Segler Norbert Sedlacek will einhand durch die Nordwestpassage

Mit kühnen Plänen aufzufallen und damit Sponsoren zu gewinnen, ist heute nicht mehr so einfach: So ziemlich alles hat irgendwer irgendwann schon einmal gemacht. Der Österreicher Norbert Sedlacek, 57, will am 21. Juli einhand und nonstop zu einer Extrem-Segelreise starten, die selbst die Vendée Globe toppt: Bevor es bei seinem Projekt Ant-Arctic Lab hinunter in den südlichen Ozean zur Weltumrundung geht, will er erst noch durch die Nordwestpassage.

Sedlacek Yacht

Mit diesem Boot will der Österreicher Norbert Sedlacek sowohl durch die Nordwestpassage als auch durch den südlichen Ozean. Foto B. Gergaud

Dass bisher, soweit bekannt, noch niemand eine derartige Route gewählt hat, hat natürlich seinen Grund: Schon die halbe Tour ist eine Herausforderung, an der auch sehr gute Segler scheitern können, weil es eben Gebiete mit extremen Verhältnissen sind. Auch ein sorgfältig gebautes und ausgerüstetes Boot kann bei extremem Wetter Schaden nehmen, ein Skipper sich verletzen. Sedlacek dürfte wissen, worauf er sich einlässt: Bei seiner ersten Vendée-Globe-Teilnahme (Einhand-Regatta nonstop rund um die Welt) im Jahr 2004/2005 musste er wegen eines Schadens am Boot aufgeben. 2008/2009 schaffte er es dann bis ins Ziel. 2000/2001 hatte er bereits die Antarktis umrundet. Seinen ersten Versuch zur angedachten Rekordfahrt über 34.000 Seemeilen zwischen Pol und Pol brach er vergangenes Jahr schon in Irland ab, einiges an Bord sei noch nicht ausgereift gewesen.

Boot aus Vulkanfaser

Sedlaceks gut 18 Meter langes Schiff ist dabei ein Experiment für sich, es besteht nämlich aus Vulkanfaser und Balsaholz. Die meisten Boote sind heute aus glasfaserverstärktem Kunststoff und am Ende ihres Lebens Sondermüll – die Vulkanfaser soll dagegen recycelbar sein. Aus demselben Material bestand das von Sedlacek konstruierte 4,90 Meter kurze Boot Fipofix, das 2014 den Atlantik überquerte – ebenfalls im zweiten Anlauf. Beim zweiten Mal ließ Sedlacek seinen Sohn Harald damit starten.

Anspruchsvolle Nordwestpassage

Wenn der Wiener also wie geplant am 21. Juli in Les Sables d’Olonnes in Frankreich startet, geht es also zuerst Richtung Grönland und in die Nordwestpassage. Für einen Einhandsegler dürfte diese Passage besonders anstrengend werden, denn das nahe Land ist eher eine Gefahr als eine Hilfe und macht die Eisverhältnisse kompliziert. Und jeder muss irgendwann schlafen. Gilt es noch als nonstop, wenn man den Anker wirft, aber nicht an Land geht?

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