Norwegens Küstenroute: Havila Castor soll am 10. Mai starten können

Norwegen. Endlich mal gute Nachrichten für Havila Kystruten: Das Schiff Havila Castor wurde am Freitag von der Werft übergeben. Es soll seinen Dienst auf der Postschiffroute entlang der norwegischen Küste plangemäß am 10. Mai antreten können. Dies meldet die Reederei selbst. Für dieses Schiff wurde eine alternative Finanzierung gefunden. Havila Capella liegt immer noch in Bergen fest.

Havila Capella.

Havila Castor und Havila Capella sind baugleich. Quelle Havila

Havila sollte eigentlich schon seit Januar 2021 mit vier Schiffen zum lückenlosen Verkehr entlang der norwegischen Küste zwischen Bergen und Kirkenes beitragen – neben dem früheren Monopolisten Hurtigruten. Eine Werftpleite und Corona verspäteten die Auslieferung der Schiffe. Ursprünglich sollten die Schiffe außerdem über Tochterunternehmen von GTLK finanziert werden, einer der weltgrößten Flugzeug- und Schiffsleasingfirmen. Doch Eigentümer von GTLK ist der russische Staat. Das Unternehmen steht wegen des russischen Angriffskriegs auf der Sanktionsliste der EU,  auch die Tochterunternehmen. Havila Capella liegt deshalb seit dem 12.April  in Bergen fest. Die Reederei will alle Verbindungen zu der sanktionierten Firma kappen und arbeitet an einer neuen Finanzierung – doch es geht eben um viel Geld.

Eigene Tochtergesellschaft für Havila Kystruten

Bei Havila Castor ist dies bereits gelungen: Dieses Schiff gehört nun HK Ship V AS, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Havila Kystruten. Es wurde mit Eigenkapital und einem kurzfristigen Kredit bezahlt, der der Reederei Zeit verschafft, um eine dauerhafte Lösung zu finden. Nach Angaben von Havila hat die Havila Castor einen Marktwert von umgerechnet rund 120 Millionen Euro.

Zwei weitere Schiffe noch im Bau

Zwei weitere Schiffe sind noch im Bau auf der türkischen Tersan-Werft. Diese sollten ursprünglich in Spanien gebaut werden, diese Werft ging aber in Konkurs. Bis zur Auslieferung gehören diese Schiffe noch der Werft. Sie sollen noch in diesem Jahr fertig werden. Um sie übernehmen zu können, braucht die Reederei erneut Geld.

Die Havila-Schiffe haben einen Hybridantrieb mit Flüssiggas und Batterien. Sie können bis zu vier Stunden elektrisch fahren. Havila Capella erhielt deshalb jüngst den „Next Generation Ship Award“ auf der Fachmesse Nor-Shipping.

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