die Wärme hat den Skulpturen inzwischen deutlich zugesetzt.

Kunst aus Schnee und Eis gehört auch zum Konzept der Schnee- und Eishotels im Norden. Die Saisonbauten gehen nun ebenfalls in ihre letzten Wochen.

Frühere Artikel zum Thema:

Video von Janne Pyykkö von einem Schneekunst-Projekt:

Dieser Beitrag wurde unter Finnland, Kunst, Schweden veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.