Schlittenhunde ohne Touristen: Wer füllt den Napf?

Finnland/Norwegen. Unternehmen in der Tourismusbranche gehören zu den großen Verlierern in Coronazeiten. Besonders schwierig ist es für jene, die Schlittenhunde halten und Touren anbieten. Denn die Hunde brauchen ja weiter ihr Futter – auch wenn die Touristen ausbleiben.

Huskys

Huskygespann unterwegs. Foto Janina Bienkowski/ Pixabay

Es gibt viele Arten, Schneelandschaft zu genießen. Touren mit dem Hundeschlitten erfreuten sich lange steigender Beliebtheit. Finnisch Lappland war zu Vor-Corona-Zeiten ein Winter-Wonderland mit Weihnachtsmann, Nordlichtern und Rentier- oder eben Hundeschlitten. Dort leben laut Yle 5500 bis 7000 Schlittenhunde in etwa 80 Betrieben, deren Zukunft aktuell ungewiss ist. Denn dieses Geschäft lebte zu einem großen Teil von den ausländischen Touristen, die zurzeit nicht einreisen dürfen. Und während ein Café seine Angestellten freistellen kann, ist dies mit vierbeinigen Mitarbeitern nicht möglich. Die Hunde müssen auch weiter bewegt werden, selbst wenn niemand dafür bezahlt. Bereits die Frühjahrssaison wurde abgebrochen. Nun sieht es aus, als werde auch die kommende Wintersaison mager. Und es gab bereits Unternehmer, die andeuteten, dass sie Tiere einschläfern müssten, wenn das Geld nicht reiche. Andere überleben über Patenschaftsmodelle für die Tiere oder mit Hilfe von Geschenkgutscheinen. Hundefutterhersteller wollen Futter spenden. Und zwei Freunde aus Oulu, über die Yle berichtete, wollen international für Spenden trommeln, damit die Schlittenhunde die Coronazeit überleben.

Tourismus in Coronazeiten – ein Problem

Ähnlich ist die Situation auf Spitzbergen, wie High North News schreibt. Crowdfunding, Patenschaften und staatliche Zuschüsse haben die Hundenäpfe bisher weiter gefüllt, doch die Aussichten sind ungewiss. Grundsätzlich dürfen Touristen zwar nach Norwegen einreisen, aber die wenigsten haben so viel Zeit, dass sie zunächst zehn Tage Quarantäne absolvieren, wie es aktuell verlangt wird.

Finnland arbeitet an neuen testbasierten Einreiseregeln für Touristen, ein Ergebnis liegt aber noch nicht vor. Eine Idee ist, dass Einreisende mit einem negativen Coronatest aus dem Herkunftsland sich drei Tage in Finnland aufhalten dürfen. Für Finnisch Lappland ist dies zu wenig, da die wenigsten eine so weite Reise nur für drei Tage auf sich nehmen würden. Danach müssten sie sich erneut testen lassen. Unternehmen aus der Tourismusbranche in Finnisch Lappland rechneten bei einer Umfrage jüngst mit Einbußen bis zu 60 Prozent im Durchschnitt – einige auch mit weitaus mehr. Die einheimischen Reisenden könnten diese Lücken nicht füllen. Ebenfalls unklar ist, wie viele angesichts der Gesamtsituation überhaupt reisen wollen, selbst wenn sie dürften.

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