Erlebniszentrum The Whale auf historischem Grund

Andenes (Norwegen). Das Interesse an Whale Watching ist in Nordnorwegen in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Ein Erlebniszentrum namens „The Whale“ auf Andøya soll den Besuchern noch mehr Informationen bieten. Nun stellt sich heraus: An der Stelle war früher ein Fischerdorf. Das macht den Ort noch wertvoller, die Pläne aber auch teurer. Darüber berichtete NRK.

The Whale

The Whale, der Entwurf von Dorte Mandrup. Grafik MIR, Bergen

Das geplante Gebäude für „The Whale“ ist spektakulär: Es erinnert von See aus an eine riesige Walfluke, die aus dem Wasser ragt, passt es sich aber dennoch gut in die Landschaft ein. Der Entwurf stammt vom dänischen Büro Dorte Mandrup und gewann den Architektenwettbewerb dazu. Nicht nur die Fachjury war für diesen Vorschlag. Auch bei einer Bürgerumfrage auf den Vesterålen erhielt er die meisten Stimmen. Dorte Mandrup steht übrigens auch hinter dem neuen Besucherzentrum am Eisfjord in Ilulissat und dem Wattenmeerzentrum in Ribe. Umgerechnet rund 35 Millionen Euro sollte der neue Touristenmagnet in Andenes kosten. Für die Insel Andøya geht es dabei auch um Arbeitsplätze, wenn demnächst der Luftwaffenstützpunkt geschlossen wird – zukünftig soll ab Evenes geflogen werden.

Historische Siedlung größer als bisher bekannt

The Whale Tag

The Whale, von Land aus gesehen. Entwurf: Dorte Mandrup Arkitekter, Grafik: MIR, Bergen

Dass es an der Stelle Reste einer historischen Siedlung gab, war bekannt, nicht aber der Umfang. Alltagsgegenstände, Fischereigerätschaften und Gebäuderuinen wurden gefunden. Nun ist klar: Die Siedlungreste sind umfangreicher als gedacht und auch archäologisch interessanter, ein etwa 1000 Jahre altes Fischerdorf. Erwartet werden auch Funde zum Walfang. Genau das soll eins der Themen werden, über die „The Whale“ informieren will. Eine gründliche Untersuchung ist Pflicht und käme auch der geplanten Ausstellung zugute. Bezahlen muss dies der Antragsteller, also das „The Whale“. Nach den jüngsten Berechnungen der Universität Tromsø wird das Projekt dadurch ungerechnet etwa 2,3 Millionen Euro teurer, die Umsetzung wird auch länger dauern.  Die Initiatoren hoffen auf Unterstützung durch die Fylkeskommune Nordland.

Mehr zum Thema:Grönland: Infozentrum für den Ilulissat Eisfjord wird gebaut

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