Tödlicher Unfall bei Flussdurchquerung auf Island

Island. Ein amerikanisches Paar geriet bei einer Flussdurchquerung auf Island in Schwierigkeiten. Für die Frau endete dies tödlich. Immer wieder bleiben Touristen mit Autos beim Furten stecken. Nun wird darüber diskutiert, wie solche Unfälle zu verhindern sind.

Hochland

Warnschild vor einer Furt.

Es ist eine tragische Geschichte: Das amerikanische Paar war auf Hochzeitsreise, wie RÚV berichtete. Mit einem SUV waren sie am vergangenen Freitag auf dem Weg nach Þórsmörk in Südisland auf der Schotterpiste F249. Auf dieser Strecke muss man mehrere Flüsse ohne Brücke queren. Einer davon ist Steinholtsá, der dem Steinholtsjökull entstammt, einem Auslassgletscher des Eyjafjallajökull. Der Fluss führte zu der Zeit viel Wasser, so wurde später berichtet. Nach Rekonstruktion der Polizei blieb der Wagen offenbar stecken und begann dann abzutreiben. Das Paar kletterte aus dem Auto und versuchte das Ufer zu erreichen. Dem Mann gelang das, die Frau rutschte  vermutlich aus und fiel ins Wasser, jedenfalls trieb sie rund 650 Meter ab und war bewusstlos, als sie gefunden wurde. Sie wurde per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen, starb aber unterwegs.

Flussdurchquerungen, wie sie auf dem Weg nach Þórsmörk und im Hochland notwendig sind, sind für Touristen ungewohnt. Es kommt immer wieder vor, dass sie mit ihren Autos stecken bleiben. Anfang Juni beispielsweise musste ein Traktor einen Camper aus der Krossá ziehen, einem anderen Fluss auf dem Weg nach Þórsmörk.

Verbot für kleinere Autos auf Bergstraßen?

Der tödliche Unfall sorgt auf Island für Diskussionen. Der Sprecher von Vegagerðin, die für Straßen zuständige Behörde, sagte gegenüber Vísir, es sei schwer, solche Unglücke zu verhindern.  Die Verhältnisse an dem Gletscherfluss Steinholtsá veränderten sich ständig. Es sei nicht möglich vorherzusagen, wo die beste Stelle zur Überquerung sei. Auf Schildern werde darauf hingewiesen, dass nicht jedes Auto dafür geeignet sei. Es müsse Vierradantrieb und eine gewisse Größe haben. Man könne jedoch nichts tun, wenn die Menschen dies nicht beachten.

Der Polizeichef von Südisland würde gerne weiter gehen: Zum einen wünschte er sich gegenüber RÚV mehr Schilder in verschiedenen Sprachen, die die Fahrer vorwarnen. Zum anderen würde er gerne kleinere Fahrzeuge auf Strecken mit Gletscherflüssen verbieten – selbst wenn diese Vierradantrieb haben. So manches Auto, dass im Stadtverkehr imposant wirkt, ist klein in einem isländischen Gletscherfluss.

Mit dem Bus nach Þórsmörk

Schäden durch Flussdurchquerungen sind nicht versichert. Wer das Risiko nicht eingehen  und trotzdem das Naturschutzgebiet Þórsmörk besuchen will, kann im Sommer den Hochlandbus nehmen, der dafür ausgerüstet ist. Rund ums Jahr werden auch Touren mit Spezialfahrzeugen angeboten. Das Tal mit den zerklüfteten grünen Hängen ist von drei Seiten von Gletschern umgeben und gilt als Wanderparadies.

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Ein Kommentar zu Tödlicher Unfall bei Flussdurchquerung auf Island

  1. Markus Dubs sagt:

    Es ist furchtbar, dass dies passieren konnte. Ich komme gerade aus einem fünfwöchigen Aufenthalt in Island zurück und habe da etliche F-Strassen mit meinem Land Rover Discovery gemacht. Habe vom normalen PW bis zum grossen SuV Flussdurchquerungen machen sehen, dass mir die Haare zu Berge standen. Ich finde wir stehen alle in der Verantwortung. Einerseits die Fahrer selber, die Vermieter und auch die anderen Touristen. Der Natur kann man keinen Vorwurf machen. Ich habe mich immer vorher bei entgegenkommenden Fahrzeugen erkundigt, wenn unsicher gewatet, und anschliessend auch meine Erfahrung weitergegeben. Nur war dies nicht immer erwünscht. 4 junge Männer in einem Kleinwagen wollte ich auf die Furten der F88 aufmerksam machen und Ihnen davon abraten. Ich wurde als uncool bewertet. Oft ist man schon eine lange Strecke gefahren und eine Umkehr wàre ein „Zeitverlust“.
    Wie die Ranger würde ich mir mehrsprachige Tafeln oder deutliche Piktogramme mit Autmarken wünschen sowie eine richtige Information und Instruktion von Seiten Autovermietung. F-Strassen sind kein Videogame und keine Plauschfahrt.
    Wir alle sind in der Verantwortung. Sonst werden wieder solch schreckliche Unfälle passieren.
    PS: ausser mir habe ich nie jemanden waten sehen. ….Devise: lieber nasse Füsse und kritische Beurteilung, als Gefährdung von Leben und Material.

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