Island: Autovermieter mit illegalen Methoden aufgeflogen

Island. Autovermietung ist auf Island ein gutes Geschäft. Aber nicht immer bekommt der Tourist das, was er zu sehen glaubt – und der spätere Käufer solcher Autos auch nicht. Dem Autovermieter Procar konnten isländische Medien massive Manipulation der Zählerstände nachweisen.

Fahrzeuge auf Island.

Fahrzeuge auf Island.

Es begann am 12. Februar mit einem Beitrag in Kveikur, eine Nachrichtensendung des isländischen Fernsehens. Ein ehemaliger Mitarbeiter von Procar, der anonym bleiben will, weil er sich vom isländischen Gesetz als Whistleblower nicht ausreichend geschützt sieht, berichtete den Reportern von dem Geschäftsgeheimnis und hatte dafür auch Beweise. Sowohl vor Vermietungen als auch vor dem Verkauf sollen die Kilometerstände massiv nach unten manipuliert worden sein. Bei den explizit genannten Autos handelte es sich jeweils um Geländewagen, Jimny, Grand Vitara und Pathfinder. Dass dies selbst heute noch technisch möglich ist, stellten die Reporter fest, als sie es selbst versuchten – mit einem im Internet bestellten Gerät und Anleitung auf Youtube.

Autos mit geschöntem Kilometerstand verkauft

Der Tourist, der sich in ein Auto setzt, das abgenutzter ist, als es scheint, ist dabei noch nicht der am schlimmsten Betrogene, sofern es seine Aufgabe erfüllt. Doch die Fahrzeuge wurden später auch als Gebrauchtwagen verkauft. Der Kilometerstand ist da bekanntlich kein unwichtiges Kriterium zur Wertermittlung und auch zur korrekten Wartung oder dem Austausch von Verschleißteilen  wichtig.

Zunächst bestritt die Geschäftsführung von Procar die Vorwürfe, dann gab sie die Manipulationen für den Zeitraum von 2013 bis 2015 zu, dies wurde auf einen Mitarbeiter geschoben. Es sei meist um 15 000 bis 30 000 Kilometer gegangen. Verkauft wurden in dem Zeitraum rund 650 Autos.  Dass das noch nicht die ganze Wahrheit war, stellte sich  bei weiteren Recherchen von Stundin und RÚV heraus. Einen ersten Fall soll es bereits 2011 gegeben haben, der letzte 2016. Und bei einem Suzuki Jimny sollen mehr als 100 000 Kilometer Fahrleistung verschwunden sein. Käufer dieser Autos können sich nun für Entschädigung melden – das Geschäftsmodell dürfte den Autovermieter nun teuer zu stehen kommen. Der Verkauf von Gebrauchtwagen soll jetzt auf Island nicht mehr sehr gut laufen.

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