50 000 Soldaten zum NATO-Manöver Trident Juncture in Norwegen

Norwegen. Wer gerade in Norwegen unterwegs ist, hat gute Chancen, auf Militärkolonnen zu stoßen. Am Donnerstag, 25. Oktober beginnt im Trøndelag und angrenzenden Gebieten die NATO-Übung Trident Juncture mit 50 000 Teilnehmern aus den Mitgliedsländern sowie Schweden und Finnland. Es ist das größte Manöver der NATO seit Auflösung der Sowjetunion.

F 16

F 16 unterwegs

Schon bevor Trident Juncture startet, bei der die multinationalen Teilnehmer mit Waffengattungen an Land, zur See und in der Luft einen Bündnisfall simulieren werden, proben amerikanische Soldaten bereits auf Island und in Troms/ Nordnorwegen. Letzteres liegt deutlich näher an der Grenze zu Russland als das Gebiet der Hauptübung. Dieses Manöver, Northern Screen, ist offiziell nicht Teil von Trident Juncture.  Daran nimmt auch der atomgetriebene Flugzeugträger Harry S. Truman teil.  Laut Business Insider war die USS America 1991 der letzte Flugzeugträger bei einem Manöver jenseits des Polarkreises, kurz vor Auflösung der Sowjetunion.

Zu den Teilnehmern gehören auch jene amerikanischen Soldaten, die seit kurzem in Norwegen stationiert sind. Norwegen erlaubt inzwischen insgesamt 700 amerikanische Soldaten, verteilt auf die Stützpunkte in  Værnes (Trøndelag) und Setermoen (Troms).

Am 30. Oktober ist als Teil der Übung ein „Strenght Demonstration Day“ vor Byneset in Trondheim geplant, wo vor den Augen der NATO-Führung, wichtigen militärischem und politischem Personal sowie der Presse zwölf verschiedene Szenarios vorgeführt werden.

Auch Schweden, Finnland und Island beteiligt

Bei Trident Juncture werden je nach Quelle 150 oder 250 Flugzeuge, 65 Schiffe und bis zu 10 000 Fahrzeuge an Land unterwegs sein. Der Radius der Übung erstreckt sich bis nach Schweden und Finnland sowie über Nordatlantik und Ostsee. Am Freitag sind bereits 18 amerikanische F 16 auf dem schwedischen Luftwaffenstützpunkt in Luleå gelandet und werden von dort aus teilnehmen. Der finnische Luftwaffenstützpunkt in Rovaniemi wird amerikanische und belgische Fliegereinheiten beherbergen.

Nach der Hauptübung (Livex) vom 25. Oktober bis zum 7. November folgt noch eine Stabsübung vom 14. bis 23. November im Joint Warfare Centre  in Stavanger.

Demo in Trondheim gegen Manöver

Das massive Aufgebot wird nicht ohne Nebenwirkungen bleiben: Landwirte fürchten Bodenschäden, Kirchen haben bereits erklärt, wegen des erwarteten Lärms an bestimmten Tagen keine Beerdigungen abzuhalten. Andere halten diese Großübung für eine nicht dem Frieden dienliche Provokation, gestern wurde in Trondheim gegen das Manöver demonstriert.

Proteste gab es auch auf Island, wo amerikanische Soldaten im Þjórsárdalur ohne Munition den Umgang mit dem kalten Klima übten – auch deshalb, weil dort erst vor kurzem kleine Birken angepflanzt worden waren.

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