Island: Belugas schwimmen erstmals in der Bucht Klettsvík

Heimaey (Island). Die Belugas Little White und Little Grey haben ihren ersten Ausflug in die Bucht Klettsvík auf Heimaey genossen. Das zeigt das Video von Sea Life Trust. Die ehemaligen Show-Wale aus Schanghai haben sich inzwischen gut an ihre neue, kältere Umgebung angepasst. Das Konzept des Sea Life Trust Beluga Sanctuary scheint aufzugehen – und lädt zur Nachahmung ein.

Belugas swim

Little White und Little Grey beim ersten großen Ausflug. Screenshot aus dem Video von Sea Life Trust Beluga Sanctuary

Es ist nun mehr als ein Jahr her, dass Little White und Little Grey  mit dem Flugzeug aus Schanghai auf Island eintrafen. Bis zur Entlassung in einen abgegrenzten Teil der Bucht Klettsvík war es aber noch ein weiter Weg. Schließlich hatten die Tiere zuletzt im Süden gelebt und waren durch die langen Jahre der Gefangenschaft an warmes Wasser und eine künstliche Umgebung gewöhnt. Ziel des Sea Life Trust ist nicht die komplette Auswilderung – es ist höchst unwahrscheinlich, dass die beiden noch lernen, ihre Nahrung selbst zu fangen, wie es Beluga Hvaldimir vor der norwegischen Küste offenbar geglückt ist. Aber sie können in dem abgegrenzten Teil der Bucht – etwa 32 000 Quadratmeter und bis zu 11 Meter tief – ein annähernd artgerechtes Leben führen. Das Expertenteam um die Tiere herum scheint auch sehr vorsichtig vorzugehen. Im August wurden die Wale von ihrem ersten Becken auf Heimaey, noch unter Dach, in ein Becken in der Bucht Klettsvík umgesetzt. Dort waren sie bereits in Meerwasser und unter freiem Himmel und nur noch durch ein Gitter von mehr Freiheit getrennt.

Zurück im Meer

Little White and Little Grey

Little White und Little Grey. Foto: Sea Life Trust Beluga Whale Sanctuary

Über eine Tür im Gitter wurden Little White und Little Grey nun erstmals in die Bucht entlassen. Luftaufnahmen zeigen, wie sich die beiden den neuen Raum aneignen. “ Wir gewöhnen sie in kleinen Schritten an die Bucht. Sie zum ersten Mal in der größeren Bucht zusammen schwimmen und zwischen der Flora und Fauna tauchen zu sehen, war faszinierend. Es gab uns das Gefühl, dass Little Grey und Little White es genießen, zurück im Meer zu sein“, so der Sea-Life-Trust- Vorsitzende Andy Bool auf der Internetseite der Organisation. Zunächst sollen die Belugas immer wieder in den geschützteren Bereich zurückkehren, damit ihre Gesundheit überwacht werden kann.

Mit kleinen Schritten zum Erfolg

Bisher sieht es also so aus, als sei das Programm ein Erfolg. Möglich wurde dieses finanziell sehr aufwendige Projekt durch die Unterstützung von Merlin Entertainment. Das Unternehmen hatte den Schanghaier Vergnügungspark samt der Show-Wale übernommen, wollte dort aber keine Wale mehr halten. Das Konzept für das Beluga-Refugium wurde gemeinsam mit der Whale and Dolphin Conservation entwickelt. Ist das Projekt erfolgreich, so die Hoffnung, könnten dort oder in weiteren Einrichtungen anderswo noch mehr der aktuell 3500 gefangenen Wale und Delfine wieder ein artgerechteres Leben führen oder für die Auswilderung vorbereitet werden.

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Hier das Video des ersten Ausflugs:

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