Mehr Militär nach Gotland und die NATO-Frage in der Ostsee

Schweden/Finnland. Schweden hat in den vergangenen Tagen seine militärische Präsenz auf der Insel Gotland verstärkt. Anlass dafür ist, dass Russland Landungsfahrzeuge der Nordflotte in die Ostsee verlegt hat. Im Zuge der angespannten Lage zwischen Russland und der NATO um die Ukraine wird in Schweden und Finnland auch wieder die Frage einer NATO-Mitgliedschaft diskutiert. Mit Update 18 Uhr

Gotland

Ankunft von Soldaten des Norrbotten-Regiments aus Boden auf Gotland. Foto Emy Åklundh/Försvarsmakten

Das schwedische Militär meldet die Verstärkung  der Streitkräfte auf Gotland durch Mannschaften und Material vom Festland. Das Gotland-Regiment zeigt außerdem mehr Präsenz durch patrouillierende Soldaten und Panzer. Gotland gilt als strategisch wichtiger Punkt in der Ostsee, nicht zuletzt für den Schutz oder die Invasion der drei baltischen Staaten.

Die russische Forderung nach einem Stopp der NATO-Erweiterung hat auch in Schweden und Finnland zu Diskussionen geführt. Beide Länder sind zwar nicht Mitglied und beabsichtigen dies offiziell auch nicht in nächster Zeit.  Sie kooperieren jedoch mit der NATO, sind der „Partnership for Peace“ beigetreten und nehmen auch an Manövern teil. Die Entscheidung über eine mögliche NATO-Mitgliedschaft will man sich aber offenhalten und von niemandem vorschreiben lassen. Schwedens Premierministerin Magdalena Andersson hatte sich auch mit Finnlands Präsident Sauli Niinistö über die Situation ausgetauscht.

Unterschiedliche Signale aus Russland an Schweden und Finnland

Die Signale aus Russland konkret in Richtung Schweden und Finnland sind unterschiedlich. Russlands Außenminister Sergej Lawrow lobte jüngst  in einer Pressekonferenz die positive Rolle Schwedens und Finnlands. Und es seien die Schweden und Finnen, die über eine Bündnismitgliedschaft entschieden. Diese Passage wurde in Schweden und Finnland aufmerksam registriert. Aftonbladet wiederum zitiert einen pensionierten russischen Oberst, der äußerte, eine NATO-Mitgliedschaft Schwedens und Russlands würde dazu führen, dass die Ostseeflotte verstärkt würde und Raketen auf strategische Ziele in diesen beiden Ländern gerichtet würden.

NATO- Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte Finnland und Schweden vor kurzem einen schnellen Zutritt zur NATO versprochen. Sein Vorgänger Anders Fogh Rasmussen sagte sogar, dies könne über Nacht entschieden werden, da beide Länder die Voraussetzungen erfüllten.

Die NATO hat das niederländische Landungsschiff HNLMS Rotterdam südlich der Insel Bornholm (NATO-Mitglied Dänemark) positioniert.

Update 18 Uhr: Dagens Nyheter meldet, dass drei russische Landungsboote die Ostsee über den Großen Belt verlassen haben.  Drei seien noch in der Ostsee-

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