Neues Hurtigrutemuseum in Stokmarknes eröffnet

Stokmarknes/ Vesterålen (Norwegen). Kaffee trinken auf der MS Finnmarken im Stil von 1956, dem Baujahr des Schiffes. Zeitreise in einen Salon von 1912 auf dem Vorgängermodell. Und ein Selfie mit dem Schiffspropeller, ohne nass zu werden. Das Hurtigrutemuseum in Stokmarknes eröffnet an diesem Wochenende in neuem Gewand mit einer im wörtlichen Sinne großen Attraktion.

Hurtigrutemuseum

Das neue Hurtigrutemuseum mit der MS Finnmarken. Quelle Stiftelsen Norsk Hurtigrutemuseum

Die schnelle Schiffsverbindung an der norwegischen Küste entlang, „hurtigruten“, ist ein Markenzeichen des Landes und besonders wichtig für dessen nördlichen Teil. Kapitän und Reeder Richard With gilt als Gründer und Initiator dieser Verbindung. Seine Vesteraalens Dampskibsselskab (VDS) hatte ihren Sitz in Stokmarknes, und dort eröffnete 1993, genau 100 Jahre nach der ersten Fahrt das Hurtigrutemuseum. Darin erfährt man alles über die Geschichte dieser traditionsreichen Linie, die bis heute das Küstenleben prägt, auch wenn sich der Schwerpunkt heute in Richtung Tourismus verlagert hat. Eigentümer des Museums ist die Stiftelse Norsk Hurtigrutemuseum, Betreiber das Museum Nord.

Ausstellungsstück MS Finnmarken

Die MS Finnmarken, gebaut bei Blohm und Voss in Hamburg, war von 1956 bis 1993 auf der Hurtigruten im Einsatz für die Reederei VDS und Nachfolger OVDS. 1994 schenkte die Reederei das Schiff dem neuen Museum. 1999 wurde das Schiff an Land gesetzt. Mit dem Bau der Glashalle wurde nun eine Form gefunden, dieses Stück Küstengeschichte dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen. Das Schiff wurde innen aufwendig restauriert. Doch das erneuerte Museum bietet noch mehr: So stammt eine Sektion vom Vorgänger DS Finmarken von 1912 – gefunden in einem Reitstall in den Niederlanden. Durch die Glaswand können die Besucher außerdem hinaus aufs Wasser blicken.

Laut NRK kostete diese Neugestaltung des Museums mit Schiff umgerechnet rund 21 Millionen Euro – öffentliche Gelder und Spenden. Darin sind nicht die Zehntausende von ehrenamtlichen Arbeitsstunden enthalten, die dafür geleistet wurden. Norwegens Kulturminister Abid Raja eröffnete das Museum gestern offiziell. Dieses ganze Wochenende lang ist der Eintritt frei, allerdings dürfen aufgrund von Corona nur maximal 200 Personen gleichzeitig hinein.

Früherer Artikel zum Thema: Hurtigrutens MS Lofoten wird Schulschiff

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