Dem Krebs davonsegeln – im Nordatlantik

Färöer. Segeln im Nordatlantik? Da winkt selbst mancher gestandene Skipper ab. Doch die fünfköpfige Crew der „SY Magic“, die gerade in Tórshavn angekommen ist und noch viel weiter nördlich will,  hat schon andere Kämpfe überstanden: Es sind ehemalige Krebspatienten – die „Segelrebellen“ auf  „Arctic Cancer Challenge“.

Segelrebellen

SY Magic unterwegs. Foto www.segelrebellen.com

Gründer Marc Naumann aus München bekam selbst als Student die Diagnose „Germinom“. Die Strahlentherapie half zunächst, aber nach einem Rückfall gab es nur noch die „Chemo“. Einen Monat nach Therapieende half er ein Schiff überführen – Nordsee im Oktober, ein anstrengender Törn. „Aber viel wichtiger, ich war wieder ich, ich war wieder am Leben“ schreibt er auf der Internetseite. Er beendete sein Jurastudium, wurde Journalist. Und wollte schließlich seine positiven Erfahrungen mit  anderen teilen, die ebenfalls mit dem Krebs kämpfen oder das gerade hinter sich haben.

Segelrebellen bietet Mitsegeln für Krebsbetroffene ab 18 bis ungefähr 40 Jahre, die die Herausforderung suchen und „Abstand von der Tristesse des Grübelns“.  Segelerfahrung ist nicht notwendig. „Tatsächlich ist das Erlebnis und der Nutzen ohne Segelerfahrung meist noch größer, weil viel mehr Aufregung dabei ist und sich schnell Erfolgserlebnisse einstellen, die nach der Therapie und dem „in Watte gepackt werden“ eher selten als oft sind“, erklärt Marc Naumann auf Nachfrage per Email. Das Projekt finanziert sich größtenteils über Spenden, die Teilnehmer zahlen einen kleinen Beitrag. Seit gut einem Jahr verfügt die gemeinnützige Unternehmergesellschaft über ein eigenes Schiff, die SY Magic, ein ehemaliges Regattaschiff, von German Frers gezeichnet, 15,5 Meter lang mit bis zu 12 Kojen.

„Arctic Cancer Challenge“ bis nach Spitzbergen

Bei der Arctic Cancer Challenge in die nicht ganz einfachen Gewässer des Nordens sind nun mit Naumann frühere Teilnehmer an Bord, die inzwischen bereits Segelerfahrung gesammelt haben. Nach den Färöer soll es weiter nach Island, Jan Mayen, Spitzbergen und zurück über Norwegen gehen, insgesamt knapp 5000 Seemeilen.  Die Idee dahinter: „Ein schnelles und krasses Abenteuer, weil das Leben zu kurz sein kann für lange Pläne und aufgeschobene Träume.“

Man kann die Reise verfolgen über den Blog auf der Internetseite.Die Position des Schiffes wird angezeigt  auf SY Magic.

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