Jetzt wird auch der Flughafen Vardø „ferngesteuert“

Vardø/Bodø (Norwegen). Ab sofort bleibt der Tower am Flughafen in Vardø leer: Die Beratung der Piloten geschieht nun von Bodø aus, 750 Kilometer weiter. Damit setzt Norwegens Flughafengesellschaft Avinor weiter den Plan um, kleine Flughäfen „fernsteuern“ zu lassen. Darüber berichtete NRK. Der erste war vor einem Jahr der auf der Lofoteninsel Røst.

Ferngesteuerter Tower

Bildschirme statt Fenster: Neues Fluglotsenzentrum in Bodø. Foto Avinor

Fünf Flugberater arbeiteten bisher in Vardø, drei davon sind nach Bodø gezogen, um nun im „Remote Towers Center“ zu arbeiten. Kameras verhelfen ihnen dort zu einer Sicht, die sogar noch besser sein soll als der Blick aus dem echten Tower. Die Wetterdaten aus Vardø werden natürlich ebenfalls weitergeleitet. Insgesamt sollen 15 kleinere Flugplätze aus dem Zentrum in Bodø ferngesteuert werden. Avinor hofft, mittelfristig bis zu 40 Prozent der Kosten einzusparen, wenn das Personal in Bodø konzentriert wird. Noch im November wird auch das Personal aus Berlevåg und Hasvik an der Finnmark-Küste nach Bodø umziehen. Bei der Wahl des Standortes für das Zentrum machte Bodø das Rennen, weil dort bereits viel „Flugpersonal“ vorhanden ist. Und die Flughäfen, deren Personal nun umziehen muss, liegen fast alle in Nordnorwegen.

Kleine Flugplätze mit wenigen Starts und Landungen

Die ersten Flughäfen, die nun umgestellt werden, sind kleine  Plätze mit wenigen Starts und Landungen am Tag. In einem Landesteil mit großen Distanzen, ohne Bahn und mit immer wieder wegen Lawinen gesperrten Pässen ist das Flugzeug ein wichtiges Verkehrsmittel. Um die Flugplätze zu erhalten, ist es hilfreich, wenn der Betrieb möglichst günstig ist. In Coronazeiten ist an der Küste auch das Schiff keine einfache  Alternative: Seit es praktisch keine Touristen mehr im Land gibt, hat Hurtigruten zurzeit mit Genehmigung der Behörde zwischen Bergen und Kirkenes nur noch zwei Schiffe im Einsatz statt elf. Entsprechend selten sind die Abfahrten.

In Røst wird die Fernberatung nun schon seit einem Jahr angewendet. Bisher wurde nicht von Problemen berichtet. Im kommenden Jahr geht es Schlag auf Schlag: Mehamn, Røros, Rørvik, Namsos, Svolvær und Sogndal werden umgestellt. 2022 sind dann auch etwas größere dran: Bodø selbst, Molde, Førde, Lakselv und Kirkenes.

Früherer Artikel zum Thema:

Technik statt Aussicht: Bald 15 Flughäfen von Bodø aus ferngesteuert

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