Nordische Filmtage: Programm jetzt komplett online

Lübeck. Das komplette Programm der Nordischen Filmtage Lübeck ist nun online. Das genaue Studium lohnt sich – immerhin hat man die Auswahl unter 199 Titeln in den verschiedensten Genres. Karten gibt es ab dem 27. Oktober online und vor Ort. Die Filmtage finden vom 30. Oktober bis zum 4. November statt.

Utøya 22 Juli

Auf der Flucht vor dem Mann mit Waffe. Szene aus Utøya 22 Juli. Foto Agnete Brun

Der Film Utøya 22.Juli des Norwegers Erik Poppe dürfte der bekannteste Film des Festivals sein – dort bekommt man ihn auf Norwegisch mit deutschen Untertiteln zu sehen. Diese Aufarbeitung des Breivik-Attentats von 2011 konzentriert sich auf die Perspektive der Opfer. Poppe ist eigentlich Dokumentarfilmer und begleitete seinen Freund, den norwegischen Sozialmediziner und Vordenker Per Fugelli im Endstadium seiner Krebserkrankung. Auch dieser Film ist in Lübeck zu sehen.

Ingmar Bergman und Astrid Lindgren

Das Bild von Schweden haben Ingmar Bergmann und Astrid Lindgren entscheidend mitgeprägt. Pernille Fischer Christensen bringt nun in Unge Astrid die Jugend- und frühe Erwachsenenphase der Schriftstellerin auf die Leinwand.  Von Ingmar Bergman, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, sind die eher unbekannten Filme Hafenstadt , Aus dem Leben der Marionetten und die Berührung zu sehen – letzteres inklusive eines Blickes hinter die Kulissen.

Es gibt außerdem gleich mehrere Filme über Bergman, einer davon von seinem Freund, dem  Finnlandschweden Jörn Donner.  Donner kommt auch selbst als Gast nach Lübeck und hat noch einen zweiten Film dabei: Anfang der 1970er Jahre befragte er seine finnischen Landsleute – nun hat er dasselbe in Fuck Off 2 im heutigen Finnland wiederholt.

Menschen-Portraits aus dem hohen Norden

690 Vopnafjörður

690 Vopnafjörður. Foro Ziegler und Sigurðardóttir.

Weniger prominente, aber interessante Dokumentarfilme für Freunde des hohen Nordens:  690 Vopnafjörður zum Beispiel über einen abgelegenen Ort auf Island, Das Meer – Liebe an Bord über ein Fischerpaar auf den Färöer, Maj Doris über die samische Künstlerin Maj Doris Rimpi, die abgelegen in Nordschweden wohnt, inklusive Rentiere.  Aus dem 100 Jahre unabhängigen Island kommt außerdem ein Rückblick auf die Zeit des Kalten Krieges und den NATO-Stützpunkt auf der Insel: Iceland Defence Force – Vorposten des Kalten Krieges.

Ein wichtiges soziales Thema greift die  Regisseurin Guðrún Ragnarsdóttir in fiktionaler Form auf: „Sommerkinder“ berichtet von der Heimerziehung auf Island in den 1960er Jahren aus der Perspektive der Kinder – alles andere als eine Idylle. Doch die findigen (und sehr jungen) Protagonisten bleiben optimistisch.

Fulldome-Kino mit viel Natur

Es lohnt aber auch der Weg ins 360-Grad Kino am Klingenberg, wo man sich von der ISS in die Ostsee, nach Spitzbergen zum Kampf gegen Plastikmüll, nach Grönland mit schönen Bildern, mehr Grönland, mit Fokus auf Gletscherschmelze,  ins Polarmeer und weiter in die Tiefsee begeben kann.

Und wer sich zum Schluss noch auf die Grenze zum rätselhaft-Unheimlichen bewegen möchte: Ali Abbasis in Cannes preisgekrönte Verfilmung der Erzählung „Gräns“ von John Ajvide Lindqvist ist in Lübeck ebenfalls zu sehen.

Mehr zu den Nordischen Filmtagen:

Mehr zu den aktuellen Utøya-Filmen: Das Massaker von Utøya im Film

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