Sommer in Reykjavík: Bahn frei für Fußgänger

Reykjavík (Island). Die Stadt Reykjavík hat gestern auf „Sommerverkehr“ umgestellt: Die Einkaufsstraßen Laugavegur und Austurstræti sowie einige Querstraßen sind jetzt bis zum 1. Oktober wieder Fußgängerzone. Ein Laugavegur-Abschnitt wird sogar dauerhaft gesperrt.

Fußgängerzone

Im Sommer keine Durchfahrt für Autos.

Reykjaviks Sommerbesucher kennen es gar nicht anders: Mit bunten Fahrrädern abgesperrte Straßen, auf denen man in Ruhe flanieren, im Freien sitzen oder shoppen kann. Seit dem 25. April ist auf Island offiziell Sommer, „Sumardagurinn fyrsti “ ist ein Feiertag und jeweils der erste Donnerstag nach dem 18. April. Die Bezeichnung geht auf frühere Kalender zurück, die nur zwei Jahreszeiten kannte. Der diesjährige Sommerbeginn war der wärmste überhaupt seit Beginn der Aufzeichnungen, mit 14,7 Grad in der Hauptstadt, an anderen Orten sogar mehr als 18 Grad. Und mit dem Sommer sind auch die göngugötur zurück, die Fußgängerzonen, in denen man aber auch Radfahren darf. Der Lieferverkehr ist auf Morgenstunden beschränkt. 

Mit der Straßensperrung möchte man den Passanten inklusive der Touristen ein angenehmes Umfeld schaffen – verbunden mit der Hoffnung, dass dies sich auch für die anliegenden Geschäfte und die Gastronomie auszahlt. Zählungen im vergangenen Jahr ergaben, dass täglich 17 000 Menschen zu Fuß oder auf dem Rad den für Autos gesperrten Abschnitt auf dem Laugavegur passieren.

71 Prozent finden Sommer-Fußgängerzone gut

Eine Umfrage unter Bürgern von Reykjavík im Auftrag der Stadt zeigte, dass 71 Prozent diese sommerlichen Fußgängerzonen gut oder sehr gut finden. Besonders zufrieden damit sind offenbar die, die auch dort wohnen, von denen sind 83 Prozent „dafür“ oder „sehr dafür“. Diese nutzten sie auch am meisten, beurteilten die Auswirkungen am am positivsten und wünschten sich zu 37 Prozent das ganze Jahr Fußgängerzonen. Unter allen Befragten waren dies insgesamt nur 25 Prozent – das ist allerdings eine Verdoppelung zum Ergebnis im Vorjahr. 40 Prozent hatten keine Meinung zu dem Thema. Nur fünf Prozent sind aber komplett gegen Fußgängerzonen.

Der Stadtrat von Reykjavík nahm die Umfrage als positives Signal. Bevor im vergangenen Jahr aus den Fußgänger- wieder Autostraßen wurden, beschlossen die Stadtvertreter, den Abschnitt Laugavegur/Bankastræti sowie einige aus dem Kvosin-Viertel künftig ganzjährig für den Autoverkehr zu sperren. An einem Konzept für Anlieger und Lieferanten wird noch gearbeitet.

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