Rätsel um Wal-Strandungen in Norwegen

Norwegen. Eine Serie von Wal-Strandungen in Nordnorwegen gibt Rätsel auf. In den vergangenen Wochen wurden zwölf tote Wale zwischen Vega und Tromsø gefunden – Pottwale und Buckelwale. Die Ursache ist unbekannt. Darüber berichtete NRK.

Pottwal

Pottwal, lebend. Foto Viktor Bernhard, Pixabay

Bisher gibt es in Norwegen kein zentrales Register für gestrandete Wale und auch keine Untersuchungen dazu. Viele Tiere sind vermutlich auch schon länger tot. Normalerweise sinken tote Wale auf den Meeresboden. Die Strömungsverhältnisse können sie aber auch an die Küste treiben. Nach den von NRK interviewten Experten ist die Häufung ungewöhnlich. Es ist allerdings praktisch unmöglich, herauszufinden, ob sie natürlicherweise oder durch menschliche Einflüsse gestorben sind. Dabei könnte es sich um Lärm, Plastik, Kollisionen oder Umweltgifte handeln.

Proben von neun Tieren gesichert

Die ehrenamtliche Organisation Norwegian Orca Survey, die auch mal Belugas hilft, wenn es nötig ist, hatte auf die Häufung aufmerksam gemacht und zwölf Fälle dokumentiert. Möglicherweise gibt es aber noch mehr Fälle, wie NRK anhand von Medienberichten aufzählt. Mitglieder von Norwegian Orca Survey haben von neun gestrandeten Tieren Proben gesammelt. Die Organisation arbeitet mit der Universität Oslo und der Universität für Umwelt und Biowissenschaften  in Viken (NMBU) zusammen in einem Projekt, das Umweltgifte in den Tieren erforscht. Daraus wird sich zwar keine Todesursache für die einzelnen Wale ablesen lassen. Anhand der Proben können aber Informationen über die Verbreitung bestimmter Umweltgifte gewonnen werden. 

Neue Organisation will Strandungen besser erforschen

Da es bisher kein zentrales Register für Wal-Strandungen und keine gezielte Ursachenforschung gibt, hat sich auch eine neue Organisation aus Meeresbiologen gegründet, „Strandinger i Norge“, die das in die Hände nehmen will.

Für Walkadaver sind die örtlichen Kommunen zuständig. Ein verrottender Kadaver ist für die nähere Umgebung eine unangenehme Geruchsbelastung, deshalb werden tote Wale oft auf See hinaus gezogen. Wo sie niemanden stören, bleiben sie liegen.

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