Samische Trachten aus Finnland – jetzt auch online

Inari (Finnland). Gestern, am 6. Februar, war der samische Nationalfeiertag, den Samen in allen vier Ländern feiern. Das samische Museum Siida in Inari nutzte den Anlass, um einen neuen Dienst zu präsentieren: Alle traditionellen Kleidungsstücke des Museums können nun auch online genau betrachtet werden. Damit will das Museum auch jenen Samen, die außerhalb der samischen Siedlungsgebiete leben, Wissen über diese Tradition ermöglichen. Darüber berichtete Yle.

samische Tracht

Samische Tracht (Gákti) für Frauen, Foto Saamelaismuseo Siida, CC BY-NC-ND 4.0

Nur sehr oberflächlich sehen alle samischen Trachten gleich aus. Allein in Finnland gibt es fünf verschiedene Varianten, abhängig von der Region und der Familie. Indem das Museum all seine Stücke nun online einstellt, können diese Unterschiede nun von überall detailliert betrachtet werden. Siida nutzt dafür den öffentlich betriebenen finnischen Kultur-und Wissenschaftsdienst Finna – eine Suchmaschine, über die Material aus Universitäten, kulturellen Einrichtungen oder Museen zugänglich ist. Verwaltet wird das Material von der Nationalbibliothek. Einrichtungen können unter dem Dach von Finna auch ihre eigene „Online-Abteilung“ betreiben – so wie Siida. Es gibt von allen Objekten auch Detailfotos, damit man auch diese gut betrachten kann. Die verstellbaren Sprachoptionen funktionieren in der Praxis nur teilweise, deshalb als Tipp: „naisen puku“ ist Kleidung für Frauen, „miehen puku“ für Männer.

Traditionell geschlechtsspezifisch – neue Möglichkeiten

Traditionell ist die samische Tracht geschlechtsspezifisch. Allerdings gibt es auch vor allem junge Leute, die sich nicht wohl fühlen mit der Variante, die ihnen zugedacht ist oder die sich nicht für eine entscheiden wollen. So trägt Anne Risten Sara, eine erfolgreiche Rentier-Rennfahrerin aus dem norwegischen Kautokeino, lieber Stücke, die der männlichen Variante ähneln und versteht sich als nichtbinär. Eine samische Schneiderin (Duojár) aus Norwegen, Ellen Berit Dalbakk, kreierte im Rahmen eines Kunstprojekts eine geschlechtsneutrale Tracht, wie NRK berichtete – „weil ich unsere Gesellschaft weiterentwickeln will“.

Hintergrund:

Sápmi – das Land der Samen

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