Muonio Sameby kämpft um seinen Wald und um sein Recht

Pajala (Schweden). Gemeinsam mit Greenpeace-Aktivisten protestierte Muonio Sameby in der Kommune Pajala gegen die Abholzung von Wald in ihrem Gebiet – zunächst erfolgreich. Muonio Sameby kämpft dabei nicht nur gegen den staatlichen Waldriesen Sveaskog, sondern auch gegen das System. Als „Koncessionssameby“ hat ihre Gemeinschaft weniger Mitspracherechte als die weiter im Inland und im Fjäll.

Wald Muonio Sameby

Wird nicht abgeholzt! Es fehlt die Absprache mit dem Sameby. Foto Jason White/ Greenpeace

Ein Waldbesitzer muss Rücksicht auf die Bedürfnisse von Rentieren nehmen und sich vor geplanten Abholzungen mit den Rentierhaltern, die in Schweden in „Samebyar“ organisiert sind, beraten. Rentierhalter, die mit ihren Tieren zwischen Fjäll und waldigem Inland pendeln (fjällsameby) und Rentierhalter, die mit ihren Tieren ganzjährig durch Waldgebiete im Inland ziehen (skogssameby) haben dabei ein vergleichsweise starkes Mitspracherecht. Das „Koncessionssameby“ ist die Klassifizierung für Rentierhaltergemeinschaften im östlichen Norrbotten. Diese Region liegt außerhalb der klassischen „Lappmark“-Zone, dennoch gab und gibt es dort Rentierzucht. Sie müssen allerdings immer wieder neu eine „Konzession“ dafür beantragen. Und sie haben weniger Mitspracherecht, wenn es um die Wälder geht, in denen ihre Rentiere auf Nahrungssuche gehen. Dies hat Sveaskog, Schwedens größter Waldeigentümer und im Besitz des Staates, zuletzt im Bereich Pajala ausgenutzt. Bis Greenpeace zur Unterstützung kam, mit Aktivisten, die dort ein Lager errichteten, und mit wirksamer Öffentlichkeitsarbeit.

Muonio Sameby will neue Klassifikation

In diesem aktuellen Fall ging es um 85 Hektar Wald, den Muonio Sameby als Herbst- und Winterweideland nutzt. Auf einer abgeholzten Fläche ist der Boden zerstört, die Tiere finden keine Nahrung. Die Samen von Muonio Sameby wollen vor Abholzungen dasselbe Mitspracherecht wie die Kollegen weiter westlich und haben deshalb die Klassifikation als „skogssameby“ beantragt. Das Recht auf Rentierzucht stehe ihnen außerdem als Urvolk zu. Greenpeace fordert, dass die Beratungen mit Muonio sameby wieder aufgenommen werden, wie sie früher schon einmal erfolgreich praktiziert  wurden. Sveaskog hat die Abholzungen aus Sicherheitsgründen gestoppt. Gespräche zur Zukunft dieses Waldstücks sind allerdings nach den Worten des Sameby-Vorsitzenden Hans Holma nicht aufgenommen worden, heißt es nun in einer Pressemitteilung. 

Nicht nur in Pajala wird in Schweden um den Wald gestritten. Naturschützer werfen Sveaskog und anderen Forstunternehmen vor, zu viel und zu viel wertvollen Wald abzuholzen. Alter, unberührter Wald sei jedoch wichtig für die biologische Vielfalt und für das Klima., da er viel CO2 bindet.

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