Sammlung mit 50 Tupilaks in Dänemark gestohlen

Dänemark/Grönland. Die dänische Polizei fahndet nach ungewöhnlichem Diebesgut: Bei einem Einbruch in Vig, Odsherred Kommune, Nordwest-Seeland, wurde neben iPad, Handys und Schmuck auch eine private Sammlung von rund 50 aus Grönland stammenden Tupilaks gestohlen. Die Polizei bittet darum, bei entsprechenden Angeboten kontaktiert zu werden. Bilder der Beute gibt es auf politi.dk

Tupilak

Danach wird gesucht: Zwei der rund 50 Tupilaks aus Grönland. Quelle: politi.dk

Heute werden mit dem Wort Tupilak meist kleine, groteske Figuren bezeichnet, die aus Holz, Zahn, Geweih, Knochen, Speckstein oder Stein gefertigt sind. Sie werden vor allem in Grönland als Souvenirs verkauft und sollen den Besitzer beschützen. Das Wort bedeutet „Seele der Vorväter“. Sie werden aber auch online gehandelt und kosten von vergleichsweise günstig bis zu mehreren hundert Euro.

Die ursprünglich mit „Tupilak“ bezeichneten Wesen in der früheren grönländischen Lebenswelt waren aber Geister, die im Verborgenen geschaffen wurden, um einem anderen Menschen zu töten. Sie bestanden meist aus Knochen verschiedener Tiere und anderer Materialien in Leder, darunter musste auch etwas sein, was dem angedachten Opfer gehörte. Zum Leben erweckt wurde der Tupilak den Quellen zufolge durch magische Sprüche und dadurch, dass man es an seinen Geschlechtsteilen saugen ließ. Dieser Geist war für alle außer für Schamanen unsichtbar. Er verfolgte unbeirrt sein Ziel. Stieß er allerdings auf einen zu starken Gegner, wendete er sich gegen seinen Schöpfer (ausführlicher u.a. bei Rolf Gilberg).

Die ersten geschnitzen Figuren entstanden offenbar, weil Grönländer den Europäern zeigen wollten, wie ein Tupilak aussehen kann, und erwiesen sich dann als populär. Der Name blieb. Wer einen erwirbt, sollte aufs Material achten: Die aus Walzähnen dürfen wegen des Artenschutzabkommens nicht außer Landes geführt werden

Der Besitzer der nun gestohlenen Sammlung hatte einige seiner Figuren fotografiert, deshalb kann die Polizei nun gezielt mit Bildern fahnden. Käufer sollten sich genau über die Herkunft informieren, falls sie Tupilaks angeboten bekommen. „Wenn er nicht selber Sammler ist, wird ein Einbrecher versuchen, sie zu Geld zu machen“, so ein Polizeisprecher zu TV Øst.

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