Freiheit oder Reservat? Diskussion um Zukunft für Beluga Hvaldimir

Norwegen. Wie viel Fürsorge braucht Beluga Hvaldimir? Die Organisation One Whale findet, Hvaldimir benötige ein eigenes Reservat, in dem Menschen sich besser um ihn kümmern könnten. Andere, die sich für den Wal engagieren, sind dagegen, ihn einzusperren – schließlich schwimmt er nun schon seit drei Jahren Norwegens Küste entlang und kann sich selbst versorgen. Darüber berichtete NRK.

Hvaldimir

Hvaldimir bei einer Untersuchung 2019. Foto Kommune Hammerfest

Hvaldimir tauchte 2019 in Nordnorwegen auf, mit einem seltsamen Gurt versehen. Er war offensichtlich mit Menschen vertraut und spielte gerne mit ihnen, weniger gut war er bei der Nahrungssuche. Das Rätsel seiner Herkunft wurde nie gelöst. Die beliebteste Theorie ist, dass er ein entflohener „Spion-Wal“ aus Russland ist.

Anfangs war die große Frage, wie gut er in der Freiheit zurecht kommen würde. Zeitweise wurde er auch im Hafen von Hammerfest regelmäßig gefüttert. Doch er zog offenbar das Wandern vor und schwimmt die norwegische Küste rauf und runter. Dabei hat er gelernt, sich Nahrung zu besorgen. Die Nähe zu Menschen sucht er offenbar, um Gesellschaft zu haben, was gefährlich für ihn ist: Er wurde schon mehrfach durch Angelhaken oder Bootsmotoren verletzt.

Fischereibehörde ist gegen Walreservat

Von Anfang an wurde sein Wohl und Wehe von Freiwilligen begleitet. In jüngster Zeit ist dies One Whale, eine Organisation, die eigens gegründet wurde, um Hvaldimir zu unterstützen.  Gründerin Regina Crosby Haug meint nun, Hvaldimir sei nicht sicher genug und sollte in einem Reservat leben. Dazu hat die Organisation schon mehrere Fjorde besichtigt. Die Organisation sammelt Spenden international. Die Website ist ganz in Englisch gehalten. Auch die Kommune Hammerfest ist in die Pläne involviert – Hvaldimir ist ein Besuchermagnet.

Andere, die Hvaldimirs Reise verfolgen und sich für ihn engagieren , halten dies nicht für die richtige Idee – schließlich lebe er schon seit drei Jahren frei. Auch die offiziell zuständige Fischereibehörde ist der Meinung, der Beluga solle weiter frei leben.

Isländisches Reservat nicht geeignet

Auf Island gibt es bereits ein Reservat für Belugas. Die beiden bisherigen Bewohnerinnen sind ehemalige Showwale aus Schanghai. Sie sind weder offenes Wasser gewohnt noch können sie selbst Fische fangen. Das Betreuerteam geht hier in ganz kleinen Schritten vor, damit das Projekt ja nicht scheitert. Während Little White und Little Grey vermutlich niemals in ausreichendem Umfang selbst für Nahrung sorgen können, schlägt Hvaldimir sich durch und legt dabei große Strecken zurück. Nach den Berichten aus der Vergangenheit hat Hvaldimir ein soziales Problem – er ist eher mit Menschen vertraut als mit Walen. Daran würde ein Reservat aber nichts ändern.

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